Prof. Dr. Wassilios E. Fthenakis

Griechenland

Pädagoge, Anthropologe, Genetiker, Psychologe, Professor emeritus für Entwicklungspsychologie und Anthropologie an der Freien Universität Bozen

DAAD-Jahresstipendium 1963–1965

Prof. Dr. Wassilios E. Fthenakis DAAD


Wer sich mit Frühpädagogik beschäftigt, kommt an Wassilios E. Fthenakis nicht vorbei. In Deutschland ist der gebürtige Grieche ein gefragter Politikberater. Er entwirft familienpolitische Konzepte für Regierungen und ist Sachverständiger des Bundesverfassungsgerichts in Fragen des Kindschaftsrechts und des elterlichen Sorgerechts nach Trennung und Scheidung. Fthenakis ist Mitglied in mehr als 20 wissenschaftlichen Organisationen weltweit und seit 2006 Präsident des Didacta Verbandes der Bildungswirtschaft, der jährlich die didacta, die größte Bildungsmesse Europas, organisiert.

Kinder haben Anspruch auf die beste Bildung.
Wassilios Emmanuel Fthenakis

Von 1975 bis 2005 hat er das deutsche Staatsinstitut für Frühpädagogik in München geleitet, heute ist Wassilios E. Fthenakis Professor emeritus an der Freien Universität Bozen, wo er seit 2002 lehrt. Fthenakis ist froh, dass in Deutschland die Bedeutung von frühkindlicher Bildung erkannt wird, die meisten Reformen gehen ihm jedoch nicht weit genug: „Die Weichen sind gestellt“, sagt er, „aber wir brauchen eine andere Philosophie im Hinblick auf die Bildung von Kindern.“

Seine eigene Bildungslaufbahn liest sich beeindruckend: Im Alter von 21 Jahren hatte er bereits ein Diplom in Pädagogik abgelegt. Nach einer Tätigkeit in der Jugendbildungsarbeit auf Kreta wollte er sein Fachprofil erweitern und nach Genf gehen. „Es war reiner Zufall, dass ich damals zwei deutsche Professoren getroffen habe“, erzählt er. Sie fragten ihn, ob er nicht lieber nach Deutschland kommen wolle, doch Fthenakis hatte wegen des Zweiten Weltkriegs Vorbehalte. Darauf einer der Professoren: Wenn Sie diese Einstellung gegenüber unserem Land haben, dann müssen Sie kommen und es jetzt kennen lernen. „Ich bin heute noch dankbar für diesen Satz“, sagt Fthenakis.

An der Ludwig-Maximilians-Universität München erwarb er drei Doktortitel und wurde 1986 im Fach Sozialanthropologie habilitiert. Die entscheidende Rolle für die erfolgreiche wissenschaftliche Karriere habe das Stipendium des DAAD gespielt, ist Fthenakis überzeugt. Er wünscht sich, dass das Netzwerk der ehemaligen DAAD-Stipendiaten nach dem Vorbild der Alumni-Netzwerke amerikanischer Universitäten ausgebaut wird: „Dort gibt es große Clubs, wo sich die Alumni für verschiedene Zwecke engagieren. So etwas wäre wichtig, denn wir Alumni haben auch etwas zurückzugeben.“

Stand: 2015-09-11