Jeffrey Eugenides

USA/Vereinigte Staaten

Schriftsteller

Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD 1999–2000

Jeffrey Eugenides DAAD


„Ich ... bin in Amerika geboren und lebe nun in Europa. Genauer gesagt, im Berliner Bezirk Schöneberg.“ Diesen Satz sagt der Ich-Erzähler Cal Stephanides in dem mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneten Roman „Middlesex“. Und Roman-Autor Jeffrey Eugenides konnte dies fünf Jahre lang genauso von sich selbst sagen. 1999 kam der US-Schriftsteller als Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD nach Berlin und lebte bis zum Sommer 2004 mit Frau und Tochter in Schöneberg. An dem Roman, für den er den begehrtesten amerikanischen Literaturpreis erhielt, hat er acht Jahre gearbeitet, drei davon in Berlin. Berlin habe ihn „gerettet“, hat Eugenides einmal gesagt, denn hier konnte er „einfach schreiben, anstatt ein Autor zu sein“. Eugenides: „Weit weg von New York und der Verlagswelt habe ich zu den Umständen zurückgefunden, unter denen ich angefangen habe.“

Berlin hat mich gerettet ... einfach schreiben, anstatt ein Autor zu sein.
Jeffrey Eugenides

Angefangen hat alles in Detroit, wo Eugenides 1960 als Kind griechischer Eltern geboren wurde. Mit 15 wusste er bereits, dass er Schriftsteller werden wollte. Als Student schrieb er für eine Segel-Zeitschrift, um das „Creative Writing“-Studium im kalifornischen Stanford finanzieren zu können. Sein 1993 erschienener erster Roman „The Virgin Suicides“ (dt. „Die Selbstmordschwestern“) wurde gleich ein internationaler Bestseller und von Star-Regisseurin Sofia Coppola verfilmt.

In „Middlesex“ erzählt Eugenides die Geschichte einer griechischen Immigrantenfamilie in Detroit, die auch die abenteuerliche Geschichte des Hermaphroditen Cal Stephanides ist. Der Autor beschreibt die städtische Gesellschaft mit einem beklemmenden Blick fürs Detail und ungewöhnlichem Erfindungsreichtum. Der Roman, von amerikanischen Kritikern als „The Great American Novel“ gefeiert, ist auch auf Deutsch erschienen. Außerdem liegt in deutscher Sprache sein Erzählungsband „Air Mail“ vor, herausgegeben vom Berliner Künstlerprogramm. 2011 erschien sein Roman „Die Liebeshandlung“ („The Marriage Plot“), eine Dreiecksgeschichte, die im Milieu einer amerikanischen Elite-Universität spielt. 2013 wurde Jeffrey Eugenides Mitglied der American Academy of Arts and Sciences. An der Princeton University hat er eine Professur für Creative Writing inne.

Stand: 2015-09-08