Dr. Winfried Scharlau

Deutschland

Journalist

DAAD-Stipendium 1961–1963

Dr. Winfried Scharlau DAAD


Was politischer Journalismus sein kann, was Weltoffenheit und Liberalität sein kann: All dies habe ich in Oxford gelernt!
Winfried Scharlau

Winfried Scharlau prägte lange Zeit das Bild, das sich deutsche Fernsehzuschauer von der fernen Welt machten. Als Auslandskorrespondent der ARD im Vietnamkrieg, später in Hongkong, Singapur und Washington berichtete er seit 1964 und gab drei Jahrzehnte (bis April 2000) dem „Weltspiegel“ ein Gesicht.

Am St. Antony’s College in Oxford forschte der promovierte Historiker mit Hilfe eines gemeinsamen Stipendiums des DAAD und des College. Ergebnis: eine zweite Dissertation, diesmal über Parvus Helphand, den Finanzier Lenins. In Oxford lernte Scharlau dabei nicht nur Studierende aus allen Teilen der Welt kennen, sondern auch die besondere britische journalistische Kultur, eine rückblickend wertvolle Erfahrung: „Was politischer Journalismus sein kann, was Weltoffenheit und Liberalität sein kann: all dies habe ich dort gelernt!“

In seiner Berichterstattung ging es Winfried Scharlau an erster Stelle darum, „zu zeigen, wie die Menschen im Ausland leben: unterschiedlich aber dennoch mit gleichen menschlichen Ansprüchen.“ Um den Alltag zu vermitteln, sei es unbedingt notwendig, in dem betreffenden Land zu leben, sagte Scharlau und hat es selbst immer so gehalten. „Man muss an Ort und Stelle die gesellschaftlichen Wandlungen verfolgen und nicht hinreisen wie ein Tourist und den Zuschauern dann erzählen, was die anderen Touristen auch schon gesehen haben“, lautete sein Credo für seriösen Journalismus.

Winfried Scharlau starb am 7. Dezember 2004 im Alter von 70 Jahren in Hamburg.

Stand: 2015-10-05