Mark Potstada

Deutschland

Berater und Referatsleiter Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK)

DAAD-Stipendium 2002–2003

Mark Potstada Michel Buchmann


Mark Potstada beantwortet beim DIHK in Berlin Fragen von Wirtschaftsunternehmen, die Beziehungen zu Ländern in Mittel- und Osteuropa, Afrika, Asien und Ozeanien aufnehmen wollen und koordiniert in diesem Bereich das Netz der Deutschen Auslandshandelskammern (AHK). Er ist ein Kenner auf diesem Gebiet. Viele Jahre lebte und arbeitete er in Saudi-Arabien und vertrat in Riad als stellvertretender Geschäftsführer die AHK. Potstada half damals vor Ort deutschen Unternehmen beim Eintritt in den saudischen Markt. Er organisierte Unternehmerreisen in das arabische Land und schaffte Möglichkeiten zu Beratung und Gespräch vor Ort. In Berlin hat sich seine Beratungsleistung über Saudi-Arabien hinaus ausgedehnt. „Es ist eine sehr abwechslungsreiche Arbeit“, sagt er. „Ich reise häufig und habe mit vielen Menschen und Unternehmen aus anderen Ländern zu tun.“

Sehr viel von dem, was ich während meines DAAD-Stipendiums in Exeter gelernt hatte, stellte sich in der Praxis genau so dar.
Mark Potstada

Schon als Gymnasiast interessierte sich der 1975 geborene Mark Potstada für den Nahen und Mittleren Osten. Er verfolgte den israelisch-palästinensischen Konflikt und den ersten Golfkrieg und wollte sich intensiver mit der gesamten Region, ihrer Politik, Wirtschaft und Kultur beschäftigen. So fiel seine Studienwahl auf Politikwissenschaft mit Schwerpunkt Internationale Beziehungen. Mark Potstada studierte in Bamberg, Washington und Berlin und bewarb sich während seiner Diplomarbeit für ein DAAD-Graduierten-Stipendium in Exeter. Die britische Universität bot als einzige einen Master-Studiengang zur arabischen Golfregion an. Mark Potstada sah gerade in dieser Region großes wirtschaftliches Potenzial.

Die Zeit von Oktober 2002 bis September 2003 in Exeter war von intensivem Lernen geprägt. „Dafür war neben langen Literaturlisten und regelmäßigen ‚Essay Assignments‘ auch mein Arabischkurs mit elf Stunden pro Woche verantwortlich“, erzählt der Politologe. In allen Fächern fand der Unterricht in Kleingruppen statt. Das garantierte den Lernerfolg, verlangte aber eine gründliche Vor- und Nachbereitung. „Wenn man volle Hörsäle kennt, sind diese Studienbedingungen schon etwas Besonderes“, sagt er. Viel Freizeit hatte der DAAD-Stipendiat damals nicht.

Nach dem Diplom arbeitete Mark Potstada als Referent für die arabische Golfregion in der Arabisch-Deutschen Vereinigung für Handel und Industrie in Berlin. 2005 ging es in die Region seiner Träume, nach Riad. „Ich war bestens vorbereitet, denn sehr viel von dem, was ich während meines DAAD-Stipendiums in Exeter gelernt hatte, stellte sich in der Praxis genau so dar.“

Das Leben in dem streng religiösen, konservativen Land war aber nicht immer einfach. Die Gesellschaft habe sich Normen auferlegt, die Menschen aus dem Westen mitunter befremdlich fänden, so der Deutsche: „Dennoch man kann hier gut leben, was auch an den vielen Parallelgesellschaften liegt, die ein wenig Gewohntes in die Fremde bringen.“ Im Wesentlichen sei es eine Frage von Toleranz und Verständnis für das Andere. „Ich fühlte mich häufig an das DAAD-Motto erinnert, das zu meiner Bewerbungszeit die Informationsbroschüren zierte: ‚Nicht besser oder schlechter, sondern anders.“

Stand: 2015-10-04