Dr. Gemedo Dalle Tussie

Äthiopien

Minister für Umwelt, Forstwirtschaft und Klimawandel der Demokratischen Bundesrepublik Äthiopien

DAAD-Promotionsstipendium 2003–2004

Dr. Gemedo Dalle Tussie Privat


Biologie war für Dr. Gemedo Dalle Tussie zunächst nur die zweite Wahl. Eigentlich hatte er Medizin studieren wollen – doch dazu bekam er nicht die Möglichkeit. „Ich bin in einer ländlichen Region geboren und aufgewachsen“, sagt er. „Unsere Gemeinden lebten in enger Bindung zur Natur.“ Als amtierender Minister für Umwelt, Forstwirtschaft und Klimawandel der Demokratischen Bundesrepublik Äthiopien setzt er sich seit November 2016 für den Erhalt und die nachhaltige Nutzung der heimische Pflanzen- und Tierwelt ein: Die Bewahrung der Artenvielfalt und der Wälder, der Kampf gegen Umweltzerstörung – Gemedo stellt sich komplexen Aufgaben und Zusammenhängen. „Bei den geplanten Initiativen handelt es sich um die integrierte Umsetzung der Beschlüsse der Rio-Abkommen“, sagt er. „Dazu stärken oder etablieren wir Kooperationen mit Organisationen wie der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) oder stellen öffentlich-private Partnerschaften her. Zudem stehen die Kapazitätsentwicklung und Aktionsforschung im Fokus.“

Dank des DAAD-Stipendiums habe ich gelernt, wie entscheidend internationale Kooperationen und Partnerschaften für das Erreichen von Zielen sind.
Gemedo Dalle Tussie

Für die Herausforderungen ist Gemedo Dalle Tussie bestens gerüstet – nicht zuletzt dank eines DAAD-Promotionsstipendiums, das den 1972 in Arsi Nagellein geborenen Äthiopier an die Georg-August Universität in Göttingen führte. Gemedo, der zuvor an der Addis Ababa University seinen Bachelor in Biologie und auch seinen Masterabschluss in Botanik absolviert hatte, promovierte dort in Agrarwissenschaften zum Thema Weidewirtschaft. Von seinen Betreuern wurde er dabei tatkräftig unterstützt: „Sie waren sehr freundlich zu mir und meiner Familie“, erinnert sich der DAAD-Alumnus. „Außerdem habe ich eine andere Form der Arbeitskultur kennengelernt, geprägt von Disziplin und harter Arbeit.“ 

Zurück in Äthiopien startete er seine Karriere als Botaniker am Ethiopian Biodiversity Institute. Bereits nach einigen Monaten stieg Gemedo zum Leiter der Abteilung für den Erhalt forstgenetischer Ressourcen auf. „Zu meinen Aufgaben gehörten auch die Inventur von Baumarten und die Etablierung von In-situ- und Ex-situ- Naturschutzgebieten“, sagt Gemedo. Nach einem weiteren Zwischenschritt als Direktor für „Genetic Resources Transfer and Regulation Directorate“ war Gemedo von 2011 bis 2016 Generaldirektor des „Ethiopian Biodiversity Institute“. Zudem leitete er Kurse, unter anderem zu den Themen „Umweltökologie und Ökosystemmanagement“, „Pflanzenökologie“ und „Biodiversitätsmanagement“.    

Auch in seiner aktuellen Rolle als Umweltminister greift er immer wieder auf die in Deutschland erworbenen Kompetenzen zurück. „Mithilfe des DAAD-Stipendiums konnte ich mein Selbstvertrauen und meine persönlichen Kapazitäten weiterentwickeln“, sagt Gemedo. Dies sei hilfreich bei der Auseinandersetzung mit komplexen Themen, sowohl auf nationaler als auch internationaler Ebene. „Zudem habe ich gelernt, wie entscheidend internationale Kooperationen und Partnerschaften für das Erreichen von Zielen und Vorgaben sind.“

Stand: 2017-02-09