PhDGermany - FAQ für Bewerber

DAAD

F.: Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen um in Deutschland promovieren zu können?

A.: Die wichtigste formale Voraussetzung ist ein sehr guter Hochschulabschluss, der in Deutschland anerkannt wird. Im Allgemeinen ist dies ein dem Master entsprechender Abschluss nach mindestens acht Semestern Studium. Ausnahme: Besonders qualifizierte internationale Bewerber können auch mit einem Bachelor-Abschluss Zugang zur Promotion erhalten („Fast-Track-Programme“). Voraussetzung ist hier meist eine Prüfung.
Die Entscheidung über die Zulassung zur Promotion sowie über den Umfang der Anrechnung von Studienleistungen liegt jedoch bei den einzelnen deutschen Hochschulen. Daher muss die Anerkennung des Studienabschlusses beim Dekanat oder Promotionsausschuss der jeweiligen Fakultät beantragt werden. In manchen Fällen wird die Zulassung zur Pro-motion von einer weiteren Prüfung abhängig gemacht, die feststellt, ob die Kenntnisse auf dem Niveau des deutschen Studienabschlusses liegen.
Weitere Informationen kann man von den fachlich zuständigen Professoren erhalten. Hilfreich – gelegentlich sogar notwendig – sind Empfehlungsschreiben der eigenen Hochschullehrer.

F.: Wie gut muss ich Deutsch sprechen können?

A.: Auch wenn es sehr hilfreich ist, die Sprache des Gastlandes zu sprechen: Oft ist es nicht notwendig, die Dissertation in Deutsch zu verfassen. Auskunft darüber gibt die jeweilige Promotionsordnung, die meist auf der Website des Fachbereichs zur Verfügung steht. In strukturierten Programmen kann häufig auch auf Englisch promoviert werden. Wer sich bei einer Einzelpromotion für einen Promotionsstudiengang an einer Hochschule einschreiben will, muss in einigen Fällen einen Nachweis über eine Deutschprüfung erbringen.

F.: Wo ist der Unterschied zwischen einer „traditionellen“/ „individuellen“ und einer „strukturierten“ Promotion?

A.: Bei der „traditionellen Promotion“ (Individualpromotion) betreut eine Hochschullehrerin oder ein Hochschullehrer den Doktoranden, der in Absprache, aber dennoch sehr eigenständig sein Thema bearbeitet. Lehrveranstaltungen müssen häufig nicht besucht werden. Die Arbeit an der Promotion kann je nach Fachgebiet allein oder zusammen mit anderen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern geschehen, im Rahmen
- einer Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an einem Lehrstuhl
- eines Drittmittelprojekts an der Uni oder eines Forschungsinstituts (häufig in den Naturwissenschaften).
Die Individualpromotion ist auch neben einer (Forschungs-)Tätigkeit in der Industrie in Kooperation mit einer Universität möglich. Bei der Individualpromotion hängt die Dauer von der eigenen Zeitplanung ab – oder von der Stellenbefristung. Üblich sind drei bis fünf Jahre.
Strukturierte Promotionsprogramme ähneln dagegen eher dem angelsächsischen PhD-System und sind wie ein Studiengang aufgebaut. Hier kümmert sich ein Team von Betreuern um die Doktoranden. Die Programme beinhalten ein promotionsbegleitendes Stu-dienprogramm, sind häufig fächerübergreifend ausgerichtet und unterstützen meist auch die Ausbildung von Soft Skills und Zusatzqualifikationen. Die systematische und intensive Betreuung innerhalb dieser Programme ermöglicht in der Regel eine Promotion innerhalb von drei Jahren.

F.: Gibt es eine Übersicht über strukturierte Promotionsprogramme in Deutschland?

A.: Eine gemeinsame Datenbank für alle Programme gibt es bislang nicht, aber die meisten Programme sind über das Internet zu finden. Außerdem kann man in der Online-Datenbank „International Programmes in Germany“ (www.daad.de/idp) des DAAD nach einer Vielzahl von strukturierten Programmen recherchieren. Die dort verzeichneten Studiengänge sind gerade für internationale Doktoranden interessant, denn sie werden meist in Englisch (oder in einer anderen Fremdsprache) angeboten.
In der PhDGermany-Datenbank (www.phdgermany.de/datenbank) finden Sie viele Betreuungsangebote für „Individuelle Promotionen“.

F.: Was kostet die Promotion in Deutschland?

A.: Die Promotion an deutschen Universitäten kostet meistens nichts. Die ersten 6 Semester des Studiums sind kostenfrei, danach fallen Studiengebühren an. Trotzdem muss jeder eingeschriebene Doktorand den Semesterbeitrag von ca. 150 bis 200 Euro im Semester entrichten. Viele Doktoranden erhalten eine Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität oder finanzieren sich durch ein Stipendium. Promotionsstellen an Graduier-tenkollegs beinhalten das Stipendium meist schon.
Stipendien vergeben viele Förderinstitutionen wie der DAAD, die politischen Stiftungen und kleinere Stipendienprogramme.

F.: Wo finde ich Informationen zu Stipendien?

A.: Sie können in der DAAD-Stipendiendatenbank nach verschiedenen Fördermöglichkeiten suchen (deutsch, englisch und andere Sprachen).
Die Bewerbung erfolgt in der Regel über eine DAAD-Vertretung in Ihrem Heimatland.

F.: Was sind die Voraussetzungen für ein Stipendium, wie sind die Raten etc.?

A.: Über die Voraussetzungen, Raten und das Bewerbungsprozedere können Sie sich ebenfalls über die Stipendiendatenbank informieren. Dort sind alle für Sie passenden Stipendien mit detaillierter Beschreibung aufgelistet.