Margaret Atwood

Kanada

Schriftstellerin

Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD 1984

Margaret Atwood DAAD


Margaret Atwood zählt zu den bekanntesten feministischen Autorinnen und ist eine Galionsfigur der kanadischen Literatur. Ihr Werk ist geprägt von der gesellschaftlichen Rolle der Frau, aber auch von der Auseinandersetzung mit Klimawandel und Umweltzerstörung.

Das Erzählen ist eine Fähigkeit, die zum Überleben Tausender von Generationen noch vor Beginn unserer Geschichtsschreibung beigetragen hat.
Margaret Atwood

Den ersten großen internationalen Erfolg erzielte die 1939 geborene Schriftstellerin mit dem Roman „Report der Magd“ (1985), den Volker Schlöndorff unter dem Titel „Die Geschichte der Dienerin“ verfilmte und 1990 auf der Berlinale präsentierte. Mittlerweile sind mehr als 50 Bücher – Gedichtbände, Kurzgeschichten, Essays, Romane und Kinderbücher – in über 20 Sprachen erschienen. Auch in Deutschland landeten ihre Werke immer wieder auf der Bestsellerliste. 2015 übergab Atwood als erste Autorin ein Buchmanuskript mit dem Titel „Scribble Moon“ an das Kunstprojekt „Future Library“ – es wurde in Oslo aufbewahrt und erst im Jahr 2014 gedruckt.

1984 ging sie als Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD für ein Jahr in die damals noch geteilte Stadt. Dort schrieb sie den Anfang vom „Report der Magd“. Seitdem ist sie Deutschland verbunden. Im Frühjahr 2010 verlieh ihr die Stadt Dortmund für ihr Gesamtwerk den Nelly-Sachs-Preis.

Die Tochter eines Insektenforschers wuchs in der Wildnis Kanadas auf. Dabei musste die Familie einige Monate im Jahr ohne Elektrizität und fließend Wasser auskommen. Diese Zeit prägte die Schriftstellerin, ihre Erfahrungen aus der Kindheit flossen in einige Werke wie etwa eine Endzeittrilogie ein, deren letzter Band „Die Geschichte von Zeb“ 2014 erschien.

Nach dem Studium der englischen Sprache und Literatur in Toronto und Harvard lehrte sie als Literaturwissenschaftlerin an verschiedenen Universitäten in Kanada und den USA. Parallel veröffentlichte sie ihre ersten Bücher. In einem Interview mit der Zeitung „Der Westen“ sagte Margret Atwood 2010: „Das Erzählen ist eine Fähigkeit, die zum Überleben Tausender von Generationen noch vor Beginn unserer Geschichtsschreibung beigetragen hat.“

Meist geht es Margaret Atwood dabei heute um Umwelt und Natur. „Ausdrücklich politisch tätig werde ich, wenn es um Umweltbelange geht – die Herzenssache einer typischen Kanadierin, sozusagen“, sagte Margaret Atwood gegenüber der Wiener Zeitung. Wie ernst ihr das Thema ist, äußerte sie in einem Interview mit der taz 2014: „In der Realität hat die Erde eine Chance, wenn die Menschheit ihre Lebensgewohnheiten ändert. Wenn nicht, sind die Chancen sehr gering. Das ist nichts, was ich erfinde.“

Margaret Atwood erhielt mehrere Ehrendoktortitel sowie diverse renommierte nationale und internationale Auszeichnungen - unter anderem die wichtigsten Literaturpreise Kanadas und Großbritanniens, den Governor General’s Award und den Booker Prize, sowie den spanischen Prinz-von-Asturien-Preis.

Stand: 2015-09-14