Kurzportrait

Costa Belibasakis/FH Köln

Auf vielfältige Weise und mit einem differenzierten Angebot an Stipendien, Partnerschafts- und Beratungsprogrammen engagiert sich der DAAD in der Entwicklungszusammenarbeit. Dabei verfolgen wir mit einem Ansatz, der auf Partnerschaftlichkeit, Nachhaltigkeit und Transparenz basiert, erfolgreich unsere entwicklungspolitischen Ziele. Wichtigster Mittelgeber ist das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Umgesetzt werden die Projekte überwiegend durch Hochschulen in Deutschland und den Entwicklungsländern.

Unser Ansatz

Im September 2015 haben Entwicklungs- und Industrieländer im Rahmen der Vereinten Nationen gemeinsam die Entwicklungsagenda 2030/„Sustainable Development Goals“ (PDF, 0.4 MB) verabschiedet. Damit rückt der Grundsatz der Partnerschaftlichkeit zur gemeinsamen Lösung gleichartiger Probleme in Süd und Nord noch stärker in den Fokus. Der Förderansatz und die Instrumente des DAAD sind besonders geeignet, die damit verbundenen Anforderungen an internationale Zusammenarbeit zu erfüllen. Süd- und Nordpartner aus dem Wissenschaftsbereich bringen ihre Kompetenz und Unabhängigkeit in die Zusammenarbeit ein und arbeiten auf Augenhöhe zusammen an der Lösung globaler Zukunftsfragen. Dass die beteiligten Partner auch durch eigene Interessen geleitet werden, stärkt ihre Eigenverantwortung und unterstützt über das Ende öffentlicher Förderung hinaus den Aufbau von nachhaltigen Strukturen und internationalen Innovationsnetzwerken.

Gleichzeitig ergänzt die Zusammenarbeit auf Ebene der Hochschulen die staatliche Entwicklungszusammenarbeit. Durch sie werden auch jenseits bilateral ausgehandelter Schwerpunkte und gerade in politisch schwierigen Kontexten alternative Kooperationsmöglichkeiten für die deutsche Entwicklungszusammenarbeit geschaffen.

Neben Partnerschaftlichkeit und Nachhaltigkeit sind Transparenz und Qualität zentrale Kennzeichen der Arbeit des DAAD. An der Entscheidung, welche Partnerschaften und StipendiatInnen vom DAAD gefördert werden, sind die Hochschulen beteiligt. In unabhängigen akademischen Auswahlkommissionen treffen deutsche Hochschulprofessorinnen und Hochschulprofessoren verschiedener Fachbereiche gemeinsam und auf Basis von transparenten und wissenschaftlich fundierten Kriterien die Förderentscheidungen. Auch bei ko-finanzierten Förderungen und Auswahlen, die vor Ort in Partnerländern stattfinden, werden deutsche Professoren in den Auswahlprozess eingebunden.

Unsere Ziele

Hochschulbildung und Wissenschaft haben in der Entwicklungszusammenarbeit an Gewicht gewonnen. Zu Recht, denn der Mangel an gut ausgebildeten Fachkräften und die weitgehende Abkoppelung von der globalen Wissensproduktion verstellt vielen Entwicklungsländern den Weg aus der Armut. In vielen Ländern des Südens sind Hochschulen unterfinanziert und überfüllt. Gerade in den sehr schnell wachsenden Hochschulsystemen Afrikas mangelt es gegenwärtig massiv an hochqualifizierten Hochschullehrern und an der Relevanz der Ausbildungsangebote. International anerkannte Forschung findet nur an wenigen Exzellenzzentren statt.

Mit unseren Förderangeboten im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit zielen wir darauf ab, zur Verbesserung dieser Situation beizutragen.

Dabei tragen wir zum einen zu Ziel 4 der SDG-Agenda bei, das eine chancengerechte, qualitativ hochwertige Bildung ermöglichen soll. Zum anderen spielt die Wirkung von Hochschulbildung und Wissenschaft auch für die Erreichung vieler Entwicklungsziele jenseits des Bildungssektors eine wichtige Rolle, beispielsweise in den Bereichen Good Governance, Ressourcenschutz, Gesundheit und Klimawandel.

