Das eigene Zimmer

Letzte Aktualisierung: September 2017

Wer an einer deutschen Hochschule studieren möchte, muss sich selbst um eine Unterkunft kümmern. In manchen Städten ist das gar nicht so einfach. Es lohnt sich deshalb, rechtzeitig mit der Wohnungssuche zu beginnen.

Studierende in Deutschland haben es oft schwer, preiswerte Wohnungen zu finden. Die Miete ist meistens der größte Posten im monatlichen Budget. Im Durchschnitt zahlen Studierende 298 Euro pro Monat für ihr Zimmer. Je nach Region gibt es aber Unterschiede. Unterkünfte in großen Städten wie München, Hamburg und Frankfurt am Main und klassischen Hochschulorten wie Freiburg und Tübingen sind teuer. Eine Ein-Zimmer-Wohnung in Frankfurt kostet etwa 500 Euro, in München sogar mehr. Für eine Unterkunft in Berlin zahlen Studierende, die allein wohnen wollen, im Schnitt 380 Euro. In Ostdeutschland lebt es sich viel günstiger als im Westen: Eine kleine Wohnung in Leipzig kostet durchschnittlich 300 Euro Miete. Noch preiswerter wird es für diejenigen, die sich mit anderen Studierenden eine Wohnung teilen.

Der richtige Zeitpunkt

Sobald der Studienplatz feststeht, sollten Sie mit der Wohnungssuche beginnen. Das Akademische Auslandsamt Ihrer Hochschule in Deutschland kann Ihnen dabei weiterhelfen. Auch lassen sich zum Beispiel in den sozialen Netzwerken immer wieder Angebote finden. Wer im Sommersemester ins Studium einsteigt, hat weniger Sorgen bei der Wohnungssuche. Lediglich jeder Zehnte beginnt sein Studium in Deutschland zu diesem Zeitpunkt, weil viele Fächer nur ab dem Wintersemester angeboten werden.

Kleines Miet-Lexikon

Die Monatsmiete für eine Wohnung wird in Kalt- und Warmmiete unterteilt. Kaltmiete ist der Teil Ihrer Mietausgaben, der die Nutzung eines oder mehrere Räume umfasst. Gemeinsam mit den Kosten für Müllabfuhr, Wasser, Gas, Heizung und andere Leistungen im Haus, den sogenannten Nebenkosten, ergibt sich die Warmmiete. Für fast jede Wohnung wird außerdem eine Kaution fällig. Sie beträgt meistens drei monatliche Kaltmieten und dient dem Vermieter als Sicherheit. Beim Auszug erhalten Sie die Kaution zurück, wenn die Wohnung in gutem Zustand ist.

Option 1: Wohnheim

Wohnheime bieten oft die günstigsten Wohnmöglichkeiten für Studierende. In vielen Hochschulstädten gibt es mehrere von ihnen. Dort leben Sie gemeinsam mit anderen Studierenden in einem Haus und teilen sich bestimmte Räume, zum Beispiel Bad und Küche. Die Miete ist abhängig von der Lage, der Größe und Ausstattung. In den Wohnheimen der Studentenwerke kostet ein Zimmer im Durchschnitt 234 Euro im Monat. Weil die Zimmer sehr beliebt sind, ist es wichtig, sich rechtzeitig um einen Platz zu kümmern. 37 Prozent der internationalen Studierenden, die nach Deutschland kommen, ziehen in Studentenwohnheime.

++ geringe Kosten, viel Kontakt zu anderen Studierenden
-- wenig Privatsphäre, sehr gefragte Wohnungen

Und so geht es: Wenn Sie sich für einen Platz in einem Wohnheim anmelden möchten, wenden Sie sich an Ihr lokales Studentenwerk. Anmeldefristen und -bedingungen finden Sie im Internetangebot der Studentenwerke. Auch das Akademische Auslandsamt kann weiterhelfen.

DAAD-Wohnheimfinder

Eine große Auswahl an deutschen Studentenwohnheimen gibt es im DAAD-Wohnheimfinder.

Option 2: Wohngemeinschaft (WG)

Wer nicht ins Wohnheim ziehen möchte oder dort kein Zimmer findet, kann sich eine Wohngemeinschaft (WG) suchen. Dort leben mehrere Studierende zusammen in einer privaten Wohnung. Gemeinsam genutzt werden Küche, Bad und manchmal ein Wohnzimmer, aber jeder hat sein eigenes Zimmer. Kosten für Miete, Strom und Internet werden geteilt. Diese Form des Zusammenlebens gehört zu den beliebtesten unter jungen Menschen in Deutschland: Über 30 Prozent der Studierenden in Deutschland wohnen in einer WG. Im Durchschnitt zahlen Studierende 280 Euro pro Monat für ein WG-Zimmer.

++ günstige Miete, direkte Verbindung zu deutschen und internationalen Studierenden
-- Kompromisse bei der Nutzung der gemeinsamen Wohnung

Und so geht es: Auf verschiedenen Online-Plattformen können Sie nach Zimmern suchen oder selbst eine Suchanzeige aufgeben. In Hochschulen hängen WG-Anzeigen zum Beispiel an Schwarzen Brettern. Man darf auch selbst einen Zettel dazu hängen.

Die Studentenwerke

Auch die Studentenwerke bieten Portale mit privaten Wohnungsanzeigen. Ihr Studentenwerk finden Sie hier.

Option 3: Eigene Wohnung

Wer lieber alleine wohnt, kann sich eine eigene Wohnung nehmen. Sie ist die komfortabelste, aber auch teuerste Wohnform. Studierende zahlen im Durchschnitt 357 Euro pro Monat dafür.

++ viel Freiheit und Privatsphäre
-- hohe Kosten, wenig Alltagskontakt zu anderen Studierenden

Und so geht es: Um eine eigene Wohnung zu finden, können Sie spezielle Internetseiten nutzen und die Lokalzeitung in Ihrem Studienort nach Anzeigen durchsuchen. Oder Sie geben ein eigenes Gesuch in der Zeitung auf.

Die Zwischenlösung

Sie haben noch keine Unterkunft, wenn das Semester in Deutschland beginnt? Dann können Sie es mit einer Zwischenmiete versuchen: Viele Studierende vermieten ihre Zimmer für einen begrenzten Zeitraum unter, wenn sie selbst ins Ausland gehen oder ein Praktikum an einem anderen Ort machen. In einigen Städten bieten Studentenwerke und Hochschulgemeinden auch Übernachtungsmöglichkeiten für die ersten Tage an. Sie können auch ein Zimmer in einem Hostel, einer Jugendherberge oder einer privaten Pension mieten, bis Sie eine Wohnung gefunden haben.