Dr. Markus Kerber

Deutschland

Ökonom, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Deutscher Industrie (BDI)

DAAD-Stipendium 1985–1986

Dr. Markus  Kerber BDI_Kruppa


Markus Kerber gilt als einflussreichster Wirtschaftslobbyist des Landes. Als Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Industrie (BDI) vertritt der promovierte Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler mehr als 100.000 produzierende Unternehmen in Deutschland. Angetreten ist er mit dem Anspruch, das Miteinander von Wirtschaft und Politik zu verbessern. Eine Aufgabe, für die er bestens gerüstet ist. Denn der 1963 in Ulm geborene Finanzexperte kennt beide Seiten gut.

Ohne den Aufenthalt in den USA hätte ich bestimmt einen ganz anderen Weg genommen.
Dr. Markus Kerber

Studiert hat Markus Kerber an den Universitäten in Hohenheim und Los Angeles. Die sechs Monate als DAAD-Stipendiat in Kalifornien prägten dabei seinen Lebens- und Berufsweg stark. „Die Kombination aus Leben im Ausland, Studium in einem anderen System und das Erleben einer anderen Kultur haben meinen Horizont im wahrsten Sinne des Wortes erweitert“, stellt er rückblickend fest. „Ohne den Aufenthalt in den USA hätte ich bestimmt einen ganz anderen Weg genommen.“ Nach der Promotion bewarb er sich bei der altehrwürdigen Londoner Bank SG Warburg – der Sprung ins Investmentbanking gelang auf Anhieb. Er wechselte zur Deutschen Bank und wurde anschließend Finanzvorstand beim IT-Dienstleister GFT Technologies in Stuttgart. Als er seine Flugstunden hochrechnete und feststellte, dass er in elf Jahren ein ganzes Lebensjahr in der Luft verbracht hatte, kündigte Markus Kerber und wechselte in die Politik. Wolfgang Schäuble holte ihn ins Innenministerium, wo er die Abteilung für Grundsatzfragen leitete und die ersten Islamkonferenzen organisierte. Nach dem Ende der großen Koalition folgte er dem Minister ins Finanzministerium und war für die internationale Finanz- und Währungspolitik verantwortlich.

Seit 2011 steht Markus Kerber dem BDI vor, den er auch international in Brüssel, Shanghai oder London vertritt. Mobilität ist für ihn bis heute das Wichtigste im Studium. „Sie zwingt einen zur beständigen Ertüchtigung des eigenen Koordinatensystems“, betont der Geschäftsführer. „Dieser Wechsel der Bezugssysteme fördert gleichzeitig das interdisziplinäre Denken.“

Stand: 2015-10-15