Merkblatt Forschungsstipendien für Doktoranden nach dem Sandwich-Modell

Ziel
Während die herkömmliche Art der Promotionsförderung einen in sich geschlossenen mehrjährigen Aufenthalt an der deutschen Hochschule vorsieht, besteht das im folgenden geschilderte "Sandwich-Modell" aus einem flexiblen, mehrphasigen Förderungssystem, innerhalb dessen der Doktorand nach einer im vorhinein abgestimmten Folge und bei kontinuierlicher Betreuung durch den deutschen Hochschullehrer seine Arbeiten abwechselnd im Heimatland und in der Bundesrepublik Deutschland durchführt. Die Promotion erfolgt an der heimatlichen Hochschule.

Begründung
In den akademischen Förderungsprogrammen zahlreicher Entwicklungsländer wird der Aus- und Fortbildung des Hochschullehrernachwuchses Vorrang eingeräumt. Neben Spezialisierungs- und Vertiefungsstudien wird dabei, den Laufbahnregelungen entsprechend, sehr häufig die Promotion angestrebt. Auch dort, wo sie bereits im Heimatland durchgeführt werden könnte, wird oft aus Prestigegründen die Promotion im Industrieland vorgezogen. Zu den damit gegebenen Risiken gehört die mit sehr langen Studienzeiten verbundene Entfremdung, die Gefährdung der ursprünglich an der Heimathochschule reservierten Dozentenstelle, die Bearbeitung zu sehr am Industrieland und an dessen Bedürfnissen orientierter Themen und schließlich die Versuchung, sich im Gastland niederzulassen.
In dem Bemühen, zur Verringerung dieser Gefahren beizutragen, hat der DAAD für Angehörige aus Entwicklungsländern, an deren Universitäten eine Promotion möglich ist, das System der Kooperativen Promotionsförderung (Sandwich-Stipendien, Becas Integradas) entwickelt.

Ablauf
Dabei kann nach dem folgenden Schema verfahren werden:

  • Reise des deutschen Hochschullehrers ins Heimatland des künftigen Doktoranden (Erstellung eines gemeinsamen, von dem ausländischen und dem deutschen Doktorvater unterzeichneten Protokolls, mit der Angabe des Dissertationsthemas, der vorgesehenen Arbeitsschritte und ihrer Dauer)
  • Vorbereitung der Promotion im Heimatland (Materialsammlung, Feldforschung) ohne Förderung durch den DAAD (Für einige afrikanische Länder gelten besondere Richtlinien und Verfahren.)
  • Studium an der deutschen Hochschule (1 bis maximal 2 Jahre)
  • ggf. Besuch des ausländischen, mitbetreuenden Doktorvaters im deutschen Institut (Verlaufskontrolle, Stärkung der Institutsbindungen)
  • Abschluss der Dissertation im Heimatland (ohne Finanzierung durch den DAAD)
  • Reise des deutschen Doktorvaters (letzte Korrekturen, Teilnahme an der Prüfung als "external examiner")

Hauptmerkmal dieses Sandwich-Programms ist der individuelle Zuschnitt des Promotionsverfahrens mit einer möglichst großen Flexibilität bei der Festlegung des Beginns der einzelnen Förderungsphasen und ihrer Dauer.

Es gelten für dieses Programm dieselben Bewerbungsvoraussetzungen wie für Forschungsstipendien für Doktoranden und Nachwuchswissenschaftler und es sind dieselben Bewerbungsunterlagen einzureichen; die ausführliche und präzise Darlegung des Forschungsvorhabens ist durch einen mit beiden Betreuern - im Heimatland und in Deutschland - abgesprochenen Arbeits- und Zeitplan zu ergänzen.