Geld verdienen

Mit einem Nebenjob können Sie sich etwas Geld dazu verdienen, Deutschland besser kennenlernen und Kontakte aufbauen. Wir sagen Ihnen, worauf Sie bei der Jobsuche achten müssen.

Für viele Studierende in Deutschland gehört ein Nebenjob zum Studium. Er hilft bei der beruflichen Orientierung, ist eine willkommene Abwechslung zu intensiven Lernphasen und bessert das Einkommen auf. Auch als ausländischer Studierender dürfen Sie in Deutschland arbeiten. Allerdings gelten für Sie bestimmte Regeln.

Wie viel dürfen Sie arbeiten?

Bürger aus den Staaten der Europäischen Union (EU) oder dem Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) sind den Deutschen auf dem Arbeitsmarkt gleichgestellt.

Sind Sie Bürger eines der folgender Länder: Belgien, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Italien, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Malta, Norwegen, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Schweiz, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn, Vereinigtes Königreich oder Zypern? (Gruppe 1)

Dann dürfen Sie ohne Genehmigung so viel arbeiten, wie Sie möchten. Allerdings ist zu beachten (genau wie für deutsche Studierende), dass Sie im Semester nicht mehr als 20 Stunden pro Woche arbeiten sollten. Sonst müssen Sie Beiträge zur Rentenversicherung bezahlen. Außerdem hätten Sie sonst zu wenig Zeit für Ihr Studium.

Stammen Sie aus Rumänien oder Bulgarien?

Dann gilt: Erst ab 2014 haben Sie die freien Zugangsrechte zum deutschen Arbeitsmarkt. Bis dahin dürfen Sie nur 120 ganze oder 240 halbe Tage im Jahr arbeiten und für Sie gelten die Beschränkungen wie die Studierenden aus anderen Herkunftsländern (siehe unten).

Kommen Sie aus einem anderen Land?

Dann dürfen Sie pro Jahr nur 120 volle oder 240 halbe Tage arbeiten. Dazu zählen auch freiwillige Praktika. Möchten Sie mehr arbeiten, brauchen Sie dafür eine Genehmigung der Agentur für Arbeit und der Ausländerbehörde. Ob Sie diese Genehmigung erhalten, hängt von der Arbeitsmarktlage an Ihrem Studienort ab. In Regionen mit höherer Arbeitslosigkeit sind Ihre Chancen, eine Genehmigung für mehr Arbeitstage zu bekommen, oft gering.

Wichtig zu wissen:

• Sie dürfen die 120-Tage-Grenze überschreiten, wenn Sie als studentische oder wissenschaftliche Hilfskraft an der Universität arbeiten. Die Ausländerbehörde müssen Sie aber auch in diesem Fall informieren.

• Es ist es nicht erlaubt, dass Sie eine selbstständige oder freiberufliche Tätigkeit ausüben, zum Beispiel als Übersetzer auf Honorarbasis. Lassen Sie sich beraten, wenn Sie unsicher sind, um was für ein Jobangebot es sich handelt, zum Beispiel beim Sozialreferat der Studierendenvertretung an Ihrer Universität oder bei der Agentur für Arbeit.

• Besonders streng sind die Vorschriften für Teilnehmer von Sprachkursen oder für Studierende in Studienkollegs: Sie dürfen nur in der vorlesungsfreien Zeit und nur mit Zustimmung der Ausländerbehörde und der Agentur für Arbeit arbeiten. Informieren Sie sich am besten bei Ihrem Akademischen Auslandsamt, wie Sie diese Erlaubnis erhalten können.

Bitte beachten Sie unbedingt die arbeitsrechtlichen Regelungen für internationale Studierende. Sie können aus Deutschland ausgewiesen werden, wenn Sie dagegen verstoßen. Die Berater für Internationales im Studentenwerk oder beim Akademischen Auslandsamt Ihre Hochschule informiert Sie gern.

WICHTIG: Es ist nicht möglich, dass Sie Ihren Lebensunterhalt neben dem Studium vollständig durch eigene Arbeit finanzieren! Es ist auch nicht überall leicht, einen Nebenjob zu finden.

Was sind typische Nebenjobs für Studierende und wo finden Sie sie?

Viele Studenten jobben als Kellner in Cafés, als Gästebetreuer auf Messen, als Fahrradkurier, Büro- oder Putzhilfe und als Babysitter. Jobangebote dieser Art finden Sie im Anzeigenmarkt der regionalen und lokalen Zeitungen, auch online, bei der Agentur für Arbeit und bei der Jobvermittlung des Studentenwerks an Ihrer Hochschule. Viele Hochschulen und Studentenwerke bieten auch auf ihren Webseiten Jobbörsen an.

Eine ideale und begehrte Ergänzung zum Studium sind Jobs an den Instituten, in den Bibliotheken oder an anderen Einrichtungen der Hochschulen. Wenn Sie sich dafür interessieren, fragen Sie im Sekretariat Ihres Institutes nach Stellen für studentische oder wissenschaftliche Hilfskräfte und Tutoren. Lesen Sie auch die Aushänge an Schwarzen Brettern vor Bibliotheken, Hörsälen und der Mensa. Dort finden sich viele Angebote für Nebenjobs.

Was verdienen Sie in einem Studentenjob?

Wie viel Sie in Ihrem Nebenjob verdienen, hängt sehr stark von Ihren Kenntnissen, der Branche und dem Arbeitsmarkt der Region ab, in der Sie studieren. In Städten wie München und Hamburg sind die Stundenlöhne meist höher, die Lebenshaltungskosten allerdings auch. Fünf bis zehn Euro pro Stunde sind allgemein üblich.

Linktipps:

Sie wissen nun, worauf Sie achten müssen, wenn Sie neben Ihrem Studium Geld verdienen wollen. Wie Sie erste Berufserfahrungen sammeln können, haben wir für Sie unter dem Stichwort Praktikum zusammengestellt.