Zugang erweitern

In Übereinstimmung mit der Bildungsstrategie des BMZ (PDF, 0.3 MB) verfolgen wir das Ziel, den Zugang zu Hochschule und Wissenschaft zu erweitern und Chancengleichheit zu sichern. Der Zugang zu Hochschulbildung in den Ländern des globalen Südens ist zumeist beschränkt und ungerecht verteilt. Wir wollen dem entgegenwirken, zum Beispiel indem wir gezielt Frauen in der Wissenschaft unterstützen, Bildungshürden für Studierende aus ärmsten Entwicklungsländern abbauen und „open and distance learning“ fördern.

Qualität erhöhen

Ein erweiterter Zugang zu Bildungsangeboten kann aber nur dann zum Erfolg führen, wenn qualitative Mindeststandards eingehalten werden. Daher zielen wir auch darauf ab, die Qualität von Hochschulbildung und Forschung in Entwicklungsländern weiter zu verbessern. Leistungsfähige und transparente Hochschulstrukturen sowie gute Lehre sind dafür entscheidende Voraussetzungen.

Relevanz steigern

Darüber hinaus wollen wir dazu beitragen, die Relevanz von Hochschulbildung und Forschung für Entwicklung weiter zu steigern. Dafür stärken wir die Hochschulen als Motoren unternehmerischer Entwicklung und bauen bestehende Kooperationen mit Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft aus. Dadurch gewinnen Bildungsangebote der Hochschulen an Berufs- und Praxisrelevanz. Auch durch die Verzahnung von individueller und institutioneller Förderung können wir auf die Bedürfnisse der Partner und Geförderten besser reagieren. Hier engagieren wir uns bereits gezielt mit verschiedenen Förderinstrumenten und wollen praxisorientierte Förderkonzepte ausbauen und weiterentwickeln.

Um die angestrebten Ziele besser erreichen zu können, richten wir unsere Förderinstrumente gezielt auf die Bedürfnisse von Entwicklungs- und Schwellenländern aus und untersuchen regelmäßig die Wirkung unserer Förderprogramme. Mit Hilfe eines übergreifendenden wirkungsorientierten Monitoringsystems verbessern wir kontinuierlich die Qualität und Transparenz unserer Arbeit.

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Unsere Handlungsfelder

Die genannten entwicklungspolitischen Ziele verfolgen wir mit den Mitteln des akademischen Austauschs in drei Handlungsfeldern, wie sie in der DAAD-Strategie 2020 definiert sind. Dabei greifen wir auf Expertise und Erfahrung zurück, die – wie die Publikation „90 Jahre DAAD“ beschreibt – durch langjährige Kooperation mit Entwicklungs- und Schwellenländern entstanden ist.

Ausbildung von Fach- und Führungskräften

In Förderprogrammen, die auf die Entwicklungsagenda ausgerichtet sind, bilden wir StipendiatInnen aus Entwicklungs- und Schwellenländern aus. Diese stoßen als Fach- und Führungskräften und „Change Agents“ nachhaltige politische, wirtschaftliche und soziale Veränderungsprozesse an. DAAD-Geförderte und -Alumni tragen nicht nur zu innovativen Lösungen für lokale und globale Probleme bei. Sie werden auch zu Kooperationspartnern Deutschlands in den Partnerländern.

Hier erhalten Sie weitere Informationen zur Ausbildung von Fach- und Führungskräften.

Aufbau von leistungsfähigen Hochschulen

Durch Projektförderungen leistet der DAAD einen Beitrag, um Hochschulen in Entwicklungs- und Schwellenländern zu stärken. Unser Portfolio an Förderinstrumenten reicht dabei von Alumni-Maßnahmen bis zur Entwicklung moderner Curricula. In Projektpartnerschaften werden gemeinsame Studiengänge oder global vernetzte Kompetenzzentren für die Nachhaltigkeitsziele aufgebaut. Kooperationsprojekte entstehen aus geteilten Interessen  und werden auf Augenhöhe von Hochschulen in Deutschland und in  Entwicklungsländern umgesetzt.

Hier erhalten Sie weitere Informationen zum Aufbau von leistungsfähigen Hochschulen.

Wissen für Wissenschaftskooperation

Darüber hinaus bündelt der DAAD umfassendes Wissen über die Strukturen der Hochschulkooperation und die Wissenschaftssysteme weltweit. Dabei können wir nicht nur auf die Erfahrung unserer MitarbeiterInnen, sondern auch auf ein weltweites Netzwerk der Außenstellen, Informationszentren und Lektorate zurückgreifen. Diese stehen in regelmäßigem Austausch mit Hochschulvertretern in den Partnerländern, die Entwicklungsprojekte durchführen. Wir pflegen intensive Kontakte zu ausländischen Bildungs- und Forschungsministerien, Rektorenkonferenzen und regionalen Hochschulverbänden und erhalten so Zugang zu Informationen aus erster Hand.

Um auch das Wissen und die Expertise der deutschen Hochschulen für die Entwicklungszusammenarbeit zu erschließen, fördern wir zum Beispiel die Hochschulexzellenz in der Entwicklungszusammenarbeit in den „exceed“-Zentren. Entwicklungsländer benötigen zuverlässige wissenschaftliche Erkenntnisse, aber auch lokales Erfahrungswissen und innovative Ideen, um eine erfolgreiche, ganzheitliche Bildungspolitik implementieren zu können. Der DAAD bündelt Wissen in diesem Bereich und macht es für Partnerländer nutzbar – ein Beispiel hierfür ist das Programm „Dialogue on Innovative Higher Education Strategies (DIES)“, in dem wir gemeinsam mit der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) u.a. den Aufbau von regionalen Qualitätssicherungssystemen in Entwicklungsländern fördern.

Unsere Partner

Unser Engagement in der Entwicklungszusammenarbeit wird von verschiedenen Partnern mitgetragen. Die dabei entstehenden Synergien verstärken die entwicklungspolitische Wirkung unserer Fördermaßnahmen.

In allen Partnerschaften mit deutschen Hochschulen bringen diese ihre eigene Ressourcen und Kompetenzen ein und wirken so als leistungsstarke Motoren nachhaltiger Entwicklung, wie eine aktuelle DAAD-Vorstandserklärung (PDF, 0.1 MB) erläutert. Zentral für den Erfolg ist zudem das Engagement ihrer Partner in den Entwicklungsländern.

Die im Jahr 2015 vergebenen Mittel von etwa 45 Millionen Euro werden zum überwiegenden Teil in zehn Programmen vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) zur Verfügung gestellt. Unterstützung für Einzelprojekte erhält der DAAD zudem durch die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ).

Im DIES-Programm für Hochschulmanagement bietet der DAAD verschiedene Maßnahmen an, mit denen Hochschulen in Entwicklungsländern ihre Ausbildungsgänge nach internationalen Qualitätsstandards ausrichten, ihre Forschungskapazitäten ausbauen und ihre Organisationsstrukturen konkurrenzfähig entwickeln können. Dabei profitieren die geförderten Hochschulen auch vom Beitrag der Hochschulrektorenkonferenz (HRK).

Wirtschaftspartner arbeiten in DAAD-geförderten Programmen mit Hochschulen zusammen, um Brücken zwischen Absolventen und Wirtschaftsunternehmen zu schlagen. So werden die Anforderungen des Arbeitsmarktes besser berücksichtigt und Arbeitslosigkeit und Braindrain verhindert. Der Ausbau von Transferstellen mit der Wirtschaft wird im Rahmen der Praxispartnerschaften und in DIES-Partnerschaften gefördert.

Auch mit Akteuren der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit kooperieren wir erfolgreich, um Synergiewirkungen zu erzeugen und die Kohärenz und Wirksamkeit der gemeinsamen Arbeit zu steigern. Der DAAD beteiligt sich beispielsweise in Kooperation mit der GIZ und der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) an der Panafrikanische Universität (PAU).

Durch die Zusammenarbeit mit internationalen Organisation wie der UNESCO und der Weltbank können wir deren System-Know-how nutzen oder Infrastrukturmaßnahmen durch den Aufbau von Wartungsfonds und dem Training von technischem Personal verbinden, um neue Ausstattung optimal zu nutzen. Diese Verknüpfung soll zum Beispiel in den neuen Programmen der Weltbank zum Aufbau von "African Centres of Excellence“ genutzt werden.

Um die Relevanz von Hochschulbildung und Forschung für Entwicklung weiter zu steigern, sollen bestehende Kooperationen mit Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft ausgebaut und die Hochschulen als Motoren unternehmerischer Entwicklung gestärkt werden.