Kim Hwang-sik

Korea, Republik

Richter, Politiker, ehemaliger Premierminister Südkoreas

DAAD-Stipendium 1978–1979

Kim Hwang-sik DAAD


Die Wurzeln für die enge Verbindung von Kim Hwang-sik zu Deutschland reichen zurück bis in die Schulzeit. Wie die meisten seiner Mitschüler hatte er sich im ersten Jahr der Oberstufe für Deutsch als zweite Fremdsprache nach Englisch entschieden. Das Interesse blieb auch nach der Schulzeit ungebrochen. Er lernte über die Sprache hinaus vieles über Geschichte, Kultur und Kunst des Landes. 1978 erfüllte sich dann ein Traum für ihn: Ein Stipendium des DAAD ermöglichte ihm ein Studienaufenthalt in Deutschland. Dort studierte er ein Jahr lang Jura an der Universität Marburg.

Damals, als ich in Deutschland war, habe ich von dem Wunder am Rhein gehört, denn Deutschland war ein Land, das sich mit seinen Nachbarländern versöhnt hat.
Kim Hwang-sik

Vor seinem Stipendienaufenthalt hatte der 1948 in Jangseong geborene Kim Hwang-sik sein Studium der Rechtswissenschaften an der Seoul National University in Südkorea bereits beendet und eine Richterstelle übernommen. In Marburg interessierte er sich vor allem für das deutsche Zivilrecht, aber auch für Land und Leute: „Damals habe ich von dem Wunder am Rhein gehört, denn Deutschland war ein Land, das sich mit seinen Nachbarländern versöhnt hat.“ Dies hat ihn tief beeindruckt und in seiner weiteren Arbeit bestimmt. Nach seinem Stipendium war er zunächst weiter als Richter tätig, zuletzt am Obersten Gerichtshof seines Landes. Anschließend übernahm Kim Hwang-sik zwei Jahre lang das Amt des Präsidenten des südkoreanischen Rechnungshofes, bis er im Oktober 2010 zum Premierminister ernannt wurde und das hohe Amt bis 2013 ausfüllte.

Nach seiner Ablösung als Premierminister kehrte der Jurist 2013 als Gastwissenschaftler nach Deutschland zurück – an das Institut für Koreastudien (IKS) der Freien Universität Berlin. In Korea gilt seine Leidenschaft inzwischen auch dem Sport: Er war Co-Präsident des Organisationskomitees für die Weltsportspiele der Studenten, der „Universidade“, die im Sommer 2015 in Gwangju stattfanden.

Kim Hwang-sik bleibt Deutschland, dem DAAD und seiner Gasthochschule eng verbunden. Aus diesem Grund engagierte er sich schon als Premier zwischen 2011 und 2012 als Vorstandsmitglied des Alumni-Netzwerks Deutschland Korea (ADeKo), eines landesweiten Zusammenschlusses von Deutschland-Alumni mit 40 Vereinen. Seit 2015 ist er Vorstandsvorsitzender des Vereins.

Stand: 2015-09-29