Unterkunft finden

Anders als in anderen Ländern erhalten die Studierenden an deutschen Hochschulen mit der Einschreibung keine Unterkunft. Daher ist es wichtig, rechtzeitig mit der Suche zu beginnen.

Die Wohnraumsituation für Studierende ist grundsätzlich schwierig, preiswerter Wohnraum nicht leicht zu finden. Bei den monatlichen Ausgaben ist die Miete der größte Posten, für sie zahlen Studierende im Durchschnitt 298 Euro pro Monat. Dabei gibt es regionale Unterschiede: In den westdeutsche Großstädten und in den klassischen Hochschulstädten wie Heidelberg, Tübingen oder Freiburg ist die Lage am schwierigsten. In Ostdeutschland hingegen ist sie entspannter, die durchschnittlichen Mietpreise sind geringer.

Wer sein Studium zum Sommersemester beginnt, hat es leichter, da rund 80 Prozent der Erstsemester im Winter beginnen. Es ist deshalb wichtig, rechtzeitig mit der Suche zu beginnen. Für das Wintersemester fängt man am besten schon im Sommer an zu suchen, spätestens aber, sobald man den Studienplatz sicher hat. Hilfreich ist es auch, sich im Freundes- oder Bekanntenkreis umzuhören, zu dem auch soziale Netzwerke wie Facebook zählen.

Studentenwohnheime

Studentenwohnheime sind die günstigste Wohnmöglichkeit für Studierende. Sie bieten unterschiedliche Wohnformen an – zum Beispiel Zimmer in Flur- oder Wohngemeinschaften, Appartements oder Familienwohnungen. Die Miete ist abhängig von der Ausstattung, Lage und Größe der Zimmer. Studierende zahlen im Durchschnitt 240 Euro pro Monat für ein Zimmer. Über 40 Prozent der ausländischen Studierenden in Deutschland wohnen in Studentenwohnheimen. Sie schätzen nicht nur die geringen Kosten, sondern auch die Möglichkeit, andere Studierende kennenzulernen.

Wer sich für einen Platz in einem Wohnheim anmelden möchte, wendet sich direkt an das Studentenwerk seines Studienortes. Die Webseiten der Studentenwerke informieren über Wohnplatzangebote, Anmeldefristen und -bedingungen. Eine große Auswahl an deutschen Studentenwohnheimen findet man auch in der Wohnheimfinder-Datenbank des DAAD. Es ist wichtig, sich frühzeitig um einen Wohnheimplatz zu bemühen, da sie sehr beliebt sind und es nur ein begrenztes Kontingent gibt.

Wohngemeinschaften (WGs)

Wer nicht ins Wohnheim ziehen möchte oder dort kein Zimmer findet, muss sich auf dem freien Wohnungsmarkt umsehen. Wohngemeinschaften zählen dabei zur beliebtesten Wohnform, über 30 Prozent der Studierenden in Deutschland wohnen in einer WG. Das Prinzip ist einfach: Mehrere Personen teilen sich eine Wohnung. Jeder hat dabei ein eigenes Zimmer, Küche und Bad werden gemeinschaftlich genutzt. Anfallende Kosten wie Miete, Strom oder Internet werden geteilt. Ein Zimmer in einer WG ist zwar teurer als in einem Studentenwohnheim, aber immer noch recht günstig. Studierende zahlen durchschnittlich 280 Euro pro Monat dafür.

Im Internet gibt es zahlreiche Plattformen, die Zimmer vermitteln. Dazu zählen www.wg-gesucht.de, www.studenten-wg.de, www.wgfinden.de und www.wg-cast.de. Die Studentenwerke betreiben ebenfalls Wohnraumbörsen. An allen Unis gibt es außerdem mindestens eine Wand mit einem schwarzen Brett, an der Zettel mit WG-Anzeigen hängen. Alternativ kann man auch selber einen Zettel aufhängen.

Wohnung

Wer lieber alleine wohnt, kann sich auch eine eigene Wohnung nehmen. Sie ist die komfortabelste, aber auch teuerste Wohnform. Für sie zahlen Studierende im Durchschnitt 357 Euro pro Monat. Um eine eigene Wohnung zu finden, können Wohnungssuchende auf die Möglichkeiten zurückgreifen, die im Abschnitt Wohngemeinschaft geschildert werden. Es gibt aber auch spezielle Internetseiten – zum Beispiel www.immobilienscout24.de, www.immowelt.de und www.immonet.de. Außerdem lohnt es sich, mittwochs und samstags Zeitungen am Studienort zu kaufen und die Wohninserate zu lesen. Gerade ältere Vermieter vermitteln ihre Wohnungen auf diesem Weg. Ebenfalls hilfreich ist es, eigene Gesuche in der Zeitung aufzugeben anstatt nur auf Annoncen zu reagieren.

Zwischenlösung

Die meisten größeren Universitätsstädten richten zu Beginn des Wintersemesters Notunterkünfte ein, bis alle Studierenden ein freies Zimmer gefunden haben, zum Beispiel in Turnhallen. Wem das zu chaotisch und unpersönlich ist, der kann für einen gewissen Zeitraum in ein Hostel oder eine Jugendherberge ziehen. Angebote gibt es zum Beispiel unter www.hostelworld.com, www.hostelbookers.com und www.jugendherberge.de. Vielleicht ist für ein paar Tage auch noch irgendwo eine Couch frei, mehr dazu unter www.couchsurfing.org.