Prof. Dr. Jürgen Mlynek

Deutschland

Physiker, ehemaliger Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft (2005–2015)

DAAD-Stipendium 1975–1976

Prof. Dr. Jürgen Mlynek DAAD


Jürgen Mlynek wollte immer „seine“ Leute kennen, vor Ort sein, motivieren und überzeugen. Als der Experimentalphysiker im September 2000 sein Amt als Präsident der Humboldt-Universität Berlin (HU) antrat, besuchte er in den darauf folgenden Monaten alle Fachbereiche, informierte sich und warb zugleich für seine Reformideen: Persönlichere Betreuung der Studierenden, exzellente Nachwuchsförderung – immerhin schrieb die HU dann als erste deutsche Hochschule Juniorprofessuren aus –, mehr Zusammenarbeit mit der Wirtschaft, Anwerbung von internationalem akademischen Personal. „Wir wollen und werden mit Oxford und Stanford konkurrieren“, so lautete damals sein Ziel. Zehn Jahre hatte er dafür veranschlagt. Dabei waren die Sparpläne des Berliner Senats eine gewaltige Hürde, und mit Vehemenz hat Jürgen Mlynek zusammen mit seinen Kollegen der anderen Berliner Hochschulen protestiert. Im September 2005 wurde er als HU-Präsident abgelöst und wurde Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft. An der Spitze der größten Wissenschaftsorganisation Deutschlands setzte er sich bis 2015 dafür ein, „Helmholtz national und international stärker als Marke zu etablieren“. Sein Credo: „Die exzellente und relevante Forschung ist die ideale Voraussetzung für die Erfüllung unserer Helmholtz-Mission – als nationale Forschungszentren mit strategisch ausgerichteten Zielen.“ 2015 kehrte er mit 63 Jahren auf seinen Lehrstuhl an der Humboldt-Universität zurück.

Wir wollen und werden mit Oxford und Stanford konkurrieren.
Jürgen Mlynek

Der 1951 geborene Mlynek ist ein erfolgreicher Wissenschaftler. Nach dem Physikstudium in Hannover und mit Hilfe eines DAAD-Stipendiums an der École Polytechnique in Paris folgten Stationen in Kalifornien, Zürich und Konstanz. Am Bodensee war er ein Jahrzehnt Lehrstuhlinhaber für Experimentalphysik und warb über zehn Millionen Euro Drittmittel ein. Der Physiker hat mehrere Patente und mehr als 100 Doktor- und Diplomarbeiten betreut; viele seiner Schüler sind heute selbst Professoren. Mlynek erhielt zahlreiche bedeutende Auszeichnungen, insbesondere den renommierten Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) im Jahr 1992. Als DFG-Vizepräsident kümmerte er sich 1996 bis 2001 um die Nachwuchsförderung und war am Konzept für die Juniorprofessuren beteiligt. 2010 wurde Mlynek mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland geehrt, 2012 wurde ihm die Ehrendoktorwürde von der Fakultät für Naturwissenschaften der Universität Ulm verliehen, 2014 erhielt er den Garbsener Ehrenring.

Stand: 2015-10-05