Prof. Dr. Mama Foupouagnigni

Kamerun

Mathematiker, Professor

DAAD-Stipendium 1994–1998

Prof. Dr. Mama  Foupouagnigni DAAD


Schon als kleiner Junge jonglierte Mama Foupouagnigni mit Zahlen. Sein Vater hatte ein großes Geschäft in seiner Heimatstadt Foumban und Mama Foupouagnigni musste jeden Abend die Einnahmen zählen. „Für mich war das ein schwieriges, aber faszinierendes Unternehmen. Ich kannte die Motivation meines Vaters nicht, doch diese tägliche Pflicht ermöglichte mir, Fähigkeiten wie Kopfrechnen und abstraktes Denken zu entwickeln“, erinnert sich der Kameruner.

Ein mathematisches Problem zu lösen, verschafft mir eine große, immer nicht leicht auszudrückende Befriedigung. Ich frage mich dann nur, warum es mir nicht schon früher gelungen ist.
Mama Foupouagnigni

Wofür dieser Grundstein des Rechnens gut war, zeigt sich heute in der erfolgreichen wissenschaftlichen Karriere des Mathematikers: Als erster Afrikaner wurde Mama Foupouagnigni im Sommer 2006 an einer deutschen Universität, der Universität Kassel, in Mathematik habilitiert.

„Über meine Habilitation war ich gleichzeitig glücklich und traurig. Glücklich deshalb, weil ich es geschafft und damit gezeigt habe, dass es für einen Afrikaner – entgegen der weit verbreiteten Meinung über Afrika – möglich ist, solch ein Level zu erreichen. Traurig deshalb, weil mein Erfolg mir vor Augen geführt hat, welch große intellektuellen Kapazitäten noch brachliegen, die die meisten afrikanischen Regierungen leider nicht in ausreichendem Maße nutzen. Zudem kümmern sie sich nur sehr wenig um die Forschung und den Braindrain.“

In seiner Habilitation hat sich Foupouagnigni mit Orthogonalen Polynomen auseinandergesetzt und dabei neue Erkenntnisse auf dem Gebiet der Computeralgebra gewonnen. „Die Mathematik liefert sehr häufig das Handwerkszeug für andere Wissenschaften“, sagt er. „Meine Habilitationsschrift enthält wichtige, neue Ergebnisse auf dem Gebiet der orthogonalen Polynome und speziellen Funktionen.“ Darauf aufbauend entwickelt er die Theorie linearer Funktionale über nicht uniformen Gittern. Dies ermöglicht eine Verbesserung der Fähigkeiten von Computeralgebra-Systemen, dividierte Differenzengleichungen zu lösen.

Foupouagnigni studierte nach dem Abitur 1988 an der Universität Yaoundé und erwarb 1993 seinen Magister in Mathematik. 1994 ging er mit einem DAAD-Stipendium an das „Institut de Mathématiques et de Sciences Physiques“ in Porto-Novo (Bénin), wo er 1998 seine Promotion in Physikalischer Mathematik ablegte. 2001 ging er als Post-Doktorand nach Kassel. Um für seine Habilitation zu forschen, pendelte er ab 2002 zwischen Kamerun, Deutschland und Italien.

Mit der Habilitation im Gepäck kehrte der vierfache Vater im Jahr 2006 nach Kamerun zurück – und hat seitdem an der University of Yaoundé I eine Professur für Mathematik inne. Als akademischer Direktor leitet Mama Foupouagnigni seit dem Jahr 2013 das African Institute for Mathematical Sciences und das African Institute for Mathematical Sciences (AIMS-Cameroon).

Stand: 2015-09-15