Prof. Dr. Moshe Zimmermann

Israel

Historiker, Professor emeritus für Neuere Geschichte an der Hebräischen Universität Jerusalem

DAAD-Stipendium 1972–1973

Prof. Dr. Moshe Zimmermann DAAD


Moshe Zimmermann entstammt einer jüdischen Familie aus Hamburg, die 1935 aus dem nationalsozialistischen Deutschland flüchtete. Er wurde 1943 in Jerusalem geboren und studierte dort Geschichte und Politologie. Als DAAD-Stipendiat kehrte er nach Deutschland zurück. „Gerade der deutsch-jüdische Hintergrund meiner Familie brachte mich als Historiker auf mein Thema, das Judentum in Deutschland. Für meine Doktorarbeit lagen die Archivalien in Deutschland, also kam ich, um hier zu forschen“, sagt der Historiker. Nach seiner Promotion über die Emanzipation der Juden im Hamburg des 19. Jahrhunderts wirkte Zimmermann an der Hebräischen Universität Jerusalem am Aufbau eines Instituts für deutsche Geschichte mit: 1980 wurde das „Richard-Koebner-Institut für Deutsche Geschichte“ gegründet, seit 1986 ist Zimmermann dessen Leiter.

Gerade der deutsch-jüdische Hintergrund meiner Familie brachte mich als Historiker auf mein Thema: das Judentum in Deutschland.
Prof. Dr. Moshe Zimmermann

Zentrale Themen seiner Arbeit sind die Geschichte des deutschen Judentums und der deutsch-jüdischen Beziehungen. Beide Themen werden von Zimmermann konsequent als Bestandteil der allgemeinen Geschichte behandelt. 1997 erhielt der Historiker den Jacob- und Wilhelm-Grimm-Preis des DAAD für seine herausragenden Dienste in der kulturellen Verständigung zwischen Israel und Deutschland. 2005 wurde Zimmermann in die Unabhängige Historikerkommission des Auswärtigen Amts berufen, um dessen Geschichte im Nationalsozialismus und den Umgang mit dieser Vergangenheit nach 1945 zu untersuchen. Zudem war Zimmermann an der Gießener Universität im Sonderforschungsbereich (SFB) „Erinnerungskulturen“ tätig. Wissenschaftler aus zwölf kulturwissenschaftlichen Disziplinen untersuchten die Inhalte und Formen kultureller Erinnerungen in ihrer Pluralität, Konstruktivität und Dynamik von der Antike bis ins 21. Jahrhundert.

Immer wieder setzt sich Moshe Zimmermann aktiv für die friedliche Koexistenz von Israelis und Palästinensern in ihren jeweils eigenen Staaten ein. Ein öffentlich viel diskutiertes Buch zum israelischen Dilemma ist „Die Angst vor dem Frieden“, das 2010 auch auf Deutsch erschien. Auch in Deutschland ist Zimmermann ein engagierter und gefragter Diskussionspartner.

Stand: 2015-09-15