Prof. Dr. Magdalena Götz

Deutschland

Biologin, Direktorin des Instituts für Stammzellforschung am Helmholtz Zentrum München

DAAD-Stipendium 1985–1986

Prof. Dr. Magdalena Götz DAAD


Seit ihrer Promotion im Sommer 1992 erforscht Magdalena Götz die molekularen Grundlagen der Gehirnentwicklung und ist dabei zu Aufsehen erregenden Untersuchungsergebnissen gekommen: „Wir haben entdeckt, dass die Gliazellen des Gehirns nicht nur Stützzellen sind, sondern auch als Stammzellen fungieren und aus ihnen Nervenzellen hervorgehen können“, erklärt Götz. „Das hat zu einem Paradigmenwechsel in der Neurowissenschaft geführt“, sagt die Professorin. Es ist noch nicht lange her, da glaubte man, dass die Gliazellen des erwachsenen Gehirns nicht in der Lage seien, die für Stammzellen charakteristische Selbsterneuerung aufzuweisen. Diese Sicht musste die Forschung revidieren. Die Erkenntnisse sind von zentraler Bedeutung für die angewandte Stammzellforschung und die damit verbundenen neuen therapeutischen Ansätze bei Gehirnverletzungen und -erkrankungen wie etwa Alzheimer. In ihren Folgearbeiten gelang es Götz zudem, eine Reihe von Faktoren zu identifizieren, die für den Übergang von glialen zu neuronalen Zellen verantwortlich sind.

Ich wollte unbedingt ins Ausland und um einen solchen Aufenthalt zu ermöglichen, ist der DAAD eine der ersten Adressen.
Magdalena Götz

Für ihre Forschung, die für Alzheimer- und Parkinsonpatienten, Querschnittsgelähmte oder Schlaganfall-Geschädigte wichtig ist, erhielt die 1962 geborene Biologin 2007 einen der hoch dotierten Leibniz-Preise der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Die Auszeichnungen sind mit Fördersummen von bis zu 2,5 Millionen Euro verbunden. Im Januar 2007 wurde Magdalena Götz darüber hinaus mit dem „Familie-Hansen-Preis“ für besondere Leistungen in der Biologie und der Medizin geehrt. Solche Anerkennungen sind für die 1962 geborene Wissenschaftlerin aus zwei Gründen wichtig: „Es stärkt die Motivation, sich auch weiterhin gegen bestehende Lehrbuchbilder durchzusetzen. Das ist eine schöne Bestätigung. Außerdem erleichtert es mir die finanzielle und administrative Arbeit.“ 2008 erhielt Götz zudem den Sonderpreis der Hans und Ilse Breuer Stiftung, der für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Alzheimer-Forschung oder ähnlicher Demenzerkrankungen vergeben wird.

Für Biologie hat sich Götz schon während der Schulzeit in Heidelberg interessiert und belegte das Fach als Leistungskurs. Auch die Ermutigung durch ihre Eltern habe sie darin bestärkt, das zu studieren, was ihr Spaß macht, erzählt sie. Dass Biologie als wesentlicher Bestandteil der Lebenswissenschaften einen wahren Boom erleben würde, war zu Götz’ Studienzeiten Ende der 1980er-Jahre noch nicht absehbar. Dennoch stand für sie bereits als Studentin fest, dass sie in die Forschung gehen wollte. Eine wichtige Weichenstellung dafür war ihr DAAD-Stipendium, das sie in die Schweiz führte: „Ich wollte unbedingt ins Ausland und um einen solchen Aufenthalt zu ermöglichen, ist der DAAD eine der ersten Adressen.“ Ihre Wahl fiel auf die Universität Zürich: „Dort gab es einen der ersten Studiengänge im Bereich Neurowissenschaften“, sagt Götz.

Als Direktorin des Instituts für Stammzellforschung am renommierten Helmholtz Zentrum München hat sie inzwischen einen guten Namen in der internationalen Forschung. Und auf dem Lehrstuhl für Physiologische Genomik an der Ludwig-Maximilians-Universität München weckt sie jetzt die Neugier einer neuen Generation von Neurowissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern, mit denen die Hoffnung auf weitere bahnbrechende Erkenntnisse wächst. 

Stand: 2015-10-04