Prof. Dr. Labib Khadra

Jordanien

Professor, Politiker, jordanischer Hochschulminister, Professor für Elektrotechnik, Gründungspräsident der GJU

DAAD-Stipendium 1972–1976, DAAD-Stipendium 1983, DAAD-Stipendium 1991, DAAD-Stipendium 1995, DAAD-Gastprofessur 2013–2015

Prof. Dr. Labib Khadra privat


Deutschland ist nicht zuletzt dank des DAAD zu seiner zweiten Heimat geworden: Labib Khadra, jordanischer Hochschulminister und Gründungspräsident der Deutsch-Jordanischen Hochschule (GJU), lernte, lehrte und forschte mehrmals an deutschen Hochschulen und setzt sich seit Jahrzehnten für den deutsch-jordanischen Austausch ein. Seinen akademischen Werdegang startete er an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen. Mit einem Stipendium des DAAD absolvierte er dort sein Ingenieurstudium – und war bald von Deutschland und seiner Forschungslandschaft begeistert. „Diese Zeit hat mich sehr geprägt“, erzählt er. „Die Qualität des Studiums und das studentische Leben in Aachen waren fantastisch.“

Mir ist es gelungen, meine Begeisterung für Deutschland nach Jordanien zu tragen.
Labib Khadra

Mit seiner Promotion an der University of Texas in Austin spezialisierte sich Labib Khadra innerhalb der Elektrotechnik auf das Gebiet der Signalverarbeitung, das er durch die Biomedizintechnik erweiterte. Im Jahr 1997 wurde er an der Jordan University of Science and Technology (JUST) zum Professor habilitiert. Khadra forschte während seiner wissenschaftlichen Laufbahn an renommierten Hochschulen in den USA, Norwegen und – mehrmals mithilfe des DAAD – in Deutschland. „Ich sehe mich deshalb als ein Kind des DAAD“, sagt er. „Die Stipendien haben mein Leben und meine Karriere enorm beeinflusst.“ Auch seine Familie, die ihn zu den Forschungsaufenthalten in Garching und Heilbronn begleitete, fühle sich mit Deutschland stark verbunden.

Im März 2015, kurz nach seiner DAAD-Gastprofessur an der Hochschule Koblenz, wurde Khadra im Zuge einer Kabinettsumbildung des jordanischen Premierministers Abdullah Ensour von König Abdullah II. zum Hochschulminister ernannt. „Meine dringlichste Aufgabe ist es, die Hochschulausbildung an die Bedürfnisse der Wirtschaft anzupassen“, sagt er. Vorbild sei dabei die Deutsch-Jordanische Hochschule, die er als Gründungspräsident von 2005 bis 2013 leitete. „Die GJU ist nach dem Modell der deutschen Fachhochschulen konzipiert“, erklärt er. „Damit liegt der Fokus auf den angewandten Wissenschaften, die sich durch einen hohen Praxisbezug auszeichnen.“ Zudem stehe an der GJU interkulturelles Knowhow auf dem Stundenplan: „Alle Studierenden müssen Deutsch lernen, ein Semester in Deutschland studieren und dort auch ein Betriebspraktikum absolvieren.“ Ein Konzept, das Anerkennung findet: Für seine Verdienste um die deutsch-jordanischen Beziehungen und sein Engagement im universitären Bereich erhielt Khadra 2007 das Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland und wurde auch von König Abdullah II. mit einem hohen Verdienstorden Jordaniens ausgezeichnet. „Mir ist es gelungen, meine Begeisterung für Deutschland nach Jordanien zu tragen“, sagt der DAAD-Alumnus. „Das macht mich sehr zufrieden.“

Stand: 2015-05-26