Prof. Dr. Thomas von Danwitz

Deutschland

Richter am Europäischen Gerichtshof

DAAD-Stipendium 1989–1990

Prof. Dr. Thomas von Danwitz DAAD


Europa liegt Thomas von Danwitz am Herzen – beruflich und persönlich. Seinen Werdegang hat der Jurist schon früh dem gemeinsamen europäischen Weg verschrieben. Krönung dieser Bemühungen: Im Oktober 2006 wurde von Danwitz zum deutschen Richter des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) in Luxemburg ernannt. Der Gerichtshof ist das höchste europäische Gericht und besteht aus 25 Richtern und acht Generalanwälten, die in gegenseitigem Einvernehmen der Mitgliedsstaaten auf sechs Jahre bestimmt werden.

Meine Zeit an der ENA hat mir großartige Möglichkeiten eröffnet: Bereichernd waren die juristischen Erkenntnisse, beeindruckend die verwaltungspraktischen Erfahrungen, unvergessen die persönlichen Eindrücke und die Freundschaften, die heute noch bestehen.
Thomas von Danwitz

Thomas von Danwitz, Jahrgang 1962, studierte nach dem Abitur Rechtswissenschaften, Politologie und neuere Geschichte an den Universitäten Bonn und Genf. 1988 promovierte er in Bonn in Rechtswissenschaften , um dann – mithilfe eines DAAD-Stipendiums – an die französische Eliteverwaltungshochschule ENA in Paris zu gehen. Dort legte er 1990 sein „Diplôme international d’administration publique“ ab. Zu seiner ENA-Ausbildung gehören auch praktische Erfahrungen beim Präfekten des Départements Haute-Marne, am Conseil d’État, dem obersten Verwaltungsgericht, und im Kabinett des französischen Richters am Gerichtshof der EG in Luxemburg.

1996 wurde Thomas von Danwitz an der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität Bonn habilitiert, um im gleichen Jahr einem Ruf an die Ruhr-Universität Bochum zu folgen. Dort übernahm er den Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Europarecht, war Direktor des Instituts für deutsches und europäisches Umweltrecht und Direktor des Institutes für Berg- und Energierecht. Im Wintersemester 2000/2001 zog es ihn als Gastprofessor an die Fletcher School of Law and Diplomacy der Tufts University/USA.

Zum 1. März 2003 folgte er einem Ruf der Universität Köln. In der rheinischen Metropole war er zunächst am Institut für Medien- und Kommunikationsrecht tätig, bevor er im April 2006 auf den Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Europarecht, Wirtschaftsverfassungs- und Wirtschaftsverwaltungsrecht wechselte und Direktor des Instituts für Öffentliches Recht und Verwaltungslehre wurde. Darüber hinaus bemüht sich von Danwitz um die deutsch-französischen Beziehungen, kooperiert mit der ENA und unterrichtete als Gastprofessor in Tours und Paris französische angehende Juristen. Für seinen Einsatz für die deutsch-französischen Beziehungen verlieh man ihm 2004 den „Nationalen Verdienstorden“ Frankreichs. 2010 wurde von Danwitz mit der Ehrendoktorwürde der Université François Rabelais de Tours geehrt.

In seinem hohen richterlichen Amt am Europäischen Gerichtshof hat Thomas von Danwitz seit 2006 unter anderem die Aufgabe, gemeinsam mit seinen Kollegen darüber zu entscheiden, ob nationales Recht mit Europarecht konform ist, und zu überprüfen, ob das EU-Recht in den Mitgliedsstaaten auch angewendet wird.

Stand: 2015-10-05