Rubem Fonseca

Brasilien

Schriftsteller

Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD 1985

Rubem  Fonseca DAAD


Brasiliens Literatur, das sind Bücher, denen nur gemeinsam ist, dass sie in der gleichen Sprache, eben auf Portugiesisch, und in ihrer Mehrheit auf dem amerikanischen Kontinent geschrieben sind. So äußerte sich Rubem Fonseca während seiner Zeit als Stipendiat des DAAD 1985 im damaligen Westberlin. Und weiter: „Das ist viel, doch eigentlich auch schon alles.“

Brasiliens Literatur, das sind Bücher, denen nur gemeinsam ist, dass sie in der gleichen Sprache, eben auf Portugiesisch, und in ihrer Mehrheit auf dem amerikanischen Kontinent geschrieben sind.
Rubem Fonseca

Tatsächlich hat er selbst in seinen Büchern einen eigenen Erzählstil entwickelt, hat die Alltagssprache seines Heimatlandes benutzt, um in seinen Kurzgeschichten und Kriminalromanen kritische Töne laut werden zu lassen – gerichtet vor allem gegen die im Vergleich zur Bevölkerungsmehrheit äußerst reiche Oberschicht Brasiliens.

Typisch für Fonsecas Stil sind sein beißender, schwarzer Humor, gepaart mit Ironie und Zynismus, und die Verflechtung vieler kleinerer und größerer Handlungsstränge zu einem Netz voller spannungsreicher und immer wieder überraschender Motive.

1989 wurden erstmals zwei Erzählbände Fonsecas auf Deutsch herausgegeben, 2003 und 2004 erschienen drei seiner Romane: „Bufo & Spallanzani“ (1985), „Grenzenlose Gefühle, unvollendete Gedanken“ (1988) und „Mord im August“ (1990) – ein Politthriller um die Hintergründe des Präsidenten-Selbstmords in Brasilien 1954, in dem sich Realität und Fiktion vermischen.

Rubem Fonseca wurde 1925 als Sohn portugiesischer Einwanderer geboren und lebt in Rio de Janeiro, wo er auch aufgewachsen ist. Nach seinem Jurastudium arbeitete er als Professor und hoher Verwaltungsbeamter, unter anderem als Direktor der Elektrizitätswerke in Rio und Leiter der Kulturabteilung des Erziehungsministeriums. Später war er als Journalist, Filmkritiker und Drehbuchautor tätig, bevor er sich schließlich ganz dem literarischen Schreiben zuwandte.

Seit er 2003 zuerst den brasilianischen Literaturpreis Prémio Camões und im selben Jahr den renommierten Juan-Rolfo-Preis erhielt, gilt Fonseca, der prinzipiell keine Interviews zu seiner Person und seinem Werk gibt, als einer der meistgelesenen und erfolgreichsten Schriftsteller Brasiliens. 2012 wurde er für seinen Roman „Bufo & Spallanzani“ mit dem Prémio Literário Casino da Póvoa ausgezeichnet; im Juli 2015 erhielt er den bedeutendsten brasilianischen Literaturpreis Prêmio Machado de Assis.

Stand: 2015-09-14