Länderbezogenes Stipendienprogramm

Christina Pfänder

Mit speziellen Stipendienprogrammen unterstützt der DAAD den akademischen Nachwuchs in fortgeschrittenen Entwicklungsländern Lateinamerikas und Südasiens. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Ingenieur-, Natur- und Wirtschaftswissenschaften.

Hintergrund

Eine wachsende Zahl von Entwicklungsländern investiert im Rahmen ihrer eigenen Entwicklungsagenda erhebliche Mittel in den Ausbau ihrer Hochschulen und die Aus- und Fortbildung zukünftiger Führungskräfte im Ausland. Insbesondere Schwellenländer sind bereit und in der Lage, einen Teil der Kosten für solche Austauschprogramme selbst zu tragen. Mit einem speziellen Stipendienprogramm unterstützt der DAAD daher den akademischen Nachwuchs in fortgeschrittenen Entwicklungsländern Lateinamerikas und Südasiens. Der Schwerpunkt liegt auf den Ingenieur-, Natur- und Wirtschaftswissenschaften.

Gerade in diesen Bereichen fehlt es in vielen Schwellen- und Entwicklungsländern weiterhin an modernen und praxisbezogenen Ausbildungsangeboten sowie an der nötigen internationalen Vernetzung, die den Anschluss an die globale Wissensgesellschaft ermöglicht. Technologische Neuerungen, die für eine nachhaltige Entwicklung gerade auch in den weiter fortgeschrittenen Entwicklungs- und Schwellenländern von zentraler Bedeutung sind, erreichen diese Hochschulen zu spät und können aufgrund fehlender Experten nicht an den Ingenieurnachwuchs weitergegeben werden.

Programmziele

Im Mittelpunkt des Programms steht die Ausbildung von Fach- und Führungskräften in den Ingenieur-, Natur- und Wirtschaftswissenschaften. Von der Förderung profitieren Studierende sowie mittelbar auch die Hochschulen und die Arbeitswelt (Wirtschaft und öffentliche Verwaltungen) in Entwicklungs- und Schwellenländern.

Geförderte Projekte/Maßnahmen

Der DAAD fördert den Studien- und Praktikumsaufenthalt junger Studierender insbesondere der Ingenieur- und Naturwissenschaften in Deutschland. Das Programm umfasst regionale Förderlinien in Argentinien, Chile, Brasilien, Kolumbien, Mexiko und Indien. Brasilien, Kolumbien, Mexiko und Indien sind Partnerländer der deutschen Entwicklungszusammenarbeit, Argentinien und Chile sind relevante Schwellenländer.

In einer kleineren Programmlinie werden Studierende der Rechtswissenschaften aus Brasilien sowie junge Wirtschaftswissenschaftler aus Indien gefördert. In 2014 und 2015 hat der DAAD darüber hinaus eine kleine Gruppe mexikanischer Studierender aus den Wirtschafts- und Verwaltungswissenschaften unterstützt.

Je nach Herkunftsland kann der Aufenthalt in Deutschland verschiedene Komponenten enthalten. So ist im Jungingenieurprogramm mit Mexiko, Kolumbien und Argentinien die Kombination aus einsemestrigem Aufenthalt und teilweise mehrmonatigem Unternehmenspraktikum vorgesehen, während die chilenischen Jungingenieure mit vereinzelten Ausnahmen zwei Studiensemester an einer deutschen Hochschule verbringen. Die Stipendiaten aus Indien fertigen während ihres sechsmonatigen Aufenthalts ihre Masterarbeit an.

Ergebnisse

Für alle Länder und Fachbereiche lässt sich konstatieren, dass der Studien- und Praktikumsaufenthalt in Deutschland die Relevanz und den Praxisbezug der Ausbildung für die Studierenden verbessert und die Einsatzmöglichkeiten im Beruf stärkt; dies kommt der Industrie und Verwaltung in den Heimatländern zugute. Langfristig trägt der praxisnahe Ausbildungsabschnitt für die jungen Ingenieurstudierenden aus Lateinamerika dazu bei, dass hochqualifizierte Experten die Entwicklung der Herkunftsländer in Schlüsselbereichen wie z.B. Erneuerbare Energien, Abfallbehandlung und -vermeidung vorantreiben.

Mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung​.

Daad Hochschulmanagement Dies Finanzierung Bmz