Karriere nach dem Studium

Ein erfolgreicher Abschluss an einer deutschen Hochschule eröffnet internationalen Absolventen zahlreichen Möglichkeiten auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Wie gehe ich am besten vor?

Absolventen aus der Europäischen Union (EU) und dem Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) haben einen freien Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt. Demgegenüber können Absolventen aus anderen Ländern Ihre Aufenthaltserlaubnis nach Studienabschluss bis zu 18 Monate verlängern, um einen Job zu finden, der ihnen zusagt. Während dieser Zeit darf man nebenbei so viel arbeiten, wie man will. Die 18 Monate beginnen, sobald das letzte Prüfungsergebnis schriftlich vorliegt. Wer nach dem Studium in Deutschland arbeiten möchte, sollte deshalb bereits im letzten Semester mit der Jobsuche beginnen.

Überlegen, wo die eigenen Fähigkeiten liegen

Die Suche nach einem passenden Job beginnt bei sich selber. Ohne an konkrete Berufe zu denken, sollte man sich die eigenen Interessen und Fähigkeiten bewusst machen. Fragen, die bei der Selbsteinschätzung helfen können:

  • Wer bin ich?
  • Was kann ich?
  • Was will ich?
  • Was ist möglich?

Viele Absolventen suchen nur nach Stellen, die exakt auf das passen, was sie im Studium gemacht haben. Besser ist es, über den eigenen Tellerrand zu schauen, die angrenzenden Fachgebiete zu betrachten und das eigene Wissen zu transferieren. Wer Stellenanzeigen aufmerksam liest, wird feststellen, dass Unternehmen häufig Mitarbeiter mit bestimmten Kompetenzen suchen, nicht mit einem bestimmten Studienabschluss.

Bei der Orientierung helfen können auch die Career Center der Hochschulen. Sie unterstützen Studierende und Absolventen beim Übergang vom Studium in den Beruf. Die Career Center helfen, die eigene Situation einzuordnen und mögliche Berufsrichtungen auszuloten. Außerdem überprüfen sie die Bewerbungsunterlagen, führen Infoveranstaltungen durch und laden Unternehmen ein, sich vorzustellen.

Fremdeinschätzung einholen

Man kann auch Menschen, die einem nahestehen, um eine Einschätzung bitten. Außerdem kann man sich Feedback von einem Professor oder dem Betreuer aus einem Praktikum holen. Hinterher kann man Selbst- und Fremdeinschätzung miteinander vergleichen. Dabei bieten sich häufig neue Perspektiven.

Den passenden Job suchen und finden

Wer sich seiner Interessen und Fähigkeiten sicher ist, kann mit der Stellensuche beginnen. Um zu wissen, welche Berufe in Frage kommen, sollte man möglichst konkrete Vorstellungen von vielen unterschiedlichen Berufen bekommen haben. Wer sich schon während seines Studiums nach möglichen Arbeitgebern umschaut, Praktika macht und berufliche Kontakte knüpft, hat einen Vorteil. Denn darauf lässt sich aufbauen, wenn man gegen Ende seines Studiums mit der Stellensuche beginnt.

Die Career Center der Hochschulen sind eine erste wichtige Anlaufstelle. Sie helfen bei allen Fragen rund um den Berufseinstieg – und haben meist gut gemachte Jobbörsen. Die Agentur für Arbeitet bietet nicht nur Deutschlands größtes Online-Jobportal, sondern auch einen Überblick über mögliche Arbeitsbereiche. Im Internet gibt es viele weitere Jobbörsen: allgemeine Portale, wie zum Beispiel www.monster.de und www.stepstone.de, aber auch spezielle Seiten. Die Jobbörse Absolventa richtet sich explizit an Studierende, Absolventen und Young Professionals. Das Portal der ZEIT bietet einen akademisch geprägten Stellenmarkt.

Man kann natürlich auch die Tages- und Wochenzeitungen durchsuchen. Der Wissenschaftsladen Bonn sammelt in der Zeitschrift Arbeitsmarkt jede Woche Stellenanzeigen für Geisteswissenschaftler. Oder man schaut gleich auf den Websites der Unternehmen, die man besonders interessant findet¸ ob sie freie Stellen haben. Außerdem gibt es eine Reihe von Job- und Karrieremessen, die man im Jobmesse-Radar einsehen kann.

Darüber hinaus sind soziale Netzwerke für berufliche Kontakte auch in Deutschland weit verbreitet – zum Beispiel www.xing.de oder www.linkedin.com. In diesen Netzwerken kann man ein berufliches Profil anlegen und Kontakte zu Unternehmen knüpfen, die nach neuen Mitarbeitern suchen.

Jobchancen richtig einschätzen

Grundsätzlich kostet es immer Zeit und Mühen, den passenden Job zu finden. Aufgrund der guten wirtschaftlichen Situation in Deutschland haben arbeitssuchende Hochschulabsolventen aber überwiegend gute Aussichten. Hinzukommt, dass in manchen Regionen und Berufsgruppen hochqualifizierte Arbeitskräfte fehlen. Besonders großer Mangel herrscht typischerweise in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT), aber auch anderen Bereichen, wie zum Beispiel im Gesundheitsbereich.

Je nach Branche gibt es also gute Chancen, einen Arbeitsplatz zu finden. Weitere Informationen und aktuelle Zahlen findet man auf dem Portal zur Fachkräfte-Offensive. Das Willkommensportal Make it in Germany informiert über die Arbeitsmöglichkeiten in Deutschland und gibt einen guten Überblick über das Leben in Deutschland.

Bessere Chancen mit guten Deutschkenntnissen

Die Chancen auf einen Arbeitsplatz in Deutschland sind in der Regel deutlich besser, wenn gute Deutschkenntnisse vorhanden sind. Ausnahmen sind große, international tätige Unternehmen oder wissenschaftliche Forschungseinrichtungen.