Dr. Khouloud Daibes-Abu Dayyeh

Palästinensische Gebiete

Politikerin, Diplomatin, Leiterin der Palästinensischen Mission in Deutschland, palästinensische Ministerin für Tourismus und Archäologie (2007–2012) sowie Ministerin für Frauenangelegenheiten (2007–2009)

DAAD-Stipendium 1983–1991

Dr. Khouloud  Daibes-Abu Dayyeh Palästinensische Mission Berlin


Enge Beziehungen zu Deutschland pflegt Khouloud Daibes seit vielen Jahren. Seit August 2013 leitet sie als Botschafterin die Palästinensische Mission in Berlin. „Zu meinen zentralen Aufgaben gehört es, den engen Kontakt zur Bundesregierung und den deutschen Institutionen im Bereich der Bildung, Kultur und Wirtschaft zu bewahren“, sagt Daibes.

Ich freue mich sehr, wieder für einige Jahre in Deutschland sein zu dürfen.
Khouloud Daibes-Abu Dayyeh

Die gelernte Architektin kam Anfang der 1980er-Jahre als DAAD-Stipendiatin an die Universität Hannover. Dort promovierte sie 1995 im Bereich Denkmalschutz über „Erhaltungsstrategien des kulturhistorischen Architekturerbes Palästinas“. Im Rahmen des UN-Entwicklungsprogramms war sie danach für die Restaurierung historischer Bauten in Bethlehem zuständig und leitete das dortige Institut für Denkmalpflege und Stadtplanung. Mit ihrer Arbeit für den Erhalt historischer Stadtviertel in Bethlehem wollte sie den Tourismus beleben und Muslimen wie Christen eine bessere Infrastruktur und Lebensqualität bieten. Einen großen Erfolg feierte Daibes als Ministerin für Tourismus und Archäologie im Jahr 2011: Die UN-Kulturorganisation UNESCO nahm die Palästinenser als Vollmitglied auf. Während ihrer Amtszeit in den Jahren 2007 bis 2012 sah Daibes darüber hinaus eine wichtige Aufgabe darin, den Touristen mehr Bewegungsfreiheit und Sicherheit zu geben. Außerdem wollte die aus Beit Jala stammende Katholikin die Verbindung zwischen arabischen und europäischen Christen stärken.

Daibes – die auch als Stipendiatin des Katholischen Akademischen Ausländer-Dienstes (KAAD) in Deutschland war und dem DAAD als Ansprechpartnerin in Israel und Palästina zur Verfügung stand – kehrte gerne nach Deutschland zurück: „Ich freue mich sehr, wieder für einige Jahre hier in Deutschland sein zu dürfen“, sagt sie. „Aufgrund meiner früheren Aufenthalte bin ich mit der Kultur und Tradition der Menschen hier vertraut.“ Die Erfahrungen kommen ihr bei ihrer täglichen Arbeit zugute. „In erster Linie geht es um den Ausbau bestehender deutsch-palästinensischer Beziehungen. Aber auch das Knüpfen neuer Kontakte ist mir ein wichtiges Anliegen.“ Zudem möchte sie als Botschafterin ein umfassendes Bild des Lebens in den Palästinensischen Gebieten vermitteln – und wer könnte das besser als Khouloud Daibes?

Stand: 2015-09-14