Prof. Hans Kollhoff

Deutschland

Architekt

DAAD-Stipendium 1975

Prof. Hans Kollhoff DAAD


Der 1946 geborene Thüringer Hans Kollhoff zählt zu den einflussreichsten deutschen Architekten. Sein Stil spricht eine traditionelle Formensprache, in der klassische Motive aufgegriffen und althergebrachte Materialien verwendet werden. „Mein Verhältnis zur Architektur ist nicht im Aspekt des Erfindens, sondern im Aspekt des Beobachtens begründet“, sagt er.

Mein Verhältnis zur Architektur ist nicht im Aspekt des Erfindens, sondern im Aspekt des Beobachtens begründet.
Hans Kollhoff

Hans Kollhoff entwarf unter anderem das DaimlerChrysler-Hochhaus am Potsdamer Platz in Berlin, ein Hochhaus mit Backsteinfassade nach amerikanischem Vorbild. In der Hauptstadt zeichnete er zudem verantwortlich für den Umbau der ehemaligen Reichsbank zum Auswärtigen Amt und für den Umbau des Berliner Metropols zum Club „Goya“. Ihm oblag auch die Gesamtplanung für die städtebauliche Zukunft des Alexanderplatzes. Kollhoff und seine Mitarbeiter planen auch Bauvorhaben bundes- und europaweit.

„Es reizt mich, Projekte zu realisieren, die selbstverständlich in der Umgebung stehen“, sagt Kollhoff. Er möchte die städtische Substanz bewahren. „Als Architekt muss ich in der Lage sein, Häuser zu bauen, die mehr als eine Generation überdauern. Sonst steuern wir auf eine Zukunft zu, deren Erinnerung sich nicht mehr an Gebäuden festmachen lässt“, ergänzt er.

Kollhoff studierte in Karlsruhe Architektur. Nach seinem Diplom 1975 ging er mit einem Stipendium des DAAD nach New York. Dort studierte er an der Cornell University, an der er später selbst lehrte. Bereits 1978 gründete er – zurück in Deutschland – sein eigenes Büro in Berlin. Weitere Büro-Eröffnungen in Rotterdam und in Rotkreuz (Schweiz) folgten.

In der Schweiz lehrte Kollhoff zwischen 1990 und 2012 als Professor für Architektur und Konstruktion an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich. Hans Kollhoff ist seit 2004 auch Präsident der Internationalen Bauakademie Berlin, die sich für den Wiederaufbau von Karl Friedrich Schinkels Bauakademie einsetzt. Der rote Ziegelbau war 1962 auf Geheiß des DDR-Regimes abgerissen worden, um Platz für das DDR-Außenministerium zu schaffen, das wiederum 1995 weichen musste.

Stand: 2015-10-05