Karriere nach dem Studium

Schon während Ihres Masterstudiums sollten Sie damit beginnen, Ihre Karriere in Deutschland zu planen. Mit einem erfolgreichen Abschluss einer deutschen Hochschule haben Sie als internationaler Absolvent zahlreiche Möglichkeiten auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Diese Tipps sollen Ihnen helfen, dass der Karrierestart erfolgreich wird.

Studierende aus Ländern außerhalb der EU dürfen nach Ende ihres Studiums maximal 18 Monate zur Jobsuche in Deutschland bleiben. Diese 18 Monate gehen schneller vorbei, als Sie glauben, darum sollten Sie bereits im letzten Semester Ihres Masters mit der Jobsuche beginnen, spätestens „vier Monate vor Ende des Studiums“, empfiehlt Maria-Theresia Jansen von der Agentur für Arbeit in Bonn. Als Berufsberaterin im Team Akademische Berufe kümmert sie sich seit 30 Jahren vor allem um die internationalen Absolventen, die auf dem deutschen Arbeitsmarkt Fuß fassen wollen.

Während Sie auf der Suche nach einem Job sind, dürfen Sie arbeiten, so viel sie wollen: Nach der neuen Regelung im Aufenthaltsrecht gibt es keine zeitlichen Einschränkungen mehr fürs Arbeiten während der Suche.

Merkblatt: Ausübung einer Erwerbstätigkeit

Der DAAD hat die rechtlichen Rahmenbedingungen zum Arbeiten in Deutschland zusammengestellt. Das umfangreiche Merkblatt können Sie sich hier herunterladen.

Vor der Jobsuche die Selbstanalyse

Bevor Sie sich auf die Jobsuche begeben, nehmen Sie sich die Zeit, um sich folgende vier Fragen stellen: Wer bin ich? Was kann ich? Was will ich? Was ist möglich? Maria-Theresia Jansen bezeichnet das als „Innere Inventur“. Beantworten Sie die Fragen ehrlich, denn diese Selbstanalyse erspart Ihnen später viel Zeit, die Sie durch zielloses Suchen verlieren würden.

Warum die Beantwortung der Fragen sinnvoll ist, erklärt die erfahrene Berufsberaterin: „Viele Absolventen suchen nur nach Stellen, die 1:1 auf das passen, was sie im Studium gemacht haben. Alles andere wird direkt ausgeblendet.“ Ein großer Fehler, wie Jansen betont, denn mit diesem „Tunnelblick“ machen sich die Bewerber unnötig das Leben schwer. Erweitern Sie Ihre Suche, es muss nicht immer haargenau das sein, was Sie während des Studiums gelernt haben! „Wichtig ist es, auch die angrenzenden Fachgebiete zu betrachten und das eigene Wissen zu transferieren.“

Nutzen Sie alle Möglichkeiten, nicht nur das Internet!

Verschaffen Sie sich einen Überblick über die verschiedenen Branchen und Unternehmen. Karrieremessen für Absolventen und Fachtagungen eignen sich hervorragend, um sich zu informieren und Kontakte zu knüpfen. Informationen zu solchen Messen finden Sie oft am Schwarzen Brett im Fachbereich der Hochschule.

Am Schwarzen Brett finden Sie oft auch Stellenangebote von Unternehmen. Natürlich werden Sie im Internet in unzähligen Suchmaschinen fündig werden, doch auch Ihre Hochschule kann Ihnen helfen! Das Career Center hat meist eine Datenbank, in der Sie recherchieren können. Außerdem hilft Ihnen der Career Service beim Start ins Berufsleben: Überarbeitung der Bewerbungsunterlagen, Coaching fürs Bewerbungsgespräch, Vorträge von Unternehmen – die Angebote sind vielfältig und oft kostenlos!

Informationen über Jobchancen

Viele Angebote finden Sie auch in branchenspezifischen Medien: Der Verband Deutscher Ingenieure (VDI) oder der Verband der Elektrotechnik (VDE) informieren nicht nur über Neuigkeiten aus der Branche, sondern veröffentlichen auch Stellenangebote von Unternehmen. Es gibt unzählige Branchenverbände, eine Übersicht relevanter Organisationen finden Sie auf der Website BERUFENET. Geben Sie dazu Ihre Berufsbezeichnung ein (z.B. Biologe) und wählen Sie dann das entsprechende Berufsbild aus. Unter „Informationsquellen“ im Abschnitt „Berufs-/Interessenverbände, Arbeitgeber-/Arbeitnehmer-Organisationen“ finden Sie die Adressen der Verbände. Die Branchenverbände informieren Sie auch über Jobchancen.

Informationen zu Arbeitsmarktaussichten für Akademiker finden Sie auf den Seiten der Arbeitsagentur. Für einen regionalen Überblick über Arbeitsmarktchancen empfiehlt Maria-Theresia Jansen auch das Prognos Institut. Der Staufenbiel Verlag informiert ebenfalls zu Karrierechancen und Einstiegsgehältern. Laut einer Studie des Verlages verdienen Ingenieure als Berufseinsteiger durchschnittlich zwischen 38 000 und 47 000 Euro. In der Automobilindustrie verdienen Diplomingenieure beim Berufsstart im Schnitt 46 000 Euro. Masterabsolventen der Naturwissenschaften können mit einem Einstiegsgehalt von 42 000 Euro rechnen.

Deutsch können

„Ohne Deutschkenntnisse ist Ihre Auswahl an Jobs sehr begrenzt“, weiß Jansen. „Nutzen Sie die Möglichkeit und machen Sie während Ihres Masterstudiums einen Sprachkurs“, rät die Expertin. Denn natürlich können Sie Ihren Master an einer deutschen Hochschule komplett auf Englisch studieren. Auch für Ihre Kommilitonen mag es kein Problem sein, Ihnen mit ein bisschen mehr als „Yes or No“ zu antworten. Aber für den zwischenmenschlichen Kontakt mit Ihren zukünftigen Kollegen ist es unbedingt ratsam, die deutsche Sprache zu beherrschen!

Zusammenfassung der Tipps:

  • Beginnen Sie frühzeitig, spätestens vier Monate vor dem Abschluss des Studiums, mit der Jobsuche!
  • Analysieren Sie sich selber!
  • Grenzen Sie die Suche nicht zu stark ein!
  • Nutzen Sie die Angebote Ihrer Hochschule!
  • Nutzen Sie Karrieremessen und die Angebote der Arbeitsagentur!
  • Spätestens jetzt müssen Sie die deutsche Sprache beherrschen! Belegen Sie während des Studiums Deutschkurse!

Viel Erfolg für Ihren Karrierestart! Spannende Reportagen und nützliche Informationen dazu finden Sie auch auf der Website www.study-in.de, einem Angebot des DAAD.