Matthew G. Boyse

USA/Vereinigte Staaten

Politiker, Diplomat, US-Generalkonsul in Düsseldorf

DAAD-Stipendium 1985

Matthew G. Boyse DAAD


1985 kam Matthew Gordon Boyse mit einem DAAD-Stipendium für drei Monate nach Deutschland. Am Forschungsinstitut der Stiftung Wissenschaft und Politik in Ebenhausen bei München recherchierte und schrieb er über die Reformen in der UdSSR. „Ich konnte mein Deutsch während des Aufenthalts weiter verbessern und mich mit dem Stand der Forschung an deutschen Instituten und Universitäten vertraut machen“, blickt Boyse zurück.

Für meine Tätigkeit im Auswärtigen Dienst der USA hat sich die Erfahrung, die ich als DAAD-Stipendiat bei der Stiftung Wissenschaft und Politik sammeln konnte, als sehr hilfreich erwiesen.
Matthew G. Boyse

Wissenschaftler ist er jedoch nicht geworden, ihn zog es zur praktischen Politik. „Diplomatie und Forschung sind beide auf ihre Weise interessant, aber die ‚real world’-Dimension des Auswärtigen Dienstes steht meinen Interessen doch näher“, sagt Matthew G. Boyse. Das „wahre Leben“ lernte er auf den verschiedensten Positionen kennen: Er war Stabschef im US-Außenministerium und Angehöriger der amerikanischen Botschaft in Neu Delhi während des Konfliktes mit Pakistan 2003. An der Botschaft in Berlin hat er sich mit Fragen der wirtschaftlichen Entwicklung der ehemaligen DDR beschäftigt. In Warschau war er für die Kontaktpflege zur Solidarnosc-Gewerkschaft und den daraus gewachsenen politischen Parteien verantwortlich. Auch an den US-Botschaften in Moskau, Dhaka und London hat der Diplomat Erfahrungen gesammelt. Seit August 2006 bekleidet er nun das Amt des US-Generalkonsuls in Düsseldorf.

„Für meine Tätigkeit im Auswärtigen Dienst der USA hat sich die Stipendienzeit als sehr hilfreich erwiesen, zumal ich mittlerweile zum zweiten Mal in Deutschland eingesetzt werde“, sagt Matthew Boyse. Als Generalkonsul ist er mit einem breiten Spektrum an Themen befasst, die das Bundesland Nordrhein-Westfalen und die Vereinigten Staaten betreffen. Das Konsulat unterstützt beispielsweise amerikanische Firmen, die mit Deutschland Handel treiben oder hier investiert haben. Auch deutsche Firmen, die in den USA investieren möchten, können sich an die Einrichtung wenden. „Darüber hinaus führen wir unseren ‚Dialog mit der deutschen Gesellschaft’ mittels einer großen Anzahl von Informations- und Kulturveranstaltungen“, sagt der Diplomat. Er will insbesondere den Dialog über Politik, Wirtschaft und Kultur zwischen Amerikanern und Deutschen fördern sowie die in Deutschland weniger bekannten Aspekte amerikanischer Außen- und Wirtschaftspolitik vermitteln.

Matthew Gordon Boyse ist in einem Vorort von Detroit/Michigan aufgewachsen. Am Haverford College in Pennsylvania machte er seinen Bachelor-Abschluss in Lateinischer und Griechischer Philologie, an der New Yorker Columbia University einen Master in sowjetischen und osteuropäischen Studien. Boyse studierte außerdem am Middlebury College im US-Staat Vermont und an der Yale University in Connecticut.

Stand: 2015-02-11