Prof. Dr. Vassilios Skouris

Griechenland

Jurist, ehemaliger Präsident des Gerichtshofs der Europäischen Gemeinschaften (EuGH) in Luxemburg

DAAD-Stipendium 1965–1972

Prof. Dr. Vassilios Skouris DAAD


Mehr Richter, mehr Streitfälle und mehr Sprachen, in denen geklagt werden kann – der Präsident nahm es gelassen. „Das ist eine Organisationsfrage, die wir gut gelöst haben“, kommentierte Vassilios Skouris die Herausforderungen, die mit der EU-Erweiterung 2004 auf den Gerichtshof der europäischen Gemeinschaften (EuGH) in Luxemburg zukamen. „Der Sprung von ursprünglich sechs auf 15 Mitglieder ist nicht viel kleiner als der Sprung von 15 auf 25. Das geschieht in einer Art und Weise, die für den EuGH keine unüberwindlichen Schwierigkeiten aufwirft.“

Der deutsche Doktortitel ist auf jeden Fall ein Vorteil für die spätere Berufstätigkeit.
Vassilios Skouris

Seit Herbst 2003 steht Vassilios Skouris, Jahrgang 1948, an der Spitze des EuGH. In dem großen Gebäudekomplex auf dem Plateau Kirchberg arbeitet der Grieche bereits seit 1999 als Richter. In den Jahren zuvor, von 1989 bis 1996, war er Innenminister seines Heimatlandes. Als junger Mann hatte der Thessalonicher mit Unterstützung des DAAD Rechtswissenschaft in Berlin studiert. Anschließend promovierte er an der Universität Hamburg. „Der deutsche Doktortitel ist auf jeden Fall ein Vorteil für die spätere Berufstätigkeit“, betont der Jurist. Später lehrte der ehemalige Stipendiat an der Universität Bielefeld öffentliches Recht. Im Jahr 1982 nahm er dann einen Ruf an die Hochschule seiner Geburtsstadt Thessaloniki an.

Die Aufgaben im erweiterten Europa sieht Vassilios Skouris, der im Oktober 2012 in seinem Amt bestätigt wurde, positiv: „Die Richter kommen aus unterschiedlichen Schulen, und das ist gut so. Wir haben keine Schwierigkeiten, miteinander zu kommunizieren, denn die Rechtsprobleme sind überall die gleichen.“ Eine seiner zuletzt wichtigsten Rollen spielte der griechische Intellektuelle zusammen mit seinen Kollegen in den Auseinandersetzungen um die Kompetenzen der Europäischen Zentralbank (EZB). Im Mai 2015 wurde dem Gerichtshof, den er leitet, der 50. Theodor-Heuss-Preis verliehen, als „Hüter der rechtlichen Einheit und Rechtsstaatlichkeit“ – so die Begründung der Theodor-Heuss-Stiftung.

Stand: 2015-09-14