Prof. Dr. Juliane Kokott

Deutschland

Juristin, Generalanwältin am Europäischen Gerichtshof (EuGH)

DAAD-Stipendium 1978–1979

Prof. Dr. Juliane  Kokott Ortner


Die alte Vorstellung von der staatlichen Souveränität erscheint ihr überholt. Vielmehr sind die Nationalstaaten heute in eine internationale Ordnung eingebunden, sagt sie. Dadurch entstehen neue Freiräume für die Menschen und Unternehmen. Diese Freiräume gestaltet Juliane Kokott seit Oktober 2003 als Generalanwältin am Europäischen Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg mit. Damit ist die 1957 geborene Juristin in einem halben Jahrhundert EuGH-Geschichte erst die dritte Frau auf einem der acht Anwaltsposten.

Das Stipendium war der erste wesentliche Baustein für meine spätere internationale Laufbahn.
Juliane Kokott

Juliane Kokott studierte Rechtswissenschaften an den Universitäten Bonn und Genf. In der Schweiz wurde sie 1978 ein Jahr lang vom DAAD gefördert: „Das Stipendium war der erste wesentliche Baustein für meine spätere internationale Laufbahn.“ Es öffnete der jungen Frau den Weg an die Harvard University und später, 1991, als „visiting professor“ an die University of California, Berkeley. 1994 wurde die heute sechsfache Mutter Professorin für ausländisches öffentliches Recht, Völkerrecht und Europarecht. Es folgten weitere berufliche Stationen als stellvertretende Richterin am Vergleichs- und Schiedsgerichtshof der OSZE, 1996 berief sie Bundeskanzler Kohl in den Beirat „Globale Umweltveränderungen“, dorthin ernannte sie die Regierung Schröder 2003 erneut.

1999 erhielt Juliane Kokott, die im Saarland aufwuchs, einen Ruf an die Universität St. Gallen. Ein Jahr später wurde sie Direktorin des dortigen Instituts für Europäisches und Internationales Wirtschaftsrecht, 2001 stellvertretende Leiterin des Master of Business Law-Programms der Universität, bis sie im Herbst 2003 nach Luxemburg wechselte. Trotzdem lehrt sie weiterhin – als Titularprofessorin an der Universität Sankt Gallen in der Schweiz, als Visiting Professor am renommierten Europakolleg (Collège d’Europe) im belgischen Brügge oder an der Universität Luxemburg.

Das DAAD-Stipendium am Anfang ihrer Karriere hat Spuren hinterlassen, über die sich Juliane Kokott freut: „Genf hat mein Interesse und meine Freude an anderen Rechtskulturen vertieft und viele noch heute anhaltende Freundschaften ermöglicht.“

Stand: 2015-10-05