Ida Auken

Dänemark

Politikerin, ehemalige dänische Umweltministerin (2011–2014)

DAAD-Stipendium 2001

Ida Auken Claus Bjørn Larsen


Nach Berlin kommt Ida Auken immer wieder gerne. Im Jahr 2001 reiste sie dank eines DAAD-Stipendiums zum ersten Mal von Kopenhagen in die deutsche Hauptstadt und studierte dort an der Humboldt-Universität zu Berlin Theologie. Eine gute Entscheidung, findet sie noch heute: „Das war eine lehrreiche Zeit, nicht nur, weil Theologie in Deutschland eine andere Tradition hat und auf breitere Grundbildung gesetzt wird, sondern auch, weil ich dort viele Freunde kennengelernt habe und seit dem Berlin-Aufenthalt fließend Deutsch spreche.“ Auch mit ihrem Professor, Wolf Krötke, war sie mehr als zufrieden: „Er hatte mich unter seine Fittiche genommen – das war wunderbar. Das Prinzip des Lehrstuhls kennen wir so nicht in Dänemark. Ihm verdanke ich die breite Grundbildung, die man in Deutschland erwartet.“

In Deutschland habe ich einen anderen Blick auf mich und mein Land bekommen.
Ida Auken

Das Theologie-Studium war für sie eine Erweiterung des Weltbildes, eine Mischung aus Präzision und Phantasie. Doch am Ende zog es Ida Auken zur praktischen Politik – geplant hatte sie diesen Schritt zunächst nicht. „Als Kind einer Politikerfamilie bin ich politisch sozialisiert worden, aber das war für mich ursprünglich kein Grund, diese Richtung einzuschlagen.“

2003 trat sie der Socialistisk Folkeparti (SF, Sozialistische Volkspartei) bei; im Oktober 2011 gelangte die SF in einer Koalition mit den Sozialliberalen und den Sozialdemokraten in Dänemark an die Regierung. Ida Auken, Jahrgang 1978, wurde links-grüne dänische Umweltministerin bis Februar 2014. Im selben Jahr trat sie aus der SF aus und der linksliberalen Partei Det Radikale Venstre – im deutschen Kontext der sozialliberalen Partei – bei.

Auf dem internationalen Parkett kamen ihr stets die Erfahrungen zugute, die sie einst als DAAD-Stipendiatin sammelte: „Als Politikerin muss ich auf festem Grund stehen und frei sprechen, dabei hat mir die Zeit in Berlin sehr viel geholfen.“ Und gerade im Kontakt mit Politikern des großen Nachbarlandes sind ihre Fremdsprachenkenntnisse durchaus hilfreich: „Natürlich sprechen auch viele deutsche Politiker Englisch, aber in der Muttersprache ist es doch etwas anderes. So sind wir auch schnell beim Du, was in Deutschland ja nicht selbstverständlich ist.“

Stand: 2015-09-14