Prof. Dr. Keiichi Kodaira

Japan

Professor emeritus für Astrophysik, Direktor des Bonner Büros der Japan Society for the Promotion of Science (JSPS)

DAAD-Promotionsstipendium 1961–1963

Prof. Dr. Keiichi Kodaira Kodaira


Im Oktober 1999 kam Keiichi Kodaira seinem Traum, die Entstehung des Weltalls zu enträtseln, ein Stück näher. Auf sein Betreiben hin konnte das weltweit größte Teleskop auf dem 4.200 Meter hohen Gipfel des Berges Mauna Kea auf Hawaii eröffnet werden. Über zehn Jahre – von 1980 bis 1991 – hatte Kodaira um die finanziellen Mittel für den Bau gekämpft, noch einmal acht Jahre musste er auf den ersten Blick in die Weiten des Weltalls mit dem Acht-Meter-Optisch/Infrarot-Teleskop warten. Mit Hilfe des Subaru (japanischer Name der Plejaden) genannten Teleskops wurde bereits eine Galaxie gefunden, die mit 12,8 Milliarden Lichtjahren Entfernung alle Rekorde schlug.

Es geht darum, die Entstehung des Weltalls zu enträtseln.
Keiichi Kodaira

Kodaira promovierte Anfang der 1960er-Jahre an der Universität Kiel, als in Japan Astronomen aus Mangel an technischen Geräten noch vor allem theoretisch forschten. Dem deutschen Doktor in Physik folgte in Tokio eine Promotion in Astronomie, da man dort den Titel aus Deutschland nicht anerkannte. Kodaira forschte und lehrte an der Universität Tokio, dem California Institute of Technology und der Universität Heidelberg. Im September 2001 erhielt er als erster Japaner die renommierte Karl-Schwarzschild-Medaille für seine Verdienste als exzellenter Astronom. Sechs Jahre (bis 2000) war er Generaldirektor des National Astronomy Observatory of Japan (NAOJ). Von 2001 bis 2008 war er Präsident der Graduate University for Advanced Studies „Sokendai“. Heute ist der emeritierte Hochschulprofessor immer noch in Forschung und Lehre aktiv: Als Direktor der Japan Society for the Promotion of Science (JSPS) in Bonn ist es ihm ein Anliegen, eine integrative Forschungskultur zu fördern. Die Gesellschaft informiert über japanische Universitäten und Forschungseinrichtungen und vermittelt verschiedene Programme zur Förderung der internationalen Zusammenarbeit in der wissenschaftlichen Forschung. Seit Oktober 2016 ist er Gastforscher am Max Planck Institut für Radioastronomie.

Stand: 2016-11-18