Otobong Nkanga

Nigeria

Künstlerin

Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD 2014

Otobong  Nkanga Wim van Dongen


Ihr Interesse gilt dem Wert und Gebrauch natürlicher Ressourcen: Otobong Nkanga untersucht in ihren Arbeiten, inwiefern die Bedeutung der Materialien innerhalb verschiedener Kulturen vergleichbar ist. Als Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD 2014 erweiterte sie in der deutschen Hauptstadt ihre künstlerische Perspektive: „Amazing“, erstaunlich und wunderbar, sei die Zeit in Berlin gewesen, sagt sie. „Ich konnte mich ganz auf meine Kunst konzentrieren und einfach mal drei Tage durcharbeiten, wenn mir danach war.“ Die vielen Kontakte in die Berliner Künstlerszene, Diskussionen und Begegnungen fand die 1974 in Kano, Nigeria,  geborene Künstlerin, die heute in Antwerpen lebt, besonders inspirierend. „Es herrschte so eine positive Grundhaltung“, stellt Otobong Nkanga fest. „Alles ist möglich, das habe ich dort oft gehört.“

Alles ist möglich, das habe ich in Berlin oft gehört.
Otobong Nkanga

In ihren Performances spielen Zeichnungen, Skulpturen, Musik, Sprache und Bewegung zusammen. „Mich interessieren die Geschichten hinter den Dingen“, sagt sie. „Sie sind viel tiefer als das, was wir sehen.“ Mit Objekten oder Materialien geht die Künstlerin spielerisch um. Sie holt sie aus tradierten Bezügen und zeigt sie in neuen, interkulturellen Zusammenhängen. Wie die Frauen in ihrem Werk Diaspore (2014), die Topfblumen auf ihren Köpfen balancieren. Seit Mitte der 1990er-Jahre lebt Otobong Nkanga in Europa. Nach zwei Studienjahren in Nigeria studierte sie an École nationale supérieure des beaux-arts in Paris und an der Rijksakademie in Amsterdam. Ihre international beachteten Arbeiten sind in der Londoner Tate Modern ebenso zu sehen wie im Stedelijk Museum oder auf Biennalen in Benin und Shanghai. In Frankfurt am Main widmete sie sich als Gastprofessorin der Städelschule mit ihrer Ausstellung „Crumbling Through Powdery Air“ von Juli bis September 2015 der ambivalenten Konnotationen von Glanz und Schein. Zudem war sie im Frühjahr 2015 mit einer Installation zum 25-jährigen Bestehen des Essener Folkwang Museums in Deutschland vertreten. Otobong Nkanga fotografierte Mitarbeiter des Museums mit einem Objekt ihrer Wahl und verdichtete die Bilder zu einem Porträt des Hauses. Ausgangspunkt ihrer Recherche war eine antike Marmorhand. „Niemand wusste, woher sie kommt“, erklärt Nkanga. Das Fragment hat sie zu großformatigen Zeichnungen inspiriert, die um den Glauben an die Magie kreisen. „Kunst hat die Kraft, emotional gefangen zu nehmen und die Fantasie anzuregen.“

Stand: 2015-10-15