Prof. Dr. Wangari Maathai

Kenia

Politikerin, Umweltaktivistin, Friedensnobelpreis 2004

DAAD-Stipendium 1978

Prof. Dr. Wangari Maathai DAAD


Die Folgen ihres Engagements für die Umwelt sind nicht zu übersehen: 20 Millionen Bäume haben vor allem Frauen seit 1977 in Kenia gepflanzt. Damals gründete Wangari Maathai die Green Belt Movement. „Wir haben eine besondere Verantwortung für das Ökosystem dieses Planeten. Indem wir andere Arten schützen, sichern wir unser eigenes Überleben.“ Ihre grüne Bewegung schärfte nicht nur das ökologische sondern auch das politische Bewusstsein der Bevölkerung. Die Kenianerin, Jahrgang 1940, war von 2003 bis 2007 Vizeumweltministerin ihres Landes und der Zeit, wie immer, ein Stück voraus. Als erste Frau Ostafrikas erhielt sie einen Doktortitel in Biologie, wurde 1971 die erste Professorin für Veterinäre Anatomie und später Dekanin ihres Fachbereichs an der Universität von Nairobi. 1978 verbrachte die Veterinärmedizinerin einen vom DAAD geförderten Studienaufenthalt in Deutschland

Wir haben eine besondere Verantwortung für das Ökosystem dieses Planeten. Indem wir andere Arten schützen, sichern wir unser eigenes Überleben.
Wangari Maathai

Trotz dieser ungewöhnlichen Karriere verlor sie die massiven sozialen und wirtschaftlichen Probleme der Frauen ihres Landes nie aus den Augen. Im Gegenteil: Als Vorsitzende des „National Council for Women in Kenya“ ermutigte sie ihre Geschlechtsgenossinnen zu mehr Selbstständigkeit und gewann sie für die gigantische Baumpflanzaktion. Die dreifache Mutter scheute nicht den Konflikt mit dem autoritären Moi-Regime. Wahrung der Menschenrechte, Emanzipation der Frauen, Gewaltlosigkeit, ökologische Nachhaltigkeit und Demokratie waren die Ziele, für die Wangari Maathai unbeirrt eintrat, und für die sie vor allem in den Neunzigerjahren immer wieder ohne Anklageerhebung verhaftet wurde. Weltweite Aufmerksamkeit erregte 1998 ihre Opposition gegen ein vom Präsidenten unterstütztes Bauprojekt im Urwald. Im Dezember 2002 zog Wangari Maathai als Abgeordnete ins Parlament ein und wurde schließlich Mitglied im Kabinett des neuen Präsidenten Mwai Kibaki. Im Dezember 2005 wurde sie von ihm erneut zur Vize-Umweltministerin ernannt.

Wangari Maathai starb am 25. September 2011 im Alter von 71 Jahren in Nairobi.

Stand: 2015-09-17