Studium organisieren

Hüttermann / DAAD

Als Studierender hat man viele Freiheiten, aber auch Pflichten, wie die Kurswahl und Gestaltung des Stundenplans. Eigenverantwortung ist gefragt.

Wie gut man durchs Studium kommt, hängt vor allem davon ab, wie gut man sich organisieren kann – und davon, sich selber zu motivieren, hinzugehen und zu lernen.

Wo bekomme ich meinen Stundenplan?

Jeder Studierende muss sich seinen Stundenplan selbst zusammenstellen. Normalerweise findet man im Modulhandbuch jedes Studiengangs die Veranstaltungen, die man besuchen und bestehen muss, um seinen Abschluss zu bekommen. Es gibt nicht nur Pflichtveranstaltungen, sondern auch Wahlpflichtveranstaltungen, bei denen man aus verschiedenen Angeboten wählen kann. Hilfreich für die Zusammenstellung sind auch das kommentierte Vorlesungsverzeichnis (KVV), der Studienverlaufsplan sowie die Studien- und Prüfungsordnung. Auf den Internetseiten der Hochschule oder des Studiengangs findet man häufig Hinweise, wie man am besten vorgeht. Manchmal gibt es auch Online-Portale, auf denen man mit ein paar Klicks seinen Stundenplan zusammenstellen und ausdrucken kann.

Hilfe beim Stundenplan

Der Stundenplan ist bei den Orientierungswochen und Einführungsveranstaltungen ein wichtiges Thema. Wenn man Fragen hat und Hilfe braucht, kann man sich auch an die Fachstudienberatung oder die Kommilitonen in der Fachschaft wenden. Dort gibt es häufig Musterstundenpläne, an denen man sich orientieren kann.

Welche Arten von Lehrveranstaltungen gibt es?

Der Begriff Lehrveranstaltung bezeichnet eine Unterrichtseinheit im Rahmen eines Studiums an einer Hochschule. Es gibt unterschiedliche Typen von Lehrveranstaltungen. Manche sind theoretisch, andere praktisch und diskursiv angelegt.

Die wichtigsten Formen von Lehrveranstaltungen sind:

  • Vorlesung: Veranstaltung in einem Hörsaal, bei der ein Dozent einen anderthalbstündigen Vortrag zu einem bestimmten Thema hält. Meist viele Zuhörer, wenig Diskussion.
  • Seminar: Lehrveranstaltung, in der Studierende untereinander und gemeinsam mit dem Dozenten wissenschaftliche Themen und Fragestellungen diskutieren, häufig mit Referaten der Studierenden.
  • Übung: Dieses Angebot ergänzt Vorlesungen oder Seminare um einen praktischen Teil. Die Studierenden lösen unter fachlicher Anleitung Übungsaufgaben oder wenden die zuvor erlernten wissenschaftlichen Methoden an.
  • Tutorium: Hier bereitet man den Lernstoff mit Studierenden aus höheren Semestern, den sogenannten Tutoren, nach. Sie beantworten nicht nur alle Fragen, sondern geben auch Tipps zu Prüfungsinhalten.
  • E-Learning: Manche Professoren oder Dozenten stellen ihre Lehrveranstaltung oder Lernmaterialien auf Online-Plattformen zur Verfügung. Wer etwas verpasst hat oder vertiefen möchte, findet es hier.
  • Laborpraktikum: In den naturwissenschaftlichen Studiengängen stehen Laborpraktika auf dem Programm. Hier lernt man die Grundlagen des wissenschaftlichen Experimentierens in eigenen Versuchen.
  • Service-Learning: Eine in Deutschland recht neue, aus den USA stammende Lehrform, bei der Studierende ihr an der Hochschule erworbenes Wissen in gemeinnützigen Projekten anwenden.

Zeitintensives Studium

Lehrveranstaltungen müssen nicht nur besucht, sondern auch vor- und nachbereitet werden. Hinzu kommen die zeitintensiven Prüfungsleistungen, ob Referat, Hausarbeit oder Klausur. Gerade die Klausurvorbereitung darf man nicht unterschätzen. Dafür sollte man mehrere Wochen Vorbereitungszeit einplanen.

Welche Leistungen muss ich erbringen?

Ein Studium gliedert sich in mehrere Module, die aus aufeinander abgestimmten Lehrveranstaltungen bestehen. Sie fassen ein Themengebiet inhaltlich und organisatorisch zusammen. Dabei unterscheidet man zwischen Pflichtmodulen, die auf jeden Fall besucht und bestanden werden müssen, und Wahlpflichtmodulen, bei denen man aus verschiedenen Angeboten wählen kann. Außerdem gibt es Wahlmodule, bei denen die Auswahl sehr frei ist, häufig kann man auch Veranstaltungen aus anderen Fächern wählen.

Was sind Creditpoints?

Wer ein Modul erfolgreich abgeschlossen hat, erhält eine dafür vorgesehene Anzahl an Creditpoints, auch Leistungspunkte genannt. Typische Prüfungsleistungen sind Referate, Hausarbeiten oder Klausuren. Die genauen Anforderungen, Inhalte und Abläufe sind in der Prüfungsordnung geregelt. Die Creditpoints sagen nicht aus, mit welcher Note etwas abgeschlossen wurde, sondern nur, dass etwas abgeschlossen wurde. An ihnen kann man ablesen, wie weit man schon fortgeschritten ist im Studium.

Im Laufe eines sechssemestrigen Bachelorstudiums beispielsweise erarbeitet sich ein Studierender 180 Creditpoints. Die Studiengänge sind meist so aufgebaut, dass man 30 Creditpoints pro Semester erreichen muss, um sein Studium innerhalb der Regelstudienzeit abzuschließen. Dabei ist ein studentischer Arbeitsaufwand von 30 Stunden, auch Workload genannt, vorgesehen, um einen Creditpoint zu erhalten.