Studium finanzieren

Deutschland ist im europäischen Vergleich nicht teuer. Dennoch ist eine gesicherte Studienfinanzierung für den Studienerfolg sehr wichtig. Die anfallenden Kosten im Überblick.

Internationale Studierende, die einen Teil oder ihr gesamtes Studium in Deutschland absolvieren, müssen mit verschiedenen Kosten rechnen. Um sich einen besseren Überblick zu verschaffen, kann man nach Ausbildungs- und nach Lebenshaltungskosten differenzieren.

Ausbildungskosten

In Deutschland fällt grundsätzlich an allen Hochschulen und für alle Studierende der Semesterbeitrag an. Er hat nichts mit Studiengebühren zu tun und setzt sich zusammen aus Beiträgen für das Studentenwerk und für die studentische Selbstverwaltung (AstA). Der Semesterbeitrag enthält an vielen Hochschulen auch ein Semesterticket für den öffentlichen Personennahverkehr. Er ist von Hochschule zu Hochschule unterschiedlich hoch, liegt zwischen 100 und 250 Euro. Der Semesterbeitrag ist bei der Einschreibung für das Studium und vor Beginn jedes neuen Semesters zu überweisen. Ob darüber hinaus Kosten entstehen, für Arbeitsmaterialien oder Fachbücher, hängt vom konkreten Studienfach ab.

Zusammensetzung des Semesterbeitrags an der Universität Köln im Wintersemester 2014/15

Studentische Selbstverwaltung: 8,77 Euro
Studierendensport: 1,75 Euro
Semesterticket: 162,80 Euro
Fakultätszuweisung: 2,10 Euro
Studentenwerk: 59,00 Euro
Gesamt: 234,42 Euro

Studiengebühren

In einigen Bundesländern müssen zusätzlich Studiengebühren gezahlt werden. In Deutschland gab es lange Zeit keine Studiengebühren und die Einführung ist bis heute ein kontroverses politisches Thema. Aufgrund politischer Veränderungen wurden Studiengebühren in den meisten Bundesländern wieder abgeschafft. Aktuell gibt es nur in Niedersachsen Studiengebühren. Es ist das einzige Bundesland, in dem grundsätzlich Studiengebühren von bis zu 500 Euro pro Semester erhoben werden, auch für das Erststudium. Im Gegensatz zu den grundständigen Studiengängen fallen für weiterführende Studiengänge, wie Master- oder PhD-Programme, häufig Studiengebühren an. Die Höhe der Studiengebühren kann deutlich variieren, sagt aber nichts über die Qualität der Ausbildung aus.

Lebenshaltungskosten

Die Lebenshaltungskosten in Deutschland sind im europäischen Vergleich leicht überdurchschnittlich. Sie liegen deutlich unter denen von Ländern wie Dänemark, Luxemburg oder der Schweiz, sind aber im Vergleich zu vielen Ländern in Asien, Afrika oder Lateinamerika recht hoch.

Preisübersicht

1 Laib Brot: 1,20 - 3 Euro
1 Kilogramm Äpfel: 2 Euro
1 Kilogramm Kartoffeln: 1 Euro
1 Liter Milch: 0,60 - 1 Euro
1 Flasche Mineralwasser (0,75 Liter): 0,30 - 0,80 Euro
1 Tasse Kaffee (im Café): 2,50 Euro
1 Glas Bier (in einer Kneipe): 2 - 3 Euro
1 Pizza im Restaurant: 4 - 6 Euro
1 Paar Schuhe: 30 - 100 Euro
1 T-Shirt: 7 - 50 Euro
1 Hose: 30 bis 100 Euro
1 Kinokarte (ermäßigt): 5 - 8 Euro
1 Theaterkarte (ermäßigt): 6 - 30 Euro
1 Eintrittskarte Museum (ermäßigt): 2 - 8 Euro

Das durchschnittliche Monatsbudget eines deutschen Studierenden beträgt 864 Euro. Darin enthalten sind Miete, Fahrtkosten, Kosten für Ernährung, Kleidung, Lernmittel, Krankenversicherung, Telefon, Internet, Rundfunk- und Fernsehgebühren sowie Ausgaben für die Freizeitgestaltung. Nicht eingerechnet ist hier der Semesterbeitrag, der bei der Rückmeldung vor jedem neuen Semester zu bezahlen ist. So fallen gerade zu Semesterbeginn nochmals höhere Kosten an. Internationale Studierende verfügen über deutlich weniger Geld als ihre deutschen Kommilitonen und müssen ihren Alltag mit durchschnittlich 725 Euro im Monat bestreiten.

Wofür geben deutsche Studierende monatlich ihr Geld aus?

Miete (inkl. Nebenkosten): 298 Euro
Ernährung: 165 Euro
Kleidung: 52 Euro
Fahrtkosten (Auto/öffentliche Verkehrsmittel): 82 Euro
Krankenversicherung, Arztkosten. Medikamente: 66 Euro
Telefon/Internet/Rundfunk-TV-Gebühren, Porto: 33 Euro
Arbeitsmaterialien/Lernmittel (Bücher etc.): 30 Euro
Freizeit, Kultur und Sport: 68 Euro
Summe: 794 Euro

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