Tiere, Pflanzen und Ernährung

von Allwörden / DAAD

Letzte Aktualisierung: September 2017

Was haben Tierärzte, Forstwirte und Ernährungswissenschaftler gemeinsam? Auf jeden Fall ein ausgeprägtes naturwissenschaftliches Verständnis. Denn Physik, Biologie und Chemie spielen in allen Studiengängen dieser Fächergruppe eine große Rolle.

Die Tiermedizin gehört zu den beliebtesten Studiengängen in Deutschland. Ebenso wie in der Humanmedizin ist es deshalb gar nicht so leicht, einen Studienplatz zu bekommen. Bewerber brauchen einen sehr guten Notendurchschnitt, denn es gilt eine bundesweite Zulassungsbeschränkung für das Fach. Über die Vergabe der Studienplätze entscheidet die Stiftung für Hochschulzulassung.

Wer sich aus Liebe zu Tieren für das Studium entscheidet, sollte sich bewusst sein: Die Arbeit in einer Tierklinik oder einer Großtierpraxis kann körperlich sehr fordernd und anstrengend sein. Wochenenddienste und Nachteinsätze sind die Regel. „Praktika im Vorfeld können hilfreich sein, um sich ein realistisches Bild zu machen“, rät Astrid Behr vom Bundesverband Praktizierender Tierärzte. Vor allem in der Nutztierhaltung werden viele Tierärzte gebraucht und ein Praktikum IM Schlachthof ist Pflichtbestandteil vieler Studiengänge.

Veterinärmedizin: Jeder zweite Tierarzt ist selbstständig

Das Studium der Veterinärmedizin dauert in Deutschland knapp sechs Jahre und beginnt mit einem wissenschaftlich-theoretischen Teil von acht Semestern an einer Universität. Bereits in dieser Phase sammeln Studierende praktische Erfahrungen, nicht nur in der Behandlung von lebenden Tieren. Auch in der Lebensmittelüberwachung, auf dem Schlachthof und im öffentlichen Veterinärwesen sind Praxiswochen Pflicht. Nach einem Praktischen Jahr in einer Praxis oder Klinik schließen Tiermediziner mit dem Staatsexamen ab. Viele Absolventen machen anschließend eine eigene Praxis auf, jeder zweite Tierarzt in Deutschland ist selbstständig. Andere arbeiten als Angestellte in Praxen und Tierkliniken, in der Gesundheitskontrolle, als Fachberater in der Arzneimittelproduktion oder in der Leitung und Überwachung von Viehhandel und Fleischproduktion.

Nahrung für Ernährung – von Agrar- bis zu Ernährungswissenschaften

Die Zukunft der Landwirtschaft und Fragen der Ernährung sind für Menschen auf der ganzen Welt überlebenswichtig. Einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen zu sichern, ist eine der größten Herausforderungen der Zukunft. Das spiegelt sich auch in den vielfältigen Studienangeboten an deutschen Universitäten und Hochschulen wider – das Spektrum reicht von der Agrarökologie bis hin zur Ressourcenökonomie. Studierende, die sich beispielsweise besonders für nachwachsende Rohstoffe und Bioenergie interessieren, lernen in den entsprechenden Studiengängen die gesamte Prozesskette kennen, vom Landwirt bis zum Verbraucher. Sie entwickeln nachhaltige Strategien bei der Erzeugung und Umwandlung von Rohstoff- und Energiepflanzen zum jeweiligen Produkt.

Mehr als 200 agrar- und forstwissenschaftliche Studiengänge an deutschen Universitäten und Hochschulen beschäftigen sich mit der Gestaltung, Nutzung und Entwicklung des ländlichen Raums. Hinzu kommen mehr als 60 Studiengänge in den Ernährungswissenschaften, die eine große Bandbreite an Themen abdecken, von der Ernährung in Entwicklungsländern über die ernährungsphysiologische Bewertung von Lebensmitteln bis hin zur Ernährungs- und Verbraucherberatung. Zu unterscheiden ist zwischen den Ernährungswissenschaften, der Trophologie, und der Ökotrophologie, die zudem das Fach Haushaltswirtschaft beinhaltet. Neben ernährungswissenschaftlichen Inhalten werden in der Ökotrophologie auch wirtschaftliche und sozialwissenschaftliche Kompetenzen vermittelt.

Gesundheitsfragen im Blick

An der Schnittstelle von Biomedizin, Lebensmittelwissenschaft und Public Health nehmen die Ernährungswissenschaften einen immer wichtigeren Stellenwert ein. Sie beschäftigen sich mit der Frage, wie Nahrungsmittel den menschlichen Stoffwechsel beeinflussen und steuern. Ernährungswissenschaftler erforschen Krankheiten wie Diabetes oder Krebs und sind als Experten gefragt, wenn es darum geht, den gesundheitspolitischen Herausforderungen unserer Zeit mit Erkenntnissen der Ernährungsforschung zu begegnen.

Ernährungswissenschaftler arbeiten für Kantinen und Großküchen, aber auch in der Produktentwicklung, in der chemischen Industrie oder in der Marktforschung. Englischsprachige Angebote bereiten speziell auf eine Tätigkeit in der internationalen Ernährungswirtschaft vor.