Kay Popken

Deutschland

Leitender Manager bei der Deutschen Lufthansa

DAAD-Stipendium 1982–1984

Kay Popken DAAD


Kay Popken spricht viele Sprachen: Er hat nicht nur Englisch und Französisch gelernt und verfügt über Grundkenntnisse des Japanischen, sondern spricht auch fließend Mandarin, die offizielle Sprache in der Volksrepublik China. Das können nicht viele Europäer von sich behaupten. Diese Fähigkeit steigert die Karrierechancen. So hat es zumindest Kay Popken, Jahrgang 1957, erlebt. Er arbeitet seit 2005 in der Führungsetage der Deutschen Lufthansa.

Die ausgedehnten Reisen quer durch China waren mindestens so spannend wie das Studium selbst.
Kay Popken

Kay Popkens Interesse an China wurde durch eine Projektarbeit in der Oberstufe über Maoismus und aktuelle chinesische Politik geweckt. Nach dem Abitur studierte er Betriebswirtschaftslehre an der Universität Bonn und bewarb sich erfolgreich um ein zweijähriges DAAD-Stipendium in China. 1982 studierte er zunächst Chinesisch am Zentralen Fremdspracheninstitut in Peking, im zweiten Jahr Geschichte und Archäologie an der renommierten Peking-Universität.

„Das Land machte auf mich zunächst einen sehr ländlich-dörflichen sowie extrem rückständigen und armen Eindruck“, erinnert sich Kay Popken. Erst Ende der 1980er Jahre sah er ein anderes China entstehen. Es entwickelte sich rasant, die Städte veränderten sich und Mobilisierung sowie Motorisierung begannen. „Es waren aber auch aufkommende Umweltprobleme zu erkennen“, bemerkt Popken. Er erinnert sich gerne an seine DAAD-Zeit, insbesondere an die ausgedehnten Reisen quer durchs Land. „Diese waren mindestens so spannend wie das Studium selbst“, sagt er. Er lernte interessante Leute aus der ganzen Welt kennen, zu denen er teilweise bis heute Verbindung hält. „Allerdings hatte ich relativ wenig Kontakt mit Einheimischen, da dieser streng reglementiert und kontrolliert wurde.“

Durch den Aufenthalt konnte er nicht nur ein interkulturelles Verständnis erwerben: „Meine Frustrationstoleranz hat sich deutlich verbessert“, sagt Popken rückblickend. Zudem haben ihm Studium und Stipendium den Berufseinstieg bei der Lufthansa erleichtert. Er wurde 1989 in ein spezielles „China-Trainee“-Programm aufgenommen und blieb seitdem der Lufthansa in verschiedenen Positionen treu. Als das Unternehmen ein Joint Venture mit Air China einging, wurde Kay Popken 1997 dessen Personalleiter. 2001 kehrte er als Verantwortlicher für das Personalmanagement der Bodencrews der Lufthansa nach Frankfurt am Main zurück und übernahm zwischen 2005 und 2012 die Verantwortung über die ganze Belegschaft der Fluggesellschaft. Anschließend wurde er zum Managing Director für die strategische Zusammenarbeit mit China bestellt, seit 2015 ist er Programmdirektor für internationales Personalmanagement bei der Lufthansa-Gruppe.

Stand: 2015-10-04