Technik von morgen gestalten

von Allwörden / DAAD

Letzte Aktualisierung: September 2017

„Made in Germany“ gilt weltweit als Gütesiegel; die deutsche Ingenieurskunst ist hoch angesehen. Die Berufsaussichten sind gut; in Deutschland gibt es kaum arbeitslose Ingenieure. Auch Frauen entscheiden sich immer häufiger für einen ingenieurwissenschaftlichen Studiengang.

Maschinenbau und Verfahrenstechnik, Elektrotechnik, Bauingenieurwesen und Architektur – das sind die vier großen ingenieurwissenschaftlichen Fachbereiche. Mehr als 3.500 ingenieurwissenschaftliche Studiengänge gibt es in Deutschland, darunter etwa 250 internationale Masterstudiengänge.

Auch in der Technik wird die interdisziplinäre Vernetzung immer wichtiger: Klassische ingenieurwissenschaftliche Fächer wachsen an deutschen Universitäten und Fachhochschulen zunehmend mit anderen Fachgebieten aus den Naturwissenschaften, der Medizin oder den Umweltwissenschaften zusammen. Ein sehr dynamisches Fachgebiet ist die Mechatronik, die Elemente aus dem Maschinenbau, der Elektrotechnik und der Informatik miteinander kombiniert. Innovative mechatronische Entwicklungen wie ABS-Systeme oder Industrieroboter sind aus dem Alltag längst nicht mehr wegzudenken.

Studienangebot: Welches Studium passt zu mir?

Allein im Maschinenbau reicht das Spektrum der Fachrichtungen vom Fahrzeugbau bis zur Reaktortechnik. Das Angebot spezialisierter Studiengänge ist daher groß. Auch in der Elektrotechnik ist viel in Bewegung. Vom Ton- und Bildingenieur über die Prozessautomatisierung bis hin zur Mikrosystemtechnik sind neue Studienangebote entstanden. Stadt- und Raumplanung wiederum sind in Deutschland zentrale Fachgebiete des Architekturstudiums, sie überschneiden sich zum Teil mit Inhalten des Bauingenieurwesens.

Wer sich für ein ingenieurwissenschaftliches Studium in Deutschland interessiert, sollte die verschiedenen Angebote der Hochschulen sorgfältig vergleichen. Die Wahl- und Vertiefungsmöglichkeiten können deutlich variieren. Vor allem Fachhochschulen legen viel Wert auf eine praxisorientierte Ausbildung. Informationen auf den Seiten der jeweiligen Universitäten und Hochschulen helfen dabei herauszufinden, welche Inhalte am besten zu den eigenen Interessen und Vorstellungen passen. Auch die großen Verbände Verein Deutscher Ingenieure (VDI) und Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) geben einen Überblick über die unterschiedlichen Studienprofile.

Voraussetzungen: Kreativität und Mathematik-Talent

Wie funktioniert die moderne Welt? Faszination für die Technik und der Wunsch, technologische Weiterentwicklungen mitzugestalten, sind beste Voraussetzungen für ein ingenieurwissenschaftliches Studium. Neugier und Kreativität sind in allen technischen Fachrichtungen ebenso wichtig wie eine Begabung für mathematisch-naturwissenschaftliche Fragestellungen und eine hohe Leistungsbereitschaft. Orientierung bietet das „TU9 SelfAssessment International“. Das Beratungsangebot führender Technischer Universitäten in Deutschland richtet sich an internationale Studierende, die sich für das Studium eines technischen oder naturwissenschaftlichen Faches in Deutschland interessieren. Der kostenlose Test ermöglicht eine bessere Einschätzung der eigenen Fähigkeiten und erleichtert die Studienentscheidung.

Frauen als Ingenieurinnen

„Ohne Frauen fehlt der Technik was!“, betont Sylvia Kegel, Vorstandsfrau beim deutschen ingenieurinnenbund e.V. (dib). Das Netzwerk setzt sich für Frauen in technischen Berufen ein und zeigt auf, welche Chancen und Berufswege ihnen offenstehen – auch international. Traditionell gelten die Ingenieurwissenschaften als Männerdomäne, doch es tut sich etwas. Seit 2005 ist der Anteil der Ingenieurinnen in Deutschland um drei auf immerhin 18 Prozent gestiegen. Die Zahl erwerbstätiger Frauen im Ingenieurberuf lag 2014 um gut 50 Prozent höher als neun Jahre zuvor. Frauen entscheiden sich häufig für vergleichsweise weniger technikorientierte Studiengänge wie Umwelttechnik, Medizintechnik oder neue Mobilitäts- und Kommunikationstechniken. „Sie wählen das Ingenieurstudium, da sie die menschlichen, sozialen und umweltschonenden Techniken vorantreiben wollen“, beobachtet Diplom-Ingenieurin Anna Biermann. Sie leitet den Arbeitskreis „Frauen im Ingenieurberuf“ beim Verein Deutscher Ingenieure (VDI). „Das ist erfreulich, denn um die ‚Welt zu retten‘ braucht es immer auch Ingenieurwissen.“

Berufsaussichten: Jobmotor Energiewende

Die Berufsaussichten für Absolventen ingenieurwissenschaftlicher Studiengänge sind sehr gut; die Nachfrage wächst in Deutschland seit Jahren ungebremst. Die Arbeitslosenquote liegt bei unter zwei Prozent, obwohl sich die Zahl der Studierenden seit der Jahrtausendwende nahezu verdoppelt hat. Die Automobilbranche bleibt eine Schlüsselindustrie und ist bei Berufseinsteigern besonders beliebt. Ein anhaltender Bauboom und Sanierungen im Zuge der Energiewende wiederum treiben in Deutschland den Bedarf an Bauingenieuren und Berufseinsteigern aus den Bereichen Energie- und Elektrotechnik voran.

Studienanfänger sollten ihre Entscheidung für ein Fach jedoch nicht allzu sehr von aktuellen Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt abhängig machen. Denn wirtschaftliche Rahmenbedingungen können sich im Laufe der Studienzeit ändern. Man darf nicht vergessen: Die Anforderungen in einem ingenieurwissenschaftlichen Studium sind hoch. Persönliche Fähigkeiten und die Motivation spielen deshalb eine besonders große Rolle.

Duales Studium in Deutschland

Für Techniker, die es besonders schnell in die berufliche Praxis zieht, eignet sich ein Duales Studium. Es verbindet die Ausbildung in einem Unternehmen mit dem Studium an einer Hochschule. Theoretisches Fachwissen lässt sich so unmittelbar in die Praxis umsetzen. Ein weiterer Vorteil: Studierende verdienen von Anfang an ihr eigenes Geld. Mehr Informationen finden Sie hier.