Prof. Dr. Harald zur Hausen

Deutschland

Mediziner, Krebsforscher, Nobelpreis für Medizin 2008

DAAD-Stipendium 1975

Prof. Dr. Harald  zur Hausen DKFZ


Seine Forschung rettet Leben: Seit mehr als 50 Jahren ist Harald zur Hausen den Ursachen infektionsbedingter Krebserkrankungen auf der Spur. Für seine Erkenntnisse zu Papillomviren, die er als Ursache für Gebärmutterhalskrebs identifizieren konnte, erhielt der  Mediziner 2008 den Nobelpreis. Für seine fachlichen Leistungen wurde er zudem mit zahlreichen weiteren Preisen und 2009 mit dem Großen Bundesverdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

Mit jeder neuen Erkenntnis tun sich neue Fragen auf.
Harald zur Hausen

Seine These, Viren könnten möglicherweise Krebs auslösen, war lange belächelt worden. „Man darf sich nicht beirren lassen“, sagt der 1936 in Gelsenkirchen geborene Forscher. Was hat ihm dabei geholfen? „Das Bewusstsein, dass es eine Sache ist, für die es sich lohnt.“ Auf der Grundlage seiner Erkenntnisse konnten Impfstoffe und präventive Maßnahmen zur Vorsorge gegen eine der häufigsten Krebsarten bei Frauen entwickelt werden.

20 Jahre lang, bis 2003, leitete Harald zur Hausen das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg, die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland.  Bis heute geht der emeritierte Professor dort jeden Tag ins Labor – sofern er nicht auf Reisen ist. „Der Austausch auf internationaler Ebene ist für eine erfolgreiche wissenschaftliche Arbeit von hohem Wert“, betont zur Hausen. Immer wieder war der Mediziner als Gastprofessor an Hochschulen in aller Welt tätig, unter anderem mit einem DAAD-Stipendium in Brasilien. „Diese internationalen Kontakte halte ich bis heute aufrecht.“ Was ihn in seiner Arbeit antreibt, sind die Fragestellungen. „Ich halte den Zusammenhang von Viren und Krebs noch nicht für völlig aufgeklärt“, stellt er fest. „Mit jeder neuen Erkenntnis tun sich neue Fragen auf.“

Aktuell forscht seine Arbeitsgruppe an einem möglichen Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Rindfleisch und der Erkrankung an Dickdarmkrebs. Wieder ein Thema, das in der Fachwelt kontrovers diskutiert wird. Den Nobelpreisträger stört das natürlich nicht. Sein Ziel, sollte sich der Zusammenhang bestätigen lassen: „Vielleicht Rinder impfen zu lassen, um weitere Erkrankungen zu verhindern.“

Stand: 2015-10-15