Nuruddin Farah

Somalia

Schriftsteller

Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD 1990, Samuel-Fischer-Gastprofessur für Literatur 2007

Nuruddin Farah	DAAD


Nuruddin Farah gilt als eine der bedeutendsten literarischen Stimmen Afrikas, obwohl er seit fast 30 Jahren im Exil lebt: 1976 wurde der während eines Studienaufenthaltes in England in seinem Geburtsland Somalia zum Tode verurteilt. Farah schreibt ausschließlich über Somalia. „Ich fühle so etwas wie eine Verpflichtung, die Geschichte meines Landes zu verfolgen und zu beschreiben, was in der Psyche der Menschen vorgeht“, sagt der 1945 geborene Schriftsteller.

Die Freunde aus meiner Berliner Zeit mögen mich in meinem Schreibstil beeinflusst haben.
Nuruddin Farah

1990 war er Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD und diskutierte in der turbulenten Zeit nach der deutschen Wiedervereinigung mit deutschen Intellektuellen wie Günter Grass, Hans Magnus Enzensberger oder Peter Schneider. In dieser Zeit entstand sein erfolgreicher Roman „Secrets“, für den er 1998 in den USA mit dem renommierten Neustadt Prize for Literature ausgezeichnet wurde.

„Sicher lässt sich sagen, dass ich eher im Stil europäischer Romane schreibe als im traditionellen Stil meiner Heimat“, resümiert Farah den Einfluss seiner verschiedenen Wohnorte. Er lebte bisher in England, Italien, Deutschland, den USA, Australien und in verschiedenen afrikanischen Ländern. Heute wohnt Farah als freier Schriftsteller in Südafrika, wo seine Frau, eine Soziologin englisch-nigerianischer Abstammung, das Institut für Geschlechterforschung an der Universität Kapstadt leitet.

Sobald in Somalia – eines der ärmsten Länder der Welt und von Clan-Kämpfen, Diktaturen und Bürgerkriegen geprägt – wieder Frieden ist, will Nuruddin Farah zurückkehren. In Deutschland ist er ein gern gesehener und gehörter Gast bei Festivals und Lesungen. Seine auch auf Deutsch erscheinenden Bücher werden regelmäßig rezensiert.

Stand: 2015-09-17