Die richtige Hochschule finden

Deutschland hat viele unterschiedliche Hochschulen. Sie alle bieten exzellente Qualität. Bei dieser großen Auswahl fällt es nicht leicht, sich zu entscheiden. Wir helfen Ihnen bei der Orientierung.

In Deutschland gibt es über 380 staatlich anerkannte Hochschulen an 175 Orten mit über 15 000 Studiengängen. Diese Hochschulen sind prinzipiell gleichrangig. Aber jede hat ihre eigenen Stärken. Gemeinsam ist allen: Professoren und Dozenten sind wissenschaftlich hochqualifiziert, und Sie erhalten dort staatlich anerkannte Studienabschlüsse auf hohem Niveau. Doch es gibt auch einige Unterschiede, die Sie kennen sollten.

Es gibt drei Arten von Hochschulen:

An den 109 Universitäten liegt der Schwerpunkt auf der Vermittlung von methodischem und theoretischem Wissen. Forschung und Lehre sind eng miteinander verknüpft. Universitäten bieten ein breites Fächerspektrum an: Rechtswissenschaften, Geistes- und Kulturwissenschaften, Natur- und Wirtschaftswissenschaften sowie Medizin. Auch wenn Sie in Deutschland den Doktortitel erlangen wollen, sind Sie an einer Universität richtig.

Universitäten mit Fächerschwerpunkten

Manche Universitäten haben sich auf bestimmte Fachgebiete spezialisiert und nennen sich dann Technische Universität (TU), Technische Hochschule (TH) oder Pädagogische Hochschule (PH). Einige wenige konzentrieren sich sogar auf ein einziges Fachgebiet. Dazu zählen: die Medizinische Hochschule Hannover, die Tierärztliche Hochschule Hannover oder die Deutsche Sporthochschule Köln.

Die Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer setzt auf postuniversitäre Weiterbildung. In den Verwaltungshochschulen des Bundes und der Länder können in bestimmten Fällen auch Bewerber aus den Mitgliedstaaten der Europäischen Union studieren.

Die Ausbildung an den 216 Fachhochschulen („Universities of Applied Sciences“) ist stark auf die berufliche Praxis ausgerichtet. Hier werden Sie auf den Einsatz in bestimmten Arbeitsfeldern vorbereitet, etwa Technik, Wirtschaft, Sozialarbeit oder Mediengestaltung. Zum Studium gehören Praktika und Praxissemester.

Studium und Beruf

Einen noch stärkeren Praxisbezug haben die Berufsakademien (auch „Duale Hochschulen“): Sie bieten ein Fachstudium (vor allem Wirtschaft, Technik, Sozialwesen) in Kombination mit einer Berufsausbildung an. Eine Hürde für internationale Studierende: Hier kann nur studieren, wer einen Ausbildungsvertrag mit einem Unternehmen hat (Liste der Berufsakademien in Deutschland).

Ein Studium an einer der 55 Kunst-, Film- oder Musikhochschulen ist die richtige Wahl, wenn Sie eine künstlerische Begabung zum Beruf machen wollen. Ob Malerei, Musik, Gesang, Regie oder Schauspiel: Voraussetzung für ein solches Studium ist ein besonderes künstlerisches Talent, das Sie in einer Aufnahmeprüfung unter Beweis stellen müssen. Besonders Begabte können auch zugelassen werden, wenn sie nicht die formalen Voraussetzungen für den Hochschulzugang erfüllen.

Bildung ist Ländersache

In Deutschland gibt es 16 Bundesländer. Jedes hat eine eigene Landesregierung und eigene Hochschulgesetze. Außerdem sind die Hochschulen in Deutschland weitgehend selbstständig. Darum gilt: Fragen Sie immer nach, welche Bestimmungen im konkreten Fall an der Hochschule Ihrer Wahl gelten.

Staatlich oder privat?

Die meisten Hochschulen (240) in Deutschland werden vom Staat finanziert. Wenn Sie dort studieren, bezahlen Sie meist keine oder nur geringe Studiengebühren. Die große Mehrheit der Studierenden ist an staatlichen Hochschulen eingeschrieben. Daneben gibt es private sowie kirchliche Hochschulen. Die Qualität der Lehre ist an beiden Hochschultypen vergleichbar gut.

Private Hochschulen

Erst seit Kurzem wird das Angebot privater Hochschulen ausgebaut. Ihre Anzahl ist in den letzten zehn Jahren von 24 auf 100 angestiegen. Die Meisten sind Fachhochschulen. Derzeit studieren rund fünf Prozent aller Studierenden an einer privaten Hochschule.

Private Hochschulen werden aber für immer mehr Studienanfänger attraktiv. Einige der Gründe dafür sind die kleine Studiengruppen, die enge Anbindung an die Wirtschaft und ihre starke internationale Ausrichtung. Allerdings werden dort manchmal hohe Studiengebühren verlangt; ein Studium kann bis zu 30 000 Euro kosten.

Wichtig: Wenn Sie an einer Privathochschule studieren wollen, sollten Sie unbedingt prüfen, ob sie staatlich anerkannt ist. Denn ohne staatliche Anerkennung werden die Studienabschlüsse auf dem internationalen Arbeitsmarkt nicht anerkannt.

Kirchliche Hochschulen

Einige wenige Hochschulen in Deutschland (40) werden von der evangelischen oder der katholischen Kirche finanziert. Dort werden Priester und Theologen, Sozial-, Heil- und Religionspädagogen, Fachkräfte für das Pflege- und Gesundheitswesen und Kirchenmusiker ausgebildet. Die Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg steht Studierenden aller Glaubensrichtungen offen.

Liste deutscher Hochschulen:

Diese Daten werden dem DAAD freundlicherweise von der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) zur Verfügung gestellt.
Hochschulort:

Hochschultyp:


Wie Sie dann an den deutschen Hochschulen das für Sie passende Studienprogramm finden, das erklären wir Ihnen auf der folgenden Seite „Das richtige Programm finden“.