Prof. Dr. Makoto Ida

Japan

Rechtswissenschaftler, Professor an der Keiō-Universität

DAAD-Promotionsstipendium 1980–1982

Prof. Dr. Makoto Ida DAAD


„Sich für das Strafrecht zu interessieren, hieß in Japan immer auch, sich für das deutsche Strafrecht zu interessieren“, erinnert sich der Jurist Makoto Ida an seine Studienzeit. Das liegt an dem starken Einfluss, den das deutsche Rechtssystem auf die japanische Rechtswissenschaft während der Modernisierung des asiatischen Landes Ende des 19. Jahrhunderts ausübte.

Wenn ich ein gutes Werk vollbracht haben soll, dann liegt das an den Lehrjahren in Deutschland.
Makoto Ida

Studiert hat der 1956 in Tokio geborene Makoto Ida an der Universität, an der er heute als Professor für Straf- und Medizinrecht tätig ist: an der Keio Universität in Tokio. Einen Teil seiner Ausbildung absolvierte er aber auch in Deutschland. Sein akademischer Lehrer Koichi Miyazawa, ein bekannter Kriminologe, war schon immer vom deutschen Recht und vom Land begeistert. „Er hat mir tagtäglich erzählt, wie großartig und überragend die deutsche Strafrechtswissenschaft ist,“ erzählt Makoto Ida, der als Schüler und Student zahlreiche Werke deutscher Philosophen in japanischer Übersetzung gelesen hat.“ Das alles habe dazu beigetragen, dass er ein „von Deutschland begeisterter Jurist“ geworden sei.

Nachdem er den Magister des Rechts an der Keio Universität erworben hatte, erhielt Ida im Oktober 1980 ein zweijähriges DAAD-Stipendium für die Universität Erlangen-Nürnberg. Dort befasster er sich mit der Problematik der Strafzumessung. „Das Thema war in Japan nicht so theoretisch vertieft wie in Deutschland,“ sagt Makoto Ida. Er wollte in diesen Bereich eine Doktorarbeit schreiben. Doch noch vor dem Ablauf seiner Stipendienzeit zog es ihn 1982 in die Heimat, die Keio Universität hatte ihm eine sehr gute Position angeboten. Seine Arbeit ließ Ida dennoch ins Japanische übersetzen und veröffentlichte sie. Er ahnte damals nicht, dass der Aufsatz später als Pionier-Arbeit gelten sollte.

In Japan gilt Makoto Ida in Fachkreisen inzwischen als der herausragende Strafrechtler des Landes. Viele seiner theoretischen Untersuchungen zählen zu den Standards der japanischen Rechtswissenschaft. Er beteiligt sich aber auch gerne an aktuellen politischen Diskussionen wie im Umweltschutzrecht und Wirtschaftsstrafrecht. Das Strafverfahren in Deutschland empfindet er als rechtsstaatlicher, menschenwürdiger und damit fortschrittlicher als das in Japan. „Aber für mein Empfinden ist das japanische Strafverfahren effizienter, genauer und korrekter,“ sagt er. Über die Frage, welches besser sei, könne man streiten. Sein aktiver Austausch mit Deutschland brachte ihm die Ehrendoktorwürden der Universität des Saarlandes und der Universität Erlangen-Nürnberg ein. Außerdem erhielt er neben anderen Preisen für seine Leistungen und sein Engagement für den wissenschaftlichen Nachwuchs in Deutschland und Japan 2015 das Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland.

Über sich selbst spricht Makoto Ida mit großer Bescheidenheit: „Ich bin in der Schule und an der Uni immer mittelmäßig gewesen und glaube, dass ich unverhältnismäßig angesehen bin. Wenn ich aber ein gutes Werk vollbracht haben soll, dann liegt das an den Lehrjahren in Deutschland.“

Stand: 2015-09-29