Krankenversicherung

Hüttermann / DAAD

Das deutsche Gesundheitssystem mit seinem dichten Netz an hochqualifizierten Ärzten gilt als eines der besten der Welt. Als Studierender in Deutschland profitieren Sie von optimaler medizinischer Versorgung bei gleichzeitig günstigem Versicherungsschutz. Entweder über eine preiswerte studentische Pflichtversicherung bei einer deutschen Krankenversicherung. Oder mit einem bestehenden und in Deutschland anerkannten Krankenversicherungsschutz aus Ihrem Heimatland. In jedem Fall gilt: Ohne Krankenversicherung können Sie sich nicht an einer deutschen Hochschule einschreiben.

Krankenversicherung für Studierende

Wenn Sie in Deutschland studieren möchten, brauchen Sie immer eine Krankenversicherung. Alle gesetzlichen Krankenkassen des Landes sind verpflichtet, Studierende bis zum 30. Lebensjahr (oder bis zum Ende des 14. Fachsemesters) zum günstigen Studierendentarif zu versichern. Wenn Sie während Ihrer Studienzeit in Deutschland das 30. Lebensjahr (oder das 14. Fachsemester) überschreiten, können Sie die gesetzliche Versicherung mit höherem Beitrag weiterführen. Wenn Sie bei Studienbeginn bereits älter als 29 Jahre alt sind, können Sie sich nur noch privat versichern.

Wichtig: Klären Sie vor Ihrer Abreise, ob die Krankenversicherung aus Ihrem Heimatland auch in Deutschland anerkannt wird! Das ist der Fall:

  • wenn zwischen Ihrem Land und Deutschland ein Sozialversicherungsabkommen besteht. Dies gilt unter anderem für die Mitgliedsländer der Europäischen Union sowie für Island, Liechtenstein, Norwegen, die Schweiz und Mazedonien. Eine aktuelle Liste der betreffenden Länder finden Sie auf der Seite der Deutschen Verbindungsstelle Krankenversicherung – Ausland
  • bei bestimmten Inlands- oder Auslandskrankenversicherungen.

Sie kommen aus einem Land, mit dem ein Sozialversicherungsabkommen besteht?

Informieren Sie sich rechtzeitig beim Akademischen Auslandsamt Ihrer Universität, welche Papiere Sie als Nachweis Ihres Versicherungsschutzes vorlegen müssen. EU-Mitglieder benötigen meist eine Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) oder das Formular E 128/E 111.

Achtung: Nicht immer übernehmen ausländische Versicherungen alle Kosten einer medizinischen Behandlung in Deutschland. Dann müssen Sie die Mehrkosten selber tragen.

Versichert im Heimatland

Sie sind in Ihrem Heimatland versichert?
Informieren Sie sich bei Ihrer Krankenversicherung, ob sie auch in Deutschland anerkannt wird. Wenn ja, brauchen Sie für die Einschreibung an der deutschen Hochschule eine Bestätigung, dass Sie von der gesetzlichen Krankenversicherung befreit sind. So eine Bestätigung erhalten Sie von jeder der vielen gesetzlichen deutschen Krankenkassen.

Beachten Sie bitte: Wenn Sie privat versichert sind, können Sie für die gesamte Studiendauer nicht mehr in die gesetzliche Versicherung wechseln. Und: Privat Versicherte müssen alle ärztlichen Leistungen und Medikamente in Deutschland im Voraus bezahlen und anschließend mit ihrer Krankenkasse abrechnen.

Sie haben keine in Deutschland geltende Krankenversicherung?

Falls der Versicherungsschutz, den Sie in Ihrem Heimatland haben, in Deutschland nicht anerkannt wird, müssen Sie vor Ort eine Krankenversicherung abschließen.

Die meisten Studierenden sind in Deutschland über eine der gesetzlichen Krankenkassen versichert. In Ausnahmefällen ist es aber auch möglich, sich bei einer privaten Krankenkasse zu versichern.

Zurzeit liegen die Beitragssätze für Studierende bei den gesetzlichen Kassen bei etwa 80 Euro pro Monat. Dieser Betrag gilt bis zum 14. Fachsemester und bis zum 30. Lebensjahr.

Danach steigen die Mitgliedsbeiträge auf mindestens 160 Euro pro Monat.

Wichtig zu wissen: Ehepartner und Kinder des Versicherten sind beitragsfrei mitversichert, wenn sie kein eigenes (oder nur ein geringes) Einkommen haben. Bezahlen Sie regelmäßig Ihre Krankenkassenbeiträge, da Sie sonst exmatrikuliert werden können.

Erkundigen Sie sich bei dem Studentenwerk Ihrer Universität nach dem Service-Paket für international Studierende. In diesem Angebot ist neben Wohnraum und Mensagutscheinen in der Regel auch eine Krankenversicherung enthalten!

Sechs Dinge, die Sie über die deutsche Krankenversicherung wissen sollten 

  1. Als Mitglied einer Krankenversicherung bekommen Sie eine Versichertenkarte, die Sie bei jedem Arztbesuch vorlegen müssen. 
  2. Es gibt in Deutschland viele gesetzliche Krankenversicherungen. Jede dieser Versicherungen muss Sie als Mitglied aufnehmen, wenn für Sie Versicherungspflicht besteht. Die Grundbeiträge sind identisch. Allerdings erheben einige Krankenkassen einen Zusatzbeitrag. Fragen Sie einfach nach.
  3. Medikamente bekommen Sie in Deutschland nur in Apotheken und viele nur auf Rezept eines Arztes. Haben Sie ein Rezept des Arztes, müssen Sie zwischen 5 und 13 Euro pro Medikament zuzahlen. Je nach finanzieller Situation und bei chronischen Krankheiten können Patienten auch von Zuzahlungen befreit werden. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Krankenkasse.
  4. Wenn Sie so krank werden sollten, dass Sie ins Krankenhaus müssen, brauchen Sie sich um die Kosten keine Sorgen zu machen. Diese übernimmt Ihre Krankenkasse zum ganz überwiegenden Teil. Die Eigenbeteiligung beträgt pro Tag 10 Euro. 
  5. Für einige Therapien, Vorsorgeuntersuchungen und vor allem bei zahnmedizinischen Behandlungen können auch größere Eigenleistungen auf Sie zukommen. Alle Ärzte sind verpflichtet, Sie auf eventuelle Zusatzkosten für sogenannte „Individuelle Gesundheitsleistungen“ im Vorfeld ausdrücklich hinzuweisen, und es Ihnen zu überlassen, ob Sie diese kostenpflichtigen Extras wünschen oder nicht. Erkundigen Sie sich im Zweifelsfall bei Ihrer Krankenkasse.
  6. Als Patient haben Sie in Deutschland freie Arztwahl. Das bedeutet, Sie können in der Regel selbst entscheiden, zu welchem Arzt oder in welches Krankenhaus Sie gehen. Einzige Bedingung: Sind Sie Mitglied in einer gesetzlichen Krankenversicherung, muss Ihr Arzt auch eine Kassenzulassung haben, also berechtigt sein, seine Kosten bei der gesetzlichen Krankenkasse abzurechnen.

Sie haben noch Fragen zu Ihrem Versicherungsschutz?

Individuelle Beratung erhalten Sie bei der Sozialberatungsstelle des Studentenwerks oder beim Akademischen Auslandsamt an Ihrer Hochschule.