Dr. Wilhelm Krull

Deutschland

Wissenschaftsmanager, Generalsekretär der VolkswagenStiftung

DAAD-Lektor 1980–1984

Dr. Wilhelm Krull DAAD


Seit 1996 ist Wilhelm Krull Generalsekretär der größten deutschen Stiftung zur Förderung der Wissenschaften im In- und Ausland. Sie ist Haupterbin des Automobilkonzerns Volkswagen, aber durch Verkauf und Neuanlage des Vermögens vom Unternehmen unabhängig. Allemal, so Krull, will „das Förderprogramm fächerübergreifender Zusammenarbeit und entsprechender Grundlagenforschung dienen“. Ziel ist es, „die vorherrschende Sprachlosigkeit zwischen den traditionellen Disziplinen zu überwinden“. Dafür stehen pro Jahr rund hundert Millionen Euro zur Verfügung.

Die vorherrschende Sprachlosigkeit zwischen den Disziplinen überwinden!
Wilhelm Krull

Fast wäre Wilhelm Krull statt Forschungsförderer selbst Wissenschaftler geworden. Nach dem Studium der Germanistik, Pädagogik und Politikwissenschaft in Bremen und Marburg promovierte er 1980, mit 28 Jahren, zum Dr. phil. Die Dissertation handelte von der „Politischen Prosa des Expressionismus“, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts tonangebenden Kunstrichtung.

Nach dem Studium war Wilhelm Krull von 1980 bis 1984 DAAD-Lektor an der Universität Oxford in Großbritannien. Danach lehrte und forschte er für ein Jahr mit einem DAAD-Weiterqualifizierungsstipendium an der Uni Bonn. Mitte der 1980er-Jahre ging Wilhelm Krull zum Wissenschaftsrat, der maßgeblichen Institution zur Politikberatung in Deutschland. Dort war er zuletzt Bereichsleiter für Forschung, Internationales und Öffentlichkeitsarbeit. 1993 wechselte er in die Generalverwaltung der Max-Planck-Gesellschaft (MPG) nach München, zuständig für Außenbeziehungen, Forschungspolitik und erneut Öffentlichkeitsarbeit, bis er zwei Jahre später zum Generalsekretär der Volkswagenstiftung berufen wurde.

Krulls Berufsweg über den DAAD, den Wissenschaftsrat und die MPG bis zur Stiftung zeigt exemplarisch, wie eng vernetzt die großen Institutionen des deutschen Wissenschaftssystems sind und wie sie durch Personalaustausch voneinander und miteinander lernen. Neben seinem Hauptberuf nimmt Wilhelm Krull zahlreiche ehrenamtliche Aufgaben in nationalen und internationalen Gremien wahr und engagiert sich in vielfältiger Weise für das Stiftungswesen: Von 2008 bis 2014 war Krull Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes deutscher Stiftungen, zuvor war er Vorsitzender des Europäischen Stiftungsverbandes (2006 bis 2008) und Vorsitzender des Hague Club der 25 größten europäischen Stiftungen (2003 bis 2005). Im Juli 2009 erhielt er den Titel des Ehrensenators der Universität Konstanz, die damit seine Leistungen als Universitätsratsvorsitzender würdigte. Im Jahr 2010 wurde Krull mit dem Niedersächsischen Staatspreis ausgezeichnet und im Juni 2012 mit einer Honorarprofessur der Faculty of Arts & Sciences der Washington University in St. Louis geehrt.

Stand: 2015-10-04