Prof. Dr. Ulla Bonas

Deutschland

Biologin, Genetikerin, Leibniz-Preisträgerin 2011

DAAD-Post-Doc-Stipendium 1985–1986

Prof. Dr. Ulla Bonas DAAD


Schon mit 14 wusste sie, dass sie einmal Forscherin werden wollte. So kaufte sich Ulla Bonas bereits während ihrer Schulzeit Bücher über Biochemie – und begeisterte sich schließlich für die Lebenswissenschaften. Insbesondere die Genetik faszinierte sie. Daher studierte die 1955 in Köln Geborene Biologie und Botanik in ihrer Heimatstadt und spezialisierte sich schnell.

Mobilität ist in den Wissenschaften sehr wichtig, ein Auslandsaufenthalt Gold wert.
Ulla Bonas

Von der Uni ging sie an das Kölner Max-Planck-Institut für Züchtungsforschung und von dort 1985/1986 mit einem Post-Doc-Stipendium des DAAD an die University of California in Berkeley in den USA. Dort begann sie auch die Forschungen, die ihr den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis 2011 der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) einbrachten. Es ist mit 2,5 Millionen Euro der höchstdotierte deutsche Förderpreis für Grundlagenforschung.

Die Genetikerin, Professorin am Institut für Biologie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, erhält ihn als weltweit führende Forscherin zu Wechselwirkungen zwischen krankheitsauslösenden Bakterien und Pflanzen. Ihr Schwerpunkt ist der Krankheitserreger Xanthomonas campestris pv. Vesicatoria (Xcv). Dieser verursacht die Fleckenkrankheit auf Paprika und Tomate, indem er deren Gene manipuliert und so hohe Ernteverluste herbeiführt. In einer Reihe von aufsehenerregenden Arbeiten gelang Ulla Bonas zunächst die Klonierung und Charakterisierung des Avirulenzgens von Xcv – dem AvrBs3-Gen – und anschließend die Aufklärung seiner Funktionalitäten.

Nach der Habilitation in Berlin wurde Bonas als Heisenberg-Stipendiatin der DFG Leiterin einer selbständigen Arbeitsgruppe und später Forschungsleiterin am CNRS Institut des Sciences Végétales im französischen Gif-sur-Yvette. Als sie den Ruf nach Halle an der Saale erhielt, zögerte sie. Eigentlich, so Bonas, „wollte ich nicht nach Deutschland zurück, da ich enttäuscht war von der deutschen Wissenschaftslandschaft“. Doch nach langen Verhandlungen mit der Uni Halle und der Zusage, dass man für ihren Fachbereich ein neues Gebäude bauen würde, nahm sie den Ruf an und wechselte 1998 an die Martin-Luther-Universität. In Halle gestaltet sie längst auch Wissenschaftspolitik: 2015 wurde die Pflanzengenetikerin zur Vize-Rektorin der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina gewählt. Trotzdem sagt sie: „Meine Auslandsaufenthalte in den USA und Frankreich waren unabdingbar für meine Forschungen.“ Ihr Rat an Nachwuchswissenschaftler und auch an ihre Studierenden:„Mobilität ist in den Wissenschaften sehr wichtig, ein Auslandsaufenthalt Gold wert.“

Stand: 2015-10-01