Dr. Kazuaki Tarumi

Japan

Physiker, Träger des Deutschen Zukunftspreises

DAAD-Stipendium 1978–1979

Dr. Kazuaki Tarumi Deutscher Zukunftspreis / Ansgar Pudenz


Das Fernsehen wollte er modernisieren – und dafür erhielt der japanische Physiker Kazuaki Tarumi im November 2003 den Oscar für Forscher, wie der „Deutsche Zukunftspreis“ auch genannt wird. Die Auszeichnung, die mit 250.000 Euro zu den höchstdotierten deutschen Wissenschaftspreisen gehört, wird alljährlich vom Bundespräsidenten für eine technisch, wissenschaftlich und wirtschaftlich herausragende Innovation vergeben.

Glück und Ausdauer sind die Dinge, die ein Forscher braucht.
Kazuaki Tarumi

Kazuaki Tarumi und sein Team hatten bei der Darmstädter Pharmafirma Merck eine Flüssigkristallmischung entwickelt, die ganz wesentlich zur Verbesserung von Fernseh-Flachbildschirmen beitrug. Dazu mussten die Forscher zunächst die Trägheit der Kristalle überwinden. Denn im LCD (Liquid Crystal Display)-Fernseher müssen die Substanzen so schnell umschalten, dass rasche Bewegungen auf dem Bildschirm natürlich wirken. Dies haben die Merck-Forscher erreicht und konnten die Bildqualität durch neue Flüssigkristall-Mischungen noch weiter steigern, die für die modernen großen Flachbildschirme nötig sind. Von Anfang an glaubte Team-Chef Tarumi an die große Zukunft der neuen Technologie.

Der Japaner hat 1978 und 1979 als DAAD-Stipendiat in Bremen studiert und dort auch promoviert. In Japan war er danach als Physiker an der Hochschule tätig, bevor er von Merck das Angebot bekam, in die Produktentwicklung zu gehen. Seit 1990 arbeitet er in leitenden Funktionen im Bereich Flüssigkristallforschung für die Merck KGaA; 2010 erhielt er den „Merck Innovation Award“. Der Inhaber von rund 200 Patenten ist auch an Hochschulen ein gefragter Redner zum Thema Innovationsmanagement. Tarumi, den der direkte Weg von der Idee zur technischen Verbesserung fasziniert, hält Ausdauer und Glück für die entscheidenden Faktoren seines Erfolgs.

Stand: 2015-09-30