Bilaterale SDG-Graduiertenkollegs

Dr. Dorothee Weyler

Das Programm soll dazu beitragen, die Entwicklungsziele der Vereinten Nationen umzusetzen. Dazu fördert es bilaterale Partnerschaften zwischen Hochschulen in Deutschland und in Entwicklungsländern zum Aufbau bilateraler SDG-Graduiertenkollegs in Entwicklungsländern. 

Hintergrund

Als Folgekonzept der Millennium Development Goals (MDG) verabschiedeten die Vereinten Nationen 2015 die Entwicklungsagenda „Transforming our World: The 2030 Agenda for Sustainable Development“. Insgesamt 17 Sustainable Development Goals (SDG) formulieren gemeinsame Anforderungen an Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländer im Rahmen einer globalen Partnerschaft. Der Anspruch der Agenda 2030 ist gesellschaftlich wie thematisch umfassend und markiert zentrale Herausforderungen auf dem Weg zu nachhaltiger Entwicklung:

  • Hunger- und Armutsbekämpfung sowie die Gewährleistung von Würde, Gleichberechtigung und Gesundheit der Menschen (people)
  • Umweltschutz, u. a. durch Nachhaltigkeit in Konsum und Produktion sowie nachhaltiges Ressourcenmanagement im Umgang mit dem Klimawandel (planet)
  • Entwicklung und Wohlstand in ökonomischen, sozialen und technologischen Dimensionen (prosperity)
  • Förderung friedlicher, gerechter und inklusiver Gesellschaften (peace)
  • Einrichtung einer globalen Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung (partnership)

Das Ziel einer chancengerechten, qualitativ hochwertigen Bildung besitzt dabei große Bedeutung, nachzulesen im SDG 4: „inklusive, gerechte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten des lebenslangen Lernens für alle fördern“. Darüber hinaus wird der Bildungsaspekt als wichtiges Querschnittsthema zur Erreichung weiterer Ziele gewertet.

Leistungsfähige Hochschulen und gut ausgebildete Fach- und Führungskräfte sind der Schlüssel, um gemeinsam entwicklungspolitischen Herausforderungen zu begegnen und zur Erreichung der SDG beizutragen. Vor diesem Hintergrund setzt der DAAD mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) das Programm Bilaterale SDG-Graduiertenkollegs um. Das Programm soll besonders Hochschulen in Entwicklungsländern dabei helfen, ihrer Rolle als wichtige Impulsgeber für eine global und lokal nachhaltige Entwicklung gerecht zu werden.

Programmziele

Das Programm soll einen Beitrag zur Erreichung der neuen Entwicklungsziele leisten, indem es bilaterale Hochschulpartnerschaften zum Aufbau von SDG-Graduiertenkollegs in Entwicklungsländern fördert.

Die regionale Schwerpunktsetzung liegt auf dem afrikanischen Kontinent. Hier sollen vier bilaterale SDG-Graduiertenkollegs entstehen. Darüber hinaus werden zwei Graduiertenkollegs in Lateinamerika aufgebaut und ein weiteres in Asien. Zum Auf- und Ausbau der SDG-Graduiertenkollegs können die Partnerhochschulen eine breite Palette an bewährten Instrumenten des DAAD flexibel einsetzen.

Das Programm zielt darauf ab, mehr qualifizierten Masterstudierenden und Doktoranden eine qualitativ hochwertige Ausbildung in entwicklungsrelevanten Studiengängen zu ermöglichen. Kurz- und mittelfristig sollen die bilateralen SDG-Graduiertenkollegs die Kapazitäten in der Lehre unter Einbezug von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) vergrößern. Parallel dazu sollen die zur Postgraduiertenausbildung erforderlichen Forschungsstrukturen gestärkt werden. Die SDG-Graduiertenkollegs arbeiten mit relevanten Arbeitgebern und Akteuren aus Politik, Wirtschaft und/oder Zivilgesellschaft zusammen und werden innovative finanzielle und strategische Konzepte zur Sicherung der Nachhaltigkeit der Graduiertenkollegs entwickeln.

Das langfristige Ziel des Programms ist es, zur nachhaltigen Entwicklung im Sinne der SDG und zum Aufbau leistungsfähiger und weltoffener Hochschulen beizutragen. Die an den Graduiertenkollegs ausgebildeten Fachkräfte und Dozenten sollen an der Lösung entwicklungsrelevanter Fragestellungen arbeiten. Die Lehre und Forschung zu den SDG an den Partnerhochschulen soll durch Verbesserung der Qualität und der Relevanz strukturell gestärkt werden. Langfristig sollen die SDG-Graduiertenkollegs wettbewerbsfähig und nachhaltig arbeiten.

Geförderte Projekte und beteiligte Partner

Das Programm unterstützt bilaterale Partnerschaften zwischen Hochschulen in Deutschland und in Entwicklungsländern dabei, relevante und qualitativ hochwertige Lehrangebote in Form strukturierter Studiengänge zu einem möglichst interdisziplinär definierten Forschungsgegenstand anzubieten. Die Graduiertenkollegs sollen spezialisierte Experten und Dozenten auf Master-, Promotions- und Postdoc-Level ausbilden und so zur gemein-samen Entwicklung innovativer Lösungen für zentrale SDG-Themen beitragen. Die Abschlüsse sind von der Partnerhochschule im Entwicklungsland zu vergeben.

Da der Strukturaufbau in Lehre und Forschung an der Partnerhochschule im Ausland im Fokus der Partnerschaft steht, sollte dort auch der Schwerpunkt der Aktivitäten liegen. Ein Aufenthalt der Teilnehmer in Deutschland ist jedoch zur Förderung der Internationalisierung des Projektes und der Geförderten anzustreben, da interkulturelle Kompetenzen und Erfahrungen in der Zusammenarbeit in internationalen Teams einen wichtigen Erfolgsfaktor für viele Projekte darstellen.

Dies bildet die Basis für ein schlüssiges Zukunftskonzept, das unter Beteiligung der Partner in den Entwicklungsländern die Nachhaltigkeit der SDG-Graduiertenkollegs auch nach dem Ende der Förderung sicherstellt.

Folgende Projekte befinden sich in der Förderung:

Vietnam RoHan – Rostock-Hanoi SDG Graduate School
Hanoi University of Science and Technology (HUST), Universität Rostock
Kuba Cuban-German School for interdisciplinary development studies
Universidad Central Marta Abreu, Universität Bonn/ZEF
Peru trAndeS – Postgraduate Program on Sustainable Development and Social Inequalities in the Andean Region
Pontificia Universidad Católica de Perú, Freie Universität Berlin
Äthiopien German-Ethiopian SDG Graduate School: Climate Change Effects on Food Security (CLIFOOD)
Hawassa University, FSC Universität Hohenheim
Ghana / Nigeria Performing Sustainability - Cultures and Development in West-Africa
University of Maiduguri, University of Cape Coast, Universität Hildesheim
Kamerun Yaoundé - Bielefeld Bilateral Graduate School Natural Products with Antiparasite and Antibacterial Activity (YaBiNaPA)
Université de Yaoundé I, Universität Bielefeld
Südafrika Wits-TUB Urban Lab Interdisciplinary Bilateral Postgraduate Studies Programme for Sub-Saharan Africa
University of Witwatersrand, Technische Universität Berlin

 

Kontakt

Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD)
Referat Hochschulstrukturförderung in der Entwicklungszusammenarbeit/P31

Dorothee Schwab
Referentin
Tel.: +49 228 882-8600
Fax: +49 228 882-98600
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Sachbearbeiterin
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