Prof. Dr. Pinelopi „Penny“ Koujianou Goldberg

Griechenland

Chefvolkswirtin der Weltbank, Professorin für Wirtschaftswissenschaften an der Yale University, USA

DAAD-Stipendium 1981–1986

Prof. Dr. Pinelopi „Penny“  Koujianou Goldberg Christina Felschen


Als Penny Goldberg 2018 zur Chefökonomin der Weltbank in Washington, D.C., ernannt wurde, war das nicht ihre erste Begegnung mit der Institution. Schon 30 Jahre zuvor hatte sie sich einmal um ein Praktikum beworben – und war abgelehnt worden, weil sie noch nicht promoviert hatte. Ein Rückschlag, der sie anspornte und von Freiburg in Süddeutschland an die amerikanischen Universitäten Stanford, Princeton, Columbia, Yale und schließlich doch nach Washington brachte.

Uns war bewusst, dass wir nur im Ausland echte Chancen haben würden.
Penny Goldberg


Die 1963 geborene Griechin ist nicht angetreten, um die Welt – oder die Weltbank – zu revolutionieren. Aber doch, um über die Arbeit der Bank einen Beitrag zu mehr Gerechtigkeit zu leisten. So will sie möglichst viele Menschen dabei unterstützen, sich aus extremer Armut zu befreien – und dabei Minderheiten und Frauen in den Fokus zu nehmen. Penny Goldberg besuchte wie ihre Schwestern das deutsche Gymnasium in Athen, lernte Französisch und Englisch. Schon 1981 erhielt sie ein Stipendium des DAAD, um fünf Jahre lang in Freiburg im Breisgau zu studieren. „Uns war bewusst, dass Griechenland ein kleines Land ist und wir nur im Ausland echte Chancen haben würden“, sagt Goldberg.

In Freiburg landete sie zufällig. „Das VWL-Curriculum der deutschen Universitäten ähnelte sich damals sehr. Also suchte ich mir die schönste Stadt aus.“ Als sie in die USA wechselte, wurde ihr schnell bewusst, wie unterschiedlich die Lernkulturen in den USA und Europa sind. „Aus Freiburg war ich es gewohnt, meine Dozenten mit ‚Herr Professor Doktor‘ anzusprechen. Als ich mich in Stanford einschrieb, kam dieser ältere Herr mit Fahrradhelm zur Tür hinein und die Administratorin sagte: ‚Penny, darf ich dir Ken vorstellen?‘“ Ken war der Nobelpreisträger Kenneth Arrow. „Ich war wie gelähmt, konnte keinen Satz zu Ende bringen. Dabei war er der bescheidenste, freundlichste Mensch, den man sich vorstellen kann.“

Heute ist Penny Goldberg selbst genau das: bescheiden und freundlich. Für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist sie einfach „Penny“. Wer die zierliche Frau auf den Fluren der Weltbank sieht, würde kaum ahnen, dass sie zu den einflussreichsten Menschen im Haus gehört. Und sie bringt eine andere Unternehmenskultur mit: In ihren Vorsätzen für 2019 schrieb sie auf dem Weltbank-Blog, sie wolle nur einmal im Monat reisen und pro Nacht acht Stunden schlafen. Was sie sich für die Welt wünscht, gilt auch für sie selbst: Wachstum und Karriere, ja! Aber nicht um jeden Preis.

Christina Felschen

Stand: 2019-07-19