Prof. Dr. Norbert Langer

Deutschland

Astrophysiker

DAAD-Stipendium 1984, DAAD-Stipendium 1990

Prof. Dr. Norbert Langer DAAD


Wer auf seiner Homepage den Namen „Norbert Langer“ anklickt, bekommt das Bild eines Astronauten im Weltall zu sehen. Hinter dem Visier: das lächelnde Gesicht von Professor Norbert Langer, Jahrgang 1958. Ein Hinweis, dass der Astrophysiker, der seit mehr als zwei Jahrzehnten zu den international führenden Experten auf dem Gebiet der theoretischen Astrophysik gehört, seinem wissenschaftlichen Lebensthema auch emotional verbunden ist.

Die Sterne zeigen uns nicht freiwillig die Dinge, die wir wissen wollen.
Norbert Langer

Bekannt geworden ist er für seine Forschung zur Entwicklung massereicher Sterne bis hin zur Explosion – der Supernova. Er hat zum Verständnis kosmischer Mechanismen beigetragen und wesentliche Antworten auf spannende Fragen geliefert: Wie entstehen massereiche Sterne? Wie entstehen schwarze Löcher? „Die Sterne zeigen uns nicht freiwillig die Dinge, die wir wissen wollen“, ist der Astrophysiker überzeugt. Im lokalen Universum, also insbesondere in der Milchstraße, könne man solche Prozesse beobachten. Den Geheimnissen in größeren Entfernungen kommt man aber nur mit Hilfe von Modellrechnungen auf die Spur. Die Entwicklung solcher Modelle steht im Zentrum von Langers wissenschaftlichem Interesse.

2008 gehörte Norbert Langer zu den ersten acht hoch dotierten Humboldt-Professoren und forscht seit Sommer 2009 an der Universität Bonn am Argelander-Institut für Astronomie, dem er als geschäftsführender Direktor vorsteht. Die Auszeichnung mit einer Humboldt-Professur soll es herausragenden Wissenschaftlern ermöglichen, unter guten Bedingungen langfristig an deutschen Hochschulen zu arbeiten. Dort hat er bereits Erfahrungen gesammelt: Nach Studium und Promotion in Göttingen führte ihn ein Heisenberg-Stipendium von 1993 bis 1996 an das Max-Planck-Institut für Astrophysik in Garching. Anschließend wechselte er an die Universität Potsdam und nahm 2000 einen Ruf an die Universität Utrecht in den Niederlanden an.

Als „entscheidend“ für seine Karriere sieht Langer heute seine Aufenthalte als DAAD-Stipendiat an der Universität Tokio in Japan (1984) und am Bosscha Observatorium des Bandung Institute of Technology in Indonesien (1990). Japan sei sein erster Auslandsaufenthalt überhaupt gewesen und habe ihm die Augen dafür geöffnet, wie effektiv internationale Kontakte in der Wissenschaft sind, sagt Langer. Die Zeit in Indonesien habe ihm zum wissenschaftlichen Durchbruch verholfen. Bei einem Symposium in Bali wurden seine damals aktuellen Arbeiten diskutiert, er trat als Referent auf. „Danach war ich in der Community bekannt“, erinnert sich Langer.

Stand: 2015-10-01