Prof. Dr. Sascha Spoun

Deutschland

Ökonom, Politologe, Präsident der Leuphana Universität Lüneburg

DAAD-Stipendium 1992–1993

Prof. Dr. Sascha Spoun DAAD


Was macht eigentlich eine Universität attraktiv? Diese Frage treibt Sascha Spoun mehr denn je um. Im Herbst 2005 wurde er im Alter von 36 Jahren zum Präsidenten der Universität Lüneburg gewählt und war damit der jüngste Leiter einer staatlichen Hochschule. Seine Antwort auf die oben genannte Frage: Leidenschaft für die Sache und für die Institution.

Das DAAD-Stipendium gab mir die Freiheit, mich als Student voll zu entfalten. Das prägte meinen weiteren Weg entscheidend.
Sascha Spoun

Spoun studierte von 1988 bis 1996 Wirtschaftswissenschaften und Politikwissenschaften in Ann Arbor, München, Paris und St. Gallen. 1998 promovierte er dort über die „Internationalisierung von Universitäten“. Während seiner Studienzeit war er zwei Jahre Präsident der St. Galler Studentenschaft und beschränkte sich dabei nicht auf die Sitzungen der Hochschulgremien. Ihn reizte die praktische Arbeit: Bei der Einrichtung zweier Studentenwohnheime, der Schaffung eines Mentorenpreises für Professoren und der Organisation von Diskussionsveranstaltungen auf dem Campus war er beteiligt. Der Aufenthalt in Sankt Gallen, ermöglicht auch durch den DAAD, hat daher nicht nur fachliche Spuren hinterlassen: „Das DAAD-Stipendium gab mir die Freiheit, mich als Student voll zu entfalten, was meinen weiteren Weg entscheidend prägte“, sagt Spoun.

Das Studium der Wirtschaftswissenschaften kam seinem Temperament und seinem unternehmerischen Talent entgegen. Sein Arbeitsgebiet „Public Management“, mit dem Fokus auf Universitäten, liegt an der Schnittstelle zwischen Fragen ökonomischen Handelns und der Führung in öffentlichen Organisationen. Als Delegierter des Rektors der Universität St. Gallen für Universitätsentwicklung setzte er ein neues Studienmodell um. Dazu gehören eine Startwoche, ein erstes allgemein bildendes Studienjahr, ein Coaching- und Mentoring Programm, Campus Credits und das so genannte Kontextstudium. Er setzt damit auf die Bildung der gesamten Persönlichkeit.

Mit diesen Erfahrungen einer „Neukonzeption der Lehre“ baute er in Lüneburg ein neues Studienmodell auf. Seine Aufgabe sieht Spoun darin, die klassischen Ideen der Universität neu zu bewerten und zeitgemäß zu interpretieren: „Forschendes Lernen, Breite der Bildung, Streben nach Exzellenz, Mut zum Risiko, Freude an der Anstrengung und die Gemeinsamkeit von Lehrenden und Lernenden prägen das Studium an einer Universität“, ist Spoun überzeugt. Zehn Jahre nach seinem Amtsantritt hat sich die Hochschule – seit 2006 unter dem neuen Namen „Leuphana“ – in den Bereichen Management und Entrepreneurship, Nachhaltigkeitsforschung, Bildungsforschung und Kulturforschung einen Namen gemacht.

Stand: 2015-10-05