Um einen Studienplatz bewerben

Wer sich um einen Studienplatz an einer deutschen Hochschule bemüht, muss einige Regeln beachten.

Wie und wo man sich für das Studium an einer deutschen Hochschule bewerben muss, hängt von drei Faktoren ab:

  • Welches Fach möchte ich studieren?
  • Wo habe ich meinen Schulabschluss gemacht?
  • Welchen Abschluss (Bachelor, Master) strebe ich an?

Auch wer die allgemeinen Zugangsvoraussetzungen erfüllt und seinen Wunschstudiengang gefunden hat, kann sich häufig nicht direkt einschreiben. Denn es gibt viele Studiengänge, in denen die Nachfrage das Angebot übersteigt. Das heißt, dass für einen Studiengang nur eine bestimmte Anzahl von Plätzen vergeben wird. In diesem Fall müssen Bewerber zunächst ein Zulassungsverfahren durchlaufen. Die Studiengänge, die einem solchen Zulassungsverfahren unterliegen, sind entweder örtlich oder bundesweit zulassungsbeschränkt. In den übrigen Studiengängen, die keiner Zulassungsbeschränkung unterliegen, kann man sich direkt einschreiben.

Bundesweite Zulassungsbeschränkung

Die Studiengänge der Medizin, Pharmazie, Tiermedizin und Zahnmedizin sind so beliebt, dass sie an allen Hochschulen in Deutschland zulassungsbeschränkt sind, d. h. einem Numerus Clausus (NC, lateinisch für „geschlossene Anzahl“) unterliegen. Die Bewerbung und die Vergabe von Studienplätzen für diese Studiengänge erfolgt zentral über die Stiftung für Hochschulzulassung. Ausländische Studienbewerber müssen sich aber teilweise direkt bei den Hochschulen oder über die Arbeits- und Servicestelle für Internationale Studienbewerbungen (uni-assist) bewerben.

Die Bewerbung muss in der Regel zum 15. Januar für das Sommersemester und zum 15. Juli für das Wintersemester vorliegen. Die Bewerbungstermine für ausländische Studierende können aber an einzelnen Hochschulen davon abweichen.

Örtliche Zulassungsbeschränkung

Es gibt auch Studiengänge, die nur an bestimmten Hochschulen zulassungsbeschränkt sind. Örtlich zulassungsbeschränkte Studiengänge werden häufig auch als NC-Studiengänge bezeichnet. Der NC wird nicht willkürlich festgelegt, sondern ergibt sich jedes Semester neu aus Angebot und Nachfrage nach Studienplätzen in einem Studiengang. Aus den aktuell vorliegenden Bewerbungen wird die Durchschnittsnote errechnet, die mindestens vorliegen muss, um zugelassen zu werden. Man kann nicht sagen, wie hoch der NC im Semester der eigenen Bewerbung sein wird, aber die Werte aus den letzten Semestern sind nützliche Anhaltspunkte. Manchmal werden auch bestimmte Noten stärker gewichtet – zum Beispiel in Mathe und Physik für einen Ingenieursstudiengang.

Abgesehen von der Durchschnittsnote können die Hochschulen weitere Kriterien festlegen, die bei der Auswahl eine Rolle spielen, wie Motivationsschreiben, Tests oder Auswahlgespräche. Die Kriterien unterscheiden sich zwischen den Hochschulen und Studiengängen. Daher ist es wichtig, sich vor der Bewerbung direkt bei den Studienberatungsstellen der Hochschulen zu informieren. Auf der Seite des Hochschulkompass kann man die Studienberatungsstellen recherchieren.

Fünf Tipps zum NC

  • viele Bewerbungen verschicken: Wer mehr Bewerbungen bei verschiedenen Hochschulen und für verschiedene Studiengänge verschickt, hat größere Chancen, erfolgreich zu sein.
  • für weniger beliebte Orte entscheiden: Die meisten Studierenden wollen in die Großstädte oder in die klassischen Universitätsstädte. Daher kann es ein Vorteil sein, sich an Hochschulorten zu bewerben, die nicht so gefragt sind.
  • Zusatzpunkte sammeln: Der Abiturschnitt ist zwar das das wichtigste, aber nicht immer das einzige Kriterium, nach dem Hochschulen ihre Studienplätze vergeben. Manchmal werden einzelne Noten stärker gewichtet oder es gibt Eignungsprüfungen.
  • auf das Losglück hoffen: Die Hochschulen verlosen einige Studienplätze, da die Auserwählten wieder absagen. Deshalb bei den Hochschulen über Termine und Bedingungen informieren, um sich rechtzeitig zu bewerben.
  • im Sommersemester beginnen: Wenn es im Wintersemester nicht klappt, kann man sich bei rund einem Viertel aller Bachelorstudiengänge auch zum Sommersemester bewerben. Außerdem können sich die NC-Werte in der neuen Auswahlrunde verändern.

Bewerbungsunterlagen, Termine und Kosten

Wer sich für eine Hochschule und einen Studiengang entschieden hat, kontaktiert als erstes das Akademische Auslandsamt. Dort erfährt man, wie der Bewerbungsprozess aussieht und welche Unterlagen man einreichen muss. Je nachdem, wo man sich bewirbt, können für die Bewerbung Gebühren anfallen.

In der Regel muss man folgende Unterlagen einreichen:

  • eine amtlich beglaubigte Kopie des Zeugnisses der Hochschulreife in der Originalsprache
  • eine Fächer- und Notenübersicht in vereidigter Übersetzung
  • eine amtlich beglaubigte Kopie aller eventuell vorher erworbenen Hochschulzeugnisse mit den Fächer- und Notenübersichten
  • ein Passfoto
  • eine einfache Kopie des Reisepasses (nur die Seite mit Namensangabe und Foto)
  • Sprachnachweise (in amtlich beglaubigter Kopie oder mit Online-Verifizierungs-Code)

An vielen Hochschulen beginnt Anfang Mai die Bewerbungsphase für das Wintersemester, Schluss ist in der Regel am 15. Juli. Für das Sommersemester beginnt die Bewerbungsphase meist Anfang Dezember und geht bis zum 15. Januar. Der Zulassungsbescheid wird im August/September bzw. Februar/März verschickt. Der Ablehnungsbescheid kommt häufig etwas später. Bei privaten Hochschulen weichen die Fristen oft davon ab.

Checkliste zur Bewerbung für einen Studiengang

Häufig scheitern Bewerbungen aus formalen Gründen – zum Beispiel, weil die Unterlagen nicht vollständig oder fristgerecht eingereicht werden. Wenn Sie Ihre Bewerbung genau prüfen, können Sie Fehler vermeiden. Folgende Fragen können dabei helfen:

  • Welche Voraussetzungen müssen Sie für den Studiengang Ihrer Wahl erfüllen?
  • Wo müssen Sie sich bewerben?
  • Bis wann müssen Sie sich bewerben?
  • Welche Unterlagen müssen Sie – in beglaubigter Kopie – beilegen